Testbericht

Monoblock-Endverstärker Vincent SP 995

Ein Hochgenuss war's, in den Druckwellen der Vincent SP 995er (3300 Euro das Paar) zu baden, hautnah zu erleben wie der Drummer sich in die Fußmaschine stemmt und das Fell der Basstrommel sich bis zum Platzen spannt.

  1. Monoblock-Endverstärker Vincent SP 995
  2. Datenblatt
image.jpg

© Archiv

image.jpg

© Archiv

1) Ein Relais schaltet bei Verwendung des Cinch-Eingangs eine Symmetrierungs-IC-Stufe zu. 2) Für die Endstufen-Stromspeicherung stehen insgesamt acht Elkos mit je 10_000 Mikrofarad zur Verfügung.

Zwischen den Monoblöcken SP_995 und dem Stereo-Endverstärker SP_994 aus dem Aprilheft besteht unzweifelhaft eine enge Verwandtschaft.

Allerdings ordnete Vincent die Baugruppen in den Einzelkämpfern ganz anders an. Statt je einem Kanal stehen die gewaltigen Seitenkühlkörper nun dem symmetrischen Plus- und Minuspol und damit jeweils der Halbseite einer Brückenendstufe zur Verfügung. Und nebenbei wurden die insgesamt zweimal acht Ausgangstransistoren, die Treiber und die Vortreiberstufen so auf eine vollendete Bild- und Spiegelbild-Anordnung gebracht. 

Mit nur einem kleinen Nachteil: Die beiden heißen Klemmen zum Lautsprecheranschluss stehen mit 21 Zentimetern recht weit auseinander, so dass nicht jedes auf engere Abstände hin konfektionierte Boxenkabel verwendet werden kann.

image.jpg

© Archiv

Selbstredend bietet Sintron mit der im Aprilheft getesteten SA 94 eine brave Vorstufen-Vincentinerin an. HiFi-Lüstlinge könnten eine Alternative suchen und die HP 300 Mk II von Octave für 3_250 Euro finden (10/07). Sie und zwei Vincent SA_995 bilden bereits ein rassiges und heißes Wohlklang-Dreier-Gespann.

Wie schon die SP_994 protzen auch die Monoblöcke nur so mit Aufwand. Die Abschirmkammer in der Mitte schließt wieder einen wahrhaft kernigen Netzumspanner im Abschirmtopf ein. Dazu kommen mit kräftigen Transistoren und dicken Folienkondensatoren arbeitende Säuberungskreise, die für die mustergültige Versorgung der doppelt vorhandenen symmetrischen Eingangsstufen zuständig sind.

Neben dem Netzschalter auf der kleinfingerdicken Frontplatte finden sich wieder zwei praktische Tipper. Einer mit dem zwischen dem XLR- und dem Cinch-Eingang gewechselt werden kann. Und ein weiterer, der per Relais die beiden Endstufen-Seiten auf höhere Ruheströme schaltet. Sicherlich eine dezente Verschwendung, die der HiFi-Fan (solange andere Hobbyisten viel schlimmer sündigen!) sich dennoch leisten sollte. Denn wie schon beim SP__994 ausprobiert, führt die Erhöhung bei den Gegentakt-Stufen zu einer besseren Überlappung der Kennlinien und zu hörbar feinerer Wiedergabe.

image.jpg

© Archiv

Im Vergleich mit dem SP 994 sogar zu abermals feinerer. Die Monos spielten noch luftiger, noch dreidimensionaler auf. Wenngleich sie zunächst einmal mit ihren Tiefton-Pfunden wucherten.  Die Monos blieben selbst in den wildesten Attacken relaxt und das Klangbild stabil, luftig, angenehm.

Da mussten die Krells S_150 passen, kamen allenfalls mit etwas seidigeren Mitten gegen die Vincents an - sie verhinderten aber nicht, dass die SP_995 zum Preis von 3_300 Euro ein strahlendes Highlight bekamen.

Vincent SP 995

HerstellerVincent
Preis3300.00 €
Wertung55.0 Punkte
Testverfahren1.0

Mehr lesen

Wer ist die Nummer eins? -

Mehr zum Thema

Endverstärker Vincent SP T 800
Testbericht

Die Monoblöcke SP T 800 von Vincent, für 4000 Euro das Paar, verdienten sich vom Start weg Zuspruch, obwohl es nach dem ersten Auspacken zu einer…
Endverstärker Vincent SP 331 MK
Testbericht

Der Endverstärker SA 331 MK, für 1350 Euro, besitzt in einer Extra-Abschirm-Suite die Eingangsschaltung inklusive Hofstaat und den praktisch…
image.jpg
Testbericht

In der Vincent-Endstufe gibt es ein Wiedersehen mit den russischen Miniröhren aus der Vorstufe, die hier, wiederum im Differenz-Gegentakt, eine sehr…
Astel & Kern Amp
Edelanlage

Mit der Endstufen/Netzteil-Kombo AK500AP baut man aus dem Musikserver AK500N eine klanglich wie optisch perfekt abgestimmte Edel-Anlage.
Grandinote Demone
Verstärker

Class A, wenig Gegenkopplung, Halbleiter-Schaltung mit Ausgangstrafo: Der Grandinote Demone setzt im Test dem Verstärkerklang eine neue Krone auf.
Alle Testberichte
Acer Switch Alpha 12
Detachable
75,4%
Das Acer Switch Alpha 12 ist das erste lüfterlose 2-in-1-Gerät mit Core-i-Prozessor. Im Test hinterlässt es einen…
Huawei P9 Plus
5,5-Zoll-Smartphone
88,0%
Huawei optimiert das P9 und heraus kommt ein echter Überflieger: Wir haben das Huawei P9 Plus getestet.
Samsung Galaxy A3 rosa
Testberichte
Alle Tests von Smartphones, Handys, Tablets, Navis, Notebooks und Ultrabooks, DECT-Telefonen und DSL-Routern in der Übersicht.