Testbericht

Mehrkanal-Lautsprecherset KEF KHT 3005

Die ovalen, kleinen Aluminiumboxen von KEF genießen bei Heimkinofans längst Kultstatus. Die neueste Generation klingt noch besser. Das Mehrkanal-Lautsprecherset KHT 3005 gibt es für 1500 Euro.

  1. Mehrkanal-Lautsprecherset KEF KHT 3005
  2. Das KHT 3005 im Detail
Mehrkanal-Lautsprecherset KEF KHT 3005

© Archiv

Mehrkanal-Lautsprecherset KEF KHT 3005

Gut aussehende, wohlklingende und dabei preiswerte Produkte, welcher Hersteller hätte die nicht gerne im Programm? Boxenspezialist KEF baut gleich mehrere solcher Blockbuster, so zum Beispiel die legendären Alu-Eier (offiziell heißen sie KHT 2005), die mit ihrer Räumlichkeit und Spielfreude schon zigtausende Heimkinofreunde rund um den Globus verzückt haben.

Das Klangtalent der eigenwilligen Hingucker ist kein Zufall. Die Gehäuseform stammt von Mutter Natur, die Umsetzung durch Aluminium garantiert Steifigkeit und mindert Reflexionen. Mittendrin steckt die neueste Generation des von KEF erfundenen Uni-Q-Systems, ein koaxiales Zweiwegesystem mit zentralem Hochtöner, das für Multichannel und seine vielfältigen Zeitbezüge wie geschaffen ist.

Mehrkanal-Lautsprecherset KEF KHT 3005

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Zwei kleine Extra-chassis (eines ist im Bild zu erkennen) sorgen für mehr Bassdynamik beim Center.

Bei ortsgleichen Schallquellen ist die Abstrahlung weniger winkelabhängig, die Energie wird gleichmäßiger im Raum verteilt. Seit Mitte der Achziger tüftelt KEF am Uni-Q, und noch immer machen die Entwickler alle paar Jahre Fortschritte, bei denen selbst Profis die Kinnlade hängenbleibt. Sehr zum Ärger der Konkurrenz, denn die wichtigsten Konstruktionsmerkmale sind längst patentiert. Dem KHT 2005 (stereoplay 11/2001) folgte im Februar 2004 die Mk-II-Version mit kleineren Modifikationen, doch nun steht das neue KHT 3005 in den Startlöchern, das weit mehr darstellt als eine schnöde Modellpflege.

Geblieben ist die äußere Form, an Design und Technik aber wurde kräftig gefeilt. Die bisherigen, kreisrunden Chassis-Schutzgitter wichen abnehmbaren, ovalen Stoffblenden, die von unsichtbaren Magneten gehalten werden. Die ehemals mattschimmernden Oberflächen sind nun in Hochglanz gehalten, und - größte Überraschung - es gibt das KHT 3005 auch in Schwarz, was bei der makellosen Verarbeitung besonders edel und wertig aussieht.

Wie gehabt lassen sich die fünf Boxen auf den mitgelieferte Füßen bequem aufstellen und ausrichten oder schlicht an die Wand hängen, selbst Bodenstative sind erhältlich.

Der eigens für die Eier entworfene, gut 11 Zentimeter große Uni-Q wurde im Hinblick auf mehr Linearität und weniger Verzerrungen komplett überarbeitet. Er trägt nun kleine Versteifungsrippen auf seiner Konusmembran und verfügt erstmals über eine bewegliche Gummidichtung zwischen Hoch- und Mitteltöner, die besonders bei höheren Pegeln Vorteile bringen soll.

Dass KEF keineswegs zuviel verspricht, zeigt ein Vergleich von Alt gegen Neu. Glich die Schalldruckkurve 2001 noch einer Gebirgslandschaft, so ist sie nun glatter als bei vielen konventionellen Boxen; das Mittengezappel der frühen Versionen ist völlig verschwunden.

Mehrkanal-Lautsprecherset KEF KHT 3005

© Julian Bauer

Die Reflexöffnung mündet oberhalb der Kabelklemmen und lässt sich mit Schaumstoff verschließen.

Die vom Labor ermittelte Maximallautstärke von 98 Dezibel ist für ein Chassis dieser Größe enorm, wobei die tatsächlich nutzbare Dynamik in hohem Maße vom richtigen Umgang mit dem Speaker-Management des Receivers (Small-Modus) abhängt. In der Praxis ist das Set extrem pegelfest.

Besaß das KHT 2005 noch fünf identische Schallquellen, so weicht KEF nun von diesem Schema ab. Der Center ist etwas größer und mit zwei zusätzlichen kleinen Basstreibern bestückt, was der Belastbarkeit zu Gute kommt und der Tatsache Rechnung trägt, dass die Mittenbox bei Filmton besonders stark gefordert wird.

Nichts mehr mit seinem Vorgänger gemeinsam hat der Subwoofer, ein ungewöhnlich kompaktes und schickes Gerät, das ein wenig aussieht wie eine fliegende Untertasse. Der Rundling, der sowohl liegen als auch stehen kann, ist mit einem fetten 25er-Langhubbass bestückt, dem eine gleichgroße Passivmembran gegenübersitzt. So werden Strömungsgeräusche (wie beim Bassreflex-Prinzip) vermieden.

Das KHT 3005 faszinierte die Testcrew ähnlich wie seine Vorgänger mit einer grandiosen Räumlichkeit, bei der die Boxen völlig in den Hintergrund traten und die Software darüber entschied, ob man sich auf einer grünen Wiese wiederfand, in einer alten Werft oder einem Opernhaus - phänomenal!

Während die Vorgänger-Satelliten in den Mitten noch minimal verfärbt wirkten, tönten die Neulinge wunderbar ausgewogen, selbst hochsensible Klassik-Einspielungen wurden zum Genuss. Eine Show für sich war der Woofer. Vernünftig angekoppelt, klang er deutlich trockener und souveräner als der Vorgänger und schuf so das passende Fundament zum temperamentvollen Klang der prachtvollen Alu-Eier - die man jedem Mehrkanal-Fan nur wärmstens empfehlen kann.

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