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Testbericht Motorola RAZR im Test

von
Motorola RAZR
Labortest
69 %
Zuletzt aktualisiert: 27.07.2014
Motorola Razr
Smartphones
Pro
  • Verarbeitung top
  • solide Akkulaufzeit
  • sehr gute Funkeigenschaften
  • saubere Akustik
Contra
  • u?ppige Dimensionen
  • Akku fest verbaut
Fazit

Das Razr ist du?nn, aber dennoch robust, sein Materialmix einzigartig, die Verarbeitung top, Design und User Interface stechen aus der Masse hervor.

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Motorola will an das Erfolgsrezept des legendären Razr anknüpfen: Das neue Modell setzt mit Kevlargehäuse und Gorilla-Glas auf besondere Zutaten. Ob das für die Smartphone-Krone reicht, zeigt unser Test.

So scharf, wie es sein Name suggeriert, also rasiermesserscharf, ist das Motorola RAZR freilich nicht – auch wenn knapp sieben Millimeter sehr schmal sind für ein Smartphone dieser Größe. So schmal, dass man befürchten könnte, dass das gute Stück bei zu viel Druck und falscher Belastung auseinanderbricht. Damit das nicht passiert, hat Motorola das Gehäuse mit Kevlarfasern verstärkt.

Dieser polymere Kunststoff kommt unter anderem bei schusssicheren Westen und Schutzhelmen zum Einsatz – da bricht so schnell also nichts. Beim Namen setzt Motorola auf Nostalgie und hat sich seiner 2004 zum Kultstatus avancierten Handyreihe erinnert. Von der extrem dünnen Bauform einmal abgesehen, hat das RAZR von heute aber fast nichts mit dem RAZR von gestern gemein. Es ist kein Klapp-, sondern ein Touchscreenmodell, es hat keine Zifferntastatur und auch keine zwei Displays. Es ist also kein Nachfolger, sondern ein Namensvetter.

In erster Linie aber ein modernes Smartphone mit üppigen Dimensionen: Stattliche 131 x 70 x 10 Millimeter misst das neue Topmodell – und liegt dabei ziemlich hart und kantig in der Hand. Dank seiner leicht gummierten Rückseite geht es trotz klobiger Maße gerade noch als griffig durch, wirklich handlich ist es aber nicht.

Dabei ist seine Linie äußerst schlank gehalten, die sieben Millimeter Bauhöhe beulen nur am oberen Ende auf rund zehn Millimeter aus; darunter hat Motorola Kameramodul, Lautsprecher und Anschlussbuchsen gepackt. Diese kompakte und sehr flache Form hat allerdings zur Folge, dass der Akku fest verbaut und nicht austauschbar ist, was mittlerweile bei immer mehr High-End Smartphones der Fall ist.

Motorola RAZR

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Da man die Rückseite also nicht abnehmen kann, sind Micro-SIM und Micro-SD-Slot seitlich angebracht und durch einen aufklappbaren Verschluss geschützt. Der Vorteil: Die Speicherkarte lässt sich im laufenden Betrieb einsetzen oder wechseln, ohne dass man das Smartphone vorher herunterfahren muss.

Exklusive Materialien

Dank des Materialmixes aus Kevlarfasern und Edelstahl sowie seiner sehr sauberen Verarbeitung gehört das neue RAZR fraglos zu den hochwertigsten Smartphones auf dem Markt, nur Apples iPhone 4(S) macht in dieser Disziplin eine noch bessere Figur. Praktischerweise hat Motorola sämtliche Bauteile mit einer wasserabweisenden Schicht versehen, sodass ein paar Regentropfen und selbst die gern zitierte auf dem Schreibtisch verschüttete Tasse Kaffee dem RAZR keine Probleme bereiten.

Die Einschübe für Micro-SIM- und Micro-SD-Karte sind seitlich verbaut und hinter eine Kappe vor Staub geschützt.
Die Einschübe für Micro-SIM- und Micro-SD-Karte sind seitlich verbaut und hinter eine Kappe vor Staub geschützt. ©

Hart im Nehmen ist auch die Frontseite mit ihrer sehr robusten und kratzfesten Gorilla-Glas-Abdeckung; darunter liegt der 4,3-Zoll-Bildschirm mit 540 x 960 Bildpunkten und einer Pixeldichte von 256 dpi. Das Display besteht aus organischen Dioden und basiert auf der sogenannten PenTile-Technologie, die die Anzahl der Subpixel des Bildschirms reduziert.

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Vorteil dabei: Der Screen hat einen geringeren Energieverbrauch und eine höhere Lebensdauer. Nachteil: Die nominelle Auflösung ist reduziert – mit dem Effekt, dass Schriften leicht ausfransen und nicht ganz so scharf gezeichnet sind wie beispielsweise beim Samsung Galaxy S2, das die neuere OLED-Plus-Matrix nutzt.

Scharfe Multimedia-Qualitäten

Was aber nicht bedeutet, dass der RAZR-Screen schlecht ist: Er hat ein sehr gutes Kontrastverhältnis, stellt satte Farben dar, ist blickwinkelstabil und mit knapp 300 cd/m² ausreichend hell. Offensichtlich klappt auch das Zusammenspiel zwischen Touchscreen und Chipsatz sehr gut.

Egal ob beim Tippen von Nachrichten, Zoomen in Google Maps oder Scrollen durch Menüs: die berührungsempfindliche Anzeige reagiert stets zuverlässig. Der Zweikern-Prozessor taktet mit je 1,2 Gigahertz und sorgt für ein flüssiges Arbeitstempo; besonders flott ist der Webbrowser unterwegs, der beim Browsermark-Benchmarktest sogar vor dem Galaxy S2, aber hinter dem iPhone 4S landet.

Musik von Heim-PC abspielen

In der Musik-App sind neben dem eigentlichen Player auch Internetradio-, Podcast- und Social-Networking- Funktionen integriert. Die Verbindung zu einem DLNA-Server, um beispielsweise Inhalte über das heimische Netzwerk an einen kompatiblen Fernseher zu schicken, kann man ebenfalls direkt über diese Anwendung aufbauen. Der Player spielt alle gängigen Musik- und Videoformate ab und wartet ganz klassisch mit Coveranzeige, Zufallswiedergabe, Playlists, regelbaren Frequenzbändern und sogar Full-HD-Video-Wiedergabe auf.

Die Apps im Hauptmenü kann man in Ordnern organisieren / Über einen Regelassistenten lassen sich diverse Vorgänge zeit-, orts- oder ereignisgesteuert auslösen.
Die Apps im Hauptmenü kann man in Ordnern organisieren / Über einen Regelassistenten lassen sich diverse Vorgänge zeit-, orts- oder ereignisgesteuert auslösen. ©

Für eine große Auswahl an lokal gespeicherter Musik, Videos und Bildern stehen knapp 11500 MB interner Speicher zur Verfügung. Wer Kapazitäten sparen möchte, greift über die Motocast-App via Internet auf den heimischen Rechner zu und streamt die dort gespeicherten Inhalte direkt auf sein RAZR – vorausgesetzt, der Rechner zu Hause ist auch mit dem Internet verbunden.

Als Schwachpunkt in der Abteilung Multimedia entpuppte sich die 8-Megapixel-Kamera, deren Aufnahmen insgesamt eher schwach ausfielen. In heller Umgebung erreichten die Fotos zwar anständige Qualität, bei weniger Licht steigt das Bildrauschen aber bedenklich; Videos mit HD-Auflösung gehen noch in Ordnung, bei Full-HD-Aufnahmen lässt die Bildschärfe deutlich nach.

Android-Update ist angekündigt

Android ist in Version 2.3 installiert, ein Update auf 4.0 für Anfang 2012 versprochen. Die Motorola-eigene Benutzeroberfläche Blur stellt fünf frei gestaltbare Homescreens zur Verfügung, quittiert Wischgesten mit schicken Animationen und bringt zusätzliche Software mit, etwa „Intelligente Aktionen“.

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Damit lassen sich Regeln definieren, die das RAZR automatisch ausführt – zum Beispiel auf stumm schalten, wenn man im Büro ankommt oder eine SMS an Anrufer verschicken, wenn gerade belegt ist.

Scharfe Werte aus dem Labor

Im Labor ließ es das RAZR dann richtig krachen. Die Ergebnisse lesen sich wie aus dem Lehrbuch für Smartphones: solide Akkulaufzeit, sehr gute Funkeigenschaften, saubere Akustik. Gepaart mit der tollen Ausstattung heißt das: Willkommen in den Top 10 der connect-Bestenliste!

Fazit: Etwas Besonderes

Wer das RAZR einmal in der Hand hatte, behält es in Erinnerung. Es ist dünn, aber dennoch robust, sein Materialmix einzigartig, die Verarbeitung top, Design und User Interface stechen aus der Masse hervor. Prädestiniert ist das Gerät für mobiles Surfen, auch ist es mit Ausnahme der Kamera ein echtes Multimedia-Talent. Den Kultstatus des Original-Razr dürfte es dennoch nicht erreichen – dazu ist die Konkurrenz einfach zu stark.

 
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Inhalt
  1. Motorola RAZR im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
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