Android-Smartphone

Motorola Moto X Force im Test

Das Motorola Moto X Force hält die Konkurrenz mit Topleistungen im Testlabor und attraktiven Extras auf Distanz. Ein gelungener Jahresauftakt für den Mutterkonzern Lenovo, von dem man 2016 einiges erwarten kann.

Motorola Moto X Force

© Motorola

Über den Moto Maker lässt sich das Motorola Moto X Force nach den eigenen Vorstellungen und Wünschen anpassen.
EUR 619,99

Pro

  • Farben und Materialien können individuell angepasst werden
  • Design und Verarbeitung sind top
  • besonders bruchfestes Display mit 2K-Auflösung und vier Jahren Garantie
  • herausragende Kamera-Ausstattung
  • schlankes Android- System mit schnellen Updates
  • exzellente Funkeigenschaften

Contra

  • Variante mit Kunststoffrückseite ohne Premium-Haptik
  • Display mit leichtem Gelbstich
  • Fingerabdrucksensor und Radio fehlen

Fazit

Connect Testurteil: sehr gut
86,0%

Das Motorola Moto X Force zeigt: Bei Motorola ist die Preisbrecher-Ära nun endgültig Geschichte. Der traditionsreiche Smartphone-Hersteller, der mittlerweile zu Lenovo gehört, sorgte 2013 mit dem Moto G für Furore, einem Android-Modell mit einem für damalige Zeiten unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnis, das in kürzester Zeit zum globalen Verkaufsschlager avancierte. Es hat zwar weltweite Aufmerksamkeit gebracht, aber kaum Einnahmen generiert.

Seitdem klettern Moto-Geräte etappenweise auf der Preisspirale nach oben. Den jüngsten Gipfel markiert das Moto X Force, das mit einer UVP von 700 Euro in eine Höhenzone mit besonders rauem Klima vorstößt -, hier gedeiht nicht mehr viel neben den Edel-Smartphones von Apple und Samsung. Für ein Unternehmen ohne Premium-Markenkern, das bisher vor allem im Einsteigerbereich und in der Mittelklasse zu Hause war, kann so ein Ausflug brandgefährlich sein.

Extras, die es in sich haben

Motorola hat das Moto X Force aber gut ausgestattet, um in der dünnen Luft zu überleben. Design und Verarbeitung genügen allerhöchsten Ansprüchen, die Haptik überzeugt dagegen nur bei der Modellvariante mit Lederrückseite, die 20 Euro teurer als die "normalen" Ausführungen mit Kunststoff- oder Nylonrücken ist. Die haben in unseren Augen eine deutlich niedrigere Anfassqualität - zu niedrig für ein 700-Euro-Smartphone.

Dafür wartet hier bereits das erste Alleinstellungsmerkmal, mit dem sich das Motorola Moto X Force von der Konkurrenz absetzen kann: Wenn Sie das Smartphone direkt über die Webseite von Motorola bestellen, können sie über den Moto Maker viele Gehäuse-Elemente nach einem ausgeklügelten Baukastensystem selbst bestimmen und so ein maßgeschneidertes Unikat designen.

Motorola OLED Display

© Motorola

Das OLED-Display besteht aus fünf Schichten, die es besonders bruchfest machen – darauf gibt Motorola vier Jahre Garantie.

Eine weitere Besonderheit: Das Displayglas besteht aus mehreren Schichten und soll besonders stabil sein - Motorola gibt eine Garantie über vier Jahre gegen Brüche und Sprünge. Ein verführerisches Angebot, wenn man bedenkt, dass Displayschäden die häufigste Ursache für defekte Smartphones sind.

Auch wenn im Internet zahlreiche Videos kursieren, in denen das Moto-X-Display die Begegnung mit einem Hammer übersteht, sollten Sie es nicht darauf ankommen lassen, denn die Motorola-Garantie gilt natürlich nicht für Kratzer und unsachgemäße Behandlung.

Starke Bildqualität

Das Display des Motorola Moto X Force zeigt 2.560 x 1.440 Pixel auf 5,4 Zoll und bietet damit eine außerordentlich scharfe Darstellung. Die Leuchtkraft ist mit 364 Candela zwar nicht berauschend, aber für ein OLED noch in Ordnung. Uns ist allerdings ein leichter Gelbstich aufgefallen, den man aufgrund fehlender Einstellungsmöglichkeiten für die Farbtemperatur auch nicht selbst korrigieren kann.

Der Prozessor des Motorola Moto X Force genügt dagegen wieder allerhöchsten Ansprüchen: Lenovo setzt auf die stärkste Modellvariante von Qualcomm, den Snapdragon 810, der von 3 GB RAM flankiert wird. Er treibt das System außerordentlich flott an, was auch daran liegt, dass ein schlankes Android ohne tief greifende Herstelleranpassungen installiert ist, was eine wichtige Voraussetzung für schnelle Software-Updates ist. Auf dem Moto X Force läuft denn auch die neueste Android-Version 6.0 Marshmallow - diesbezüglich muss man sich also keine Sorgen machen.

LED auf der Frontseite

© Motorola

Dank LED auf der Frontseite gelingen mit der 5-Megapixel- Kamera auch im Dunkeln gut ausgeleuchtete Selfies.

Besonders beeindruckt waren wir von der Qualität der 21-Megapixel-Kamera, die - trotz fehlendem Bildstabilisator - selbst bei schlechten Lichtverhältnissen mit den Kameraprofis iPhone 6s Plus und Galaxy S6 mithalten kann. Allerdings sind die Einstellungsmöglichkeiten überschaubar. Und die, die es gibt, hat Motorola in einem unübersichtlichen Kreismenü versteckt.

Auch mit Blick auf die technische Ausstattung gibt es Luft nach oben, denn Radio und Fingerabdrucksensor fehlen - beides gehört in dieser Preisklasse einfach dazu.

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Hervorragender Empfang

Mit einer Laufzeit von 6:39 Stunden in unserem Nutzungsmix stellt der kräftige 3760-mAh- Akku zwar keine Ausdauerrekorde auf, bringt das Moto X Force aber locker über den Tag. Die Akustik ist im positiven Sinn unauffällig, die Funkeigenschaften sind durch die Bank herausragend.

Fazit

Sie merken schon: Viel zu kritisieren gibt es letztendlich nicht am neuen Motorola-Flaggschiff. Wer sich für dieses robuste Smartphone entscheidet, macht nichts verkehrt.

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