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Microsoft Surface Pro 4 im Test

Mit dem Surface Pro 4 versucht Microsoft erneut, ein Referenzmodell für Windows- basierte 2-in-1-Geräte zu etablieren. Ein Vorhaben, das weitgehend gelungen ist, wie der Test zeigt.

Microsoft Surface Pro 4

© Microsoft

Microsoft Surface Pro 4

EUR 1.349,00

Pro

  • hochwertig verarbeitetes Gehäuse
  • geringes Gewicht
  • sehr heller, kontrastreicher Bildschirm
  • gute Ausdauer
  • hohe Display- Auflösung
  • verbesserter Stift im Lieferumfang
  • überzeugende Systemleistung
  • stufenlos verstellbarer Klappständer

Contra

  • fest verbauter Akku
  • wenige Schnittstellen
  • hoher Preis
  • Tastatur und Adapter müssen separat erworben werden

Fazit

connect Urteil: gut (407 von 500 Punkten)
81,4%

Der ersten Generation des Microsoft Surface war kein allzu großer Erfolg beschieden, was nicht zuletzt dem verunglückten Betriebssystem Windows RT geschuldet war. Doch der IT-Konzern aus Redmond ließ sich nicht beirren und entwickelte sein 2-in-1-Gerät einfach weiter. Drei Produktgenerationen später hat sich das Detachable etabliert und inzwischen einen gewissen Kultstatus erlangt. Das Konzept des Windows-Tablets, das per Andocktastatur zum Laptop mutiert, hat bereits etliche Nachahmer gefunden. Nicht nur klassische Notebook-Hersteller wie HP und Lenovo, sondern auch Smartphone- und Tablet-Spezialisten wie Samsung (Galaxy Tab Pro) und Huawei (Matebook) haben entsprechende Kombigeräte veröffentlicht oder vorgestellt.

Und so war die Fachwelt gespannt, ob die neueste Hybrid-Generation von Microsoft die Vorschusslorbeeren zu Recht bekommen hat. Im Tablet-Vergleich mit dem iPad Pro ging das Surface Pro 4 bereits als Punktsieger hervor. Nun haben wir uns gefragt, wie sich das Windows-10-Gerät als Notebook(-Ersatz) schlägt, und es in das entsprechende Testverfahren geschickt.

Das Surface Pro 4 ist in sechs verschiedenen Konfigurationen erhältlich, die sich nur unter der Haube unterscheiden - dort aber recht deutlich. Die Einstiegsvariante für 999 Euro hat einen Intel-Core-m3-Prozessor mit 4 GB RAM und 128 GB SSD-Speicher an Bord, das mehr als doppelt so teure Topmodell bringt eine Core-i7-CPU mit vier Mal so viel Arbeits- und Datenspeicher mit. Im connect-Test bewähren musste sich ein Vertreter der Mittelklasse, der mit einem Core-i5-Prozessor der sechsten Generation sowie immer noch sehr ordentlichen 8 GB RAM und einer Solid-State-Kapazität von 256 GB ausgerüstet ist.

Surface Pro 4 mit Stylus

© Microsoft

Der im Lieferumfang enthaltene Stylus mit 1024 verschiedenen Druckpunkten haftet dank eingebautem Magnet erstaunlich gut am ebenfalls magnetischen Displayrand.

Ärgerlich bleibt nach wie vor, dass sich Microsoft für das samtartige Type Cover extra entlohnen lässt. Die magnetisch andockbare Tastatur gehört einfach zum Surface dazu. Es dürfte kaum einen Käufer geben, der das Gerät ohne physische Tipphilfe erwirbt und "nur" als Tablet nutzt. Dass der maßgeschneiderte, magnetisch am Gerät haftende Stylus, der 1024 Druckstufen beherrscht, inzwischen zum Lieferumfang gehört, ist lobenswert, macht die Sache aber nicht wesentlich besser.

Zwitter aus Power-Tablet und Ultrabook

Im Leistungs-Benchmark gab sich unser Testkandidat keine Blöße. In allen simulierten Anwendungsbereichen erzielte das Surface Pro 4 ausgezeichnete Ergebnisse. Im Lüfterbetrieb ist das Gerät angenehm leise, bei Volllast wird es allerdings relativ warm. Die typische Akkulaufzeit von etwas mehr als sechseinhalb Stunden bei einer vorwiegenden Nutzung von Office-Programmen kann sich durchaus sehen lassen. Gäbe es eine Kategorie "Leistung pro Masse", wäre das Surface Pro 4 kaum zu schlagen. Die ermittelten Benchmark-Werte passen zum gehobenen Notebook-Segment, in Sachen Abmessungen und Gewicht gehört das Detachable aber eindeutig in den Tablet-Bereich.

Bedauerlicherweise gilt das auch für die Schnittstellen-Ausstattung: Neben Mini-Display-Port, Kopfhörer- und Mikrofonbuchse sowie MicroSD-Slot hat Microsoft seiner neuen 2-in-1-Referenz nur einen einsamen USB-3.0-Anschluss spendiert. Für ein Gerät, das in der ersten Liga spielen möchte, ist das eindeutig zu wenig. Ins Internet gelangt man übrigens nur per WLAN, denn auch ein Mobilfunkmodem sucht man vergeblich. Ebenfalls vermisst haben wir einen Fingerprintsensor.

Positiv überrascht hat uns dagegen das neue Type Cover. Obwohl man es auf den ersten Blick nicht vermuten würde, befindet sich darin eine vollwertige Tastatur, auf der es sich trotz vergleichsweise geringem Tastenhub sehr komfortabel tippen lässt. Das große Touchpad lässt sich ebenfalls sehr präzise bedienen. Pluspunkte gibt es zudem für den Klappständer zum Aufstellen des Displays, der komplett stufenlos verstellbar ist.

Microsoft Surface Pro 4 Type Cover

© Microsoft

Das extra zu bestellende, aber unverzichtbare Type Cover ist in fünf verschiedenen Farben verfügbar.

Apropos Display: Der 12,3 Zoll große Bildschirm im ungewöhnlichen 3:2-Format beeindruckt nicht nur durch seine hohe Auflösung (2736 x 1824 Pixel) und Pixeldichte (267 ppi), sondern auch durch seine Helligkeit, den scharfen Kontrast und die brillante Farbwiedergabe. Vorder- wie rückseitig findet sich zudem jeweils eine Kamera, die mit 5 beziehungsweise 8 Megapixeln auflöst.

Fazit

Das Surface Pro 4 ist ein hervorragend verarbeiteter Tablet-Ultrabook-Mischling mit überzeugenden Leistungswerten. Dass das Gerät mit seiner dünnen Andocktastatur in puncto Stabilität nicht mit "echten" Notebooks oder Convertibles mithalten kann, versteht sich angesichts der speziellen Bauart von selbst. Abgesehen von der teilweise etwas spartanischen Ausstattung legt das Surface Pro 4 insgesamt einen überzeugenden Auftritt hin. Der Preis, den Microsoft dafür veranschlagt, ist allerdings auch recht ambitioniert.

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