Menü
Testbericht

Microsoft Surface im Praxistest

Das Tablet Microsoft Surface Type als Mini-Laptop
Das Tablet Microsoft Surface Type als Mini-Laptop
Das Microsoft Surface erweist sich im Test als konkurrenzfähiges Tablet, dass sich per Zubehör einfach zum Mini-Laptop machen lässt.

Microsoft Surface: Erster Eindruck

Microsoft hat die Betriebssysteme für PC und Smartphone, Windows und Windows Phone,  in Version 8 nicht nur von Grund auf erneuert, sie setzen seitdem auch auf dem gleichen Betriebssystem-Kern auf.

Die neue Oberfläche ist über die Gerätearten hinweg homogen, grenzt sich nach außen wirkungsvoll ab, und läutet innerhalb der Microsoft-Welt ein neues Zeitalter ein, in dessen Mittelpunkt der Touchscreen steht.

Alle Handys mit Windows Phone 8 im Vergleich

Zur neuen Generation gehört erstmals auch ein Tablet-Betriebssystem: Windows RT. Ebenfalls neu: Microsoft agiert bei den Tablets nicht nur als Software-Entwickler, sondern betritt mit dem Surface auch als Hersteller neues Terrain.

Schon das Design ist bei der Premiere gelungen: Die klare Form des widerstandsfähigen Magnesiumgehäuses besticht geradezu durch ihre kühle Eleganz. Der Clou ist die unauffällig über die halbe Höhe gedoppelte Rückwand, die zum Ständer wird, wenn man sie ausklappt. Im Zug und auf der Couch, wo man das Surface auch mal auf den Oberschenkeln aufstellen will, erweist sich die 111-Grad-Position des Bildschirms allerdings als zu steil.

Tastatur zum Anheften

Dass der suboptimale Winkel kein Versehen ist, offenbart die Kamera, die – ebenso wie die Frontkamera – HD-Videos aufzeichnet: Sie ist entgegen der Displayneigung um etwa 20 Grad nach oben gerichtet, sodass sie trotz der vom Ständer verursachten Schräglage das vor ihr liegende Motiv aufnimmt und nicht etwa die Tischkante.

Will man nicht gerade die eigenen Schuhspitzen fotografieren, kann man das Tablet dank der Kameraausrichtung also auch bei Freihandaufnahmen natürlich halten. Die Helligkeit passt sich dem Umgebungslicht an, ein Autofokus fehlt allerdings. Das 10,6-Zoll-Display löst mit 1366 x 768 Pixeln im 16:9 Format auf. Optional bietet Microsoft für den HD-Videoausgang HDMI- und VGA-Adapter an.

Fotos und Videos kann man auch über den Micro-SD-Karteneinschub einspeisen, der etwas versteckt neben dem proprietären Stromstecker liegt. Außerdem bietet ein USB-2.0-Port in normaler Größe allerlei Anschlussmöglichkeiten. Hierzu gehören laut Hersteller auch Peripheriegeräte wie Drucker mit speziellem RT-Zertifizierungslogo. Maus und Tastatur funktionierten im Test auch ohne solches.

Microsoft Surface: Tastaturdeckel gibt es in mehreren Varianten

vergrößern

Cover mit Mehrwert

Eine gesonderte Tastatur braucht man nicht, wenn man seinem Surface eines der bonbonbunten Cover gönnt. Die lässt sich Microsoft mit knapp 120 Euro gut bezahlen, schiebt dafür aber auch eine Tastatur mit rüber, die nebst einem kleinen Mousepad auf der Innenseite des flachen Covers integriert und somit immer da ist, wenn man sie braucht.

Die Drücker sind fühlbar voneinander abgegrenzt, bieten jedoch keinen Druckpunkt. Den bekommt man, wenn man nochmal zehn Euro drauflegt, mit dem Type-Cover, das mit 215 Gramm nur zwei Gramm mehr wiegt als die Touch-Cover.

Marktübersicht 7-Zoll-Tablets im Vergleich

Unser Eindruck: Der Aufpreis für das Type-Cover lohnt sich in jedem Fall. Schade nur, dass es Letzteres lediglich in der dunklen Gehäusefarbe gibt. Ob Touch oder Type – die Cover werden von einem Magneten am Surface förmlich eingefangen.

Die Technologie kommt uns, vorsichtig gesagt, bekannt vor, ebenso wie die Aktivierung des Displays, die mit dem Öffnen und Schließen des Covers einhergeht – sofern man das Surface zuvor nicht, wie vom PC gewohnt, heruntergefahren hat. Dazu neigt man nämlich durchaus, ähnelt das neue Betriebssystem in vielen Bereichen doch immer noch der alt vertrauten PC-Oberfläche.

Die Wahl des Betriebssystems

Wie bei Apple, und natürlich auch bei Android, fällt die Entscheidung immer auch für oder gegen ein Betriebssystem. Und das läuft bei Windows 8 – ob auf dem PC, einem Smartphone oder dem Tablet – nur mit Touchscreen richtig rund. Die Gesten zum Öffnen, Schließen und Wechseln zwischen Anwendungen sind anders, aber nicht weniger intuitiv als bei der Konkurrenz.

Microsoft Surface: Die Windows Tablets im Vergleich

Streicht man immer wieder mal aus jeder Richtung vom Rand zur Mitte, entdeckt man die wichtigsten Funktionen schnell. Ganz nebenbei bringt Windows RT von Haus aus einige Features mit, die auf anderen Plattformen noch in den Kinderschuhen stecken: Mit Splitscreen und im separaten Fenster einblendbaren Videos, die aktuell auf dem Galaxy Note 10.1 – zu Recht – begeistern, macht man einem Windows-Tablet nichts mehr vor.

Microsoft Surface: Ausstattung

+ Einschub für Micro-SD-Karte
+ normaler USB-Anschluss
- Kamera ohne Autofokus
- teure Cover

Microsoft Surface: Bedienung

+ gute Verarbeitung
+ durchdachtes Cover mit Tastatur (Zubehör)
+ Standfuß zubehörunabhängig im Tablet integriert
+ gutes Display
- Neigungswinkel des Displays ist fix

Microsoft Surface: Kaufen oder Warten?

Können sich mehrere Mitglieder einer Familie ein Windows-Tablet teilen, wie es Google für Tablets mit Android 4.2 verspricht? Klar. Denn das Konzept der Benutzerkonten hat Microsoft natürlich auch bei Windows RT nicht ausgelassen. Es spricht also einiges für ein Windows-Tablet im Allgemeinen – und für ein durchdachtes und gut verarbeitetes Exemplar wie das Surface im Besonderen.

Technische Daten

  • Maße: 274 x 177 x 9 mm
  • Gewicht: 681 g
  • Display: 10,6 Zoll, 1366 x 768 Pixel
  • Prozessor: Quad-Core NVIDIA Tegra 3, 2 GB RAM
  • Plattform:Windows RT
comments powered by Disqus
x