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Phonoverstärker/ mit A/D-Wandler

McIntosh MP 100 AC im Test

Traum für Archivare: Der McIntosh Mp 100 AC befördert Schallplatten im 24-Bit/96-kHz-Format auf die Festplatte. stereoplay hat den Wandler getestet.

McIntosh MP 100 AC

© McIntosh

Der McIntosh bietet eine Phonstufe mit digitalen Ausgängen.

Pro

  • klarer sauberer Klang
  • breite räumliche Abbildung
  • frisches, detailliertes, höhenbetontes Klangbild

Contra

Fazit

stereoplay-Klangteil: Absolute Spitzenklasse; Preis/Leistung: sehr gut
Hervorragend

Lassen Sie uns mal gemeinsam träumen. Sie finden eine absolute Rarität: eine Traumscheibe, Erstausgabe, original verpackt, unangetastet. Und nun stehen Sie da mit der Scheibe in der Hand vor dem Plattenspieler. Sie überlegen: Sollen Sie das edle Stück jetzt tatsächlich auflegen? Den bösen, scharfen Diamanten sein zerstörerisches Werk tun lassen? Womöglich mehrmals? Nein, niemals. Ab ins Regal​ damit. Aber Sie hätten diese Scheibe so gerne wenigstens einmal gehört... Seufz. 

Zugegeben, das war jetzt schamlos übertrieben. Im richtigen Leben sind wir entweder reine Sammler (dann werden seltene Schallplatten ebenso wenig gehört wie seltene Röhren) oder eben harte Jungs. Echte Kerle fahren ihre Oldtimer, spielen seltene Schallplatten ab und verheizen Röhren, für die sie ein Vermögen bezahlt haben.​ Kalt lächelnd! Und mit schlechtem Gewissen. 

Doch damit ist es jetzt vorbei. Zumindest, wenn es um Schallplatten geht. Probate Abhilfe für das Dilemma kommt von McIntosh. Mit einem Newcomer aus der „Klein“-Serie der Amerikaner, die uns ja bereits einen auch nur 30 Zentimeter breiten Streamer (MB50 AC) beschert hat. Der MP 100 AC kümmert sich stattdessen intensiv um Tonabnehmer. Gedacht​​ als hochwertige Phonoeinheit für MM- und MC-Tonabnehmer, haben die experimentierfreudigen McIntosh-Designer dem nur neun Zentimeter hohen Kästchen aber auch einen Analog-Digitalwandler spendiert, der das Plattenspieler-Signal simultan in ein 24-Bit/96-kHz- Digitalformat „rippt“. Im Teamwork mit entsprechender Software landet die Schallplatte also stante pede im Digitalarchiv – Pretiosen und Sammler stücke müssten also nur einmal gespielt werden. Wahlweise akzeptiert der MP100 AC MM- oder MC-Tonabnehmer, die durch zwei Buchsenpaare dauerhaft angeschlossen bleiben können. Für die Lastkapazität bei MMs bietet der McIntosh sechs Einstellungen zwischen 50 und 400 Picofarad, für MC-Systeme stehen sechs Lastwiderstände zwischen 25 Ohm und einem Kiloohm zur Verfügung, bequem auch während des Spielens per Drehschalter einstellbar und mithilfe von Reed-Relais zugeschaltet. Wahlweise addiert ein Monoschalter beide Stereokanäle, die hier auch symmetrisch über XLR-Buchsen herausgegeben werden.​

Das Herz der Phonostufe ist ein integrierter Phonoverstärker mit aktiver RIAA-Entzerrung. Die Digitalisierung übernimmt hingegen ein AKM-Chip, der auf 96-Kilohertz Samplingfrequenz fest eingestellt ist; auch der Digitalfilter am Eingang liegt fest. Interessanterweise​ benutzen die Amerikaner ein kompaktes, gekapseltes Schaltnetzteil zur Stromversorgung. Eine heutzutage ja modische Energiespar-Einrichtung legt den MP100 AC nach 30 unbenutzten Minuten automatisch still – das lässt sich auch abschalten, was angesichts des geringen Stromverbrauchs kein Beinbruch ist.​

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Testbericht

Mit dem MX 121 startet McIntosh eine komplett aktualisierte Heimkino-Verstärkerserie. Highendiges Audio und Video, Streaming: Der Neue kann alles.

Aufnahme: fast frei Haus 

Diverse frei oder preiswert verfügbare Aufnahme-Software liefert das Internet, die Empfehlungen reichen dabei von Audacity bis zu Vinylstudio. Von den ersten Roh-Übertragungen sollte man übrigens nicht enttäuscht sein, obwohl sie hoch anständig gelingen. Gewisse Nachbearbeitungen sind je nach Software-Umfang hilfreich, wobei die für die digitale Aussteuerung zuständige Taste des MP100 AC getrost auf „Low“ stehenbleiben darf.​

Klanglich schlägt sich der McIntosh im Phonobetrieb mehr als wacker, wobei er charakterlich​ eher auf der klar sauberen, aber noch nicht glasigen Seite liegt. In puncto Raumdarstellung gelingt ihm eine große, aber eher sehr breite denn hohe Abbildung, die tendenziell präsent „vorne“ angelegt ist. Das sehr frische, detaillierte und minimal höhenbetonte Klangbild tut ein Übriges, damit nie Langeweile aufkommen kann.​

Das letzte Quäntchen Druck und Fülle im Grund- und Tieftonbereich spart sich der Newcomer, der dennoch nicht zu schlank, aber knurrig und schnell herüberkommt und deshalb durchaus in sich stimmig wirkt. Doch da sollte man sich vor Augen halten, dass McIntosh mit dem MP 1100 noch ein viel größeres, röhrenbestücktes Phono-Kaliber in petto hat. 

Wir sind übrigens davon überzeugt, dass sich auch absolute Vinylfans ganz schnell daran gewöhnen werden, nebenbei ohne großen Aufwand eine Digitalkopie ziehen zu können – weil es so praktisch ist.​

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