Testbericht

Multiroom-Heimnetzsystem Logitech Squeezebox Duet

Eine Fernbedienung mit Inhaltsanzeige, und das gleich für mehrere Räume: Die Squeezebox Duet (399 Euro) von Logitech zeigt einen neuen Weg der Heimvernetzung.

  1. Multiroom-Heimnetzsystem Logitech Squeezebox Duet
  2. Datenblatt
Multiroom-Heimnetzsystem Logitech Squeezebox Duet

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Multiroom-Heimnetzsystem Logitech Squeezebox Duet

Kein Gebiet der Audiotechnik ist derzeit so spannend wie die Heimvernetzung. Die immer stärkere Verschmelzung von Unterhaltungselektronik und Computertechnik macht's möglich, pausenlos ersinnen die Entwickler neue Gerätetypen und versehen bestehende mit exquisiten Funktionen.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Squeezebox Duet von Logitech, die in der Grundausführung mit Fernbedienung und Anschlussgerät knapp 400 Euro kostet. Dabei handelt es sich um ein Audio-Netzwerkplayer-System, dessen Fernbedienung die Musikinhalte von PC oder Webdiensten im Display anzeigt und somit eine sehr komfortable Handhabung  ermöglicht. Außer dem mitgelieferten Streaming Client kann die Fernbedienung aber noch weitere Clients von Logitech steuern, sodass sich auf einfache Art ein vollwertiges Multiroom-System aufbauen lässt.  

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Exzellenter Komfort: Zum Lieferumfang gehört eine Docking Station, die auch zum Laden des Akkus dient. Wäh- rend die schlichte Anschlussbox hinter der HiFi-Anlage ver- schwinden kann, glänzt die Fernbedienung mit Farbdisplay für Titel und Cover, sodass sich ein exzellenter Komfort ergibt. Im Multiroombetrieb mit meh- reren Playern lassen sich diese auch auf die Wiedergabe der- selben Musik synchronisieren.

Als Musikquellen dafür dienen üblicherweise lokale Speicher wie der PC oder eine NAS-Festplatte (Network Attached Storage), aber auch das Internet mit Webradio und Musikdiensten. Anders als die meisten Netzwerkplayer nutzt die Squeezebox für die Kommunikation im Heimnetz nicht das UPnP-AV-Protokoll, sondern das SqueezeCenter. Diese bisher als SlimServer bekannte Server-Software wurde von SlimDevices entwickelt, einer US-Firma, die 2007 in Logitech aufging.

Zwar bietet das SqueezeCenter einen hohen Funktionsumfang und generiert auch die vorbildliche Benutzeroberfläche des Fernbedienungs-Displays, doch hat diese proprietäre Lösung auch Nachteile. So muss für Video- und Foto-Netzwerkplayer eine zweite Server-Anwendung auf dem PC laufen, und außerdem lassen sich nur solche NAS-Festplatten als zentrale Musikspeicher verwenden, auf denen das Squeeze Center installiert ist oder installiert werden kann. Das ist zum Beispiel bei den NAS-Platten von QNAP der Fall. Der Vorteil von NAS-Systemen liegt ja darin, dass der Computer für die zentrale Musikversorgung nicht eingeschaltet sein muss.

Punkten kann das SqueezeCenter durch seine Fähigkeit, Musikformate zu transcodieren, was mit AAC, WMA Lossless und Apple Lossless geschieht. Dadurch ergibt sich eine beeindruckende Formatvielfalt, denn direkt ohne Transcodierung kann Duet bereits MP3, Ogg, FLAC und WAV wiedergeben. WAV klappt bei dem im Preis von 400 Euro enthaltenen Netzwerkplayer bis 44,1 Kilohertz. Möglich ist auch der Zugriff auf Musik, die in der iTunes-Software verwaltet wird, nicht aber auf gekaufte Songs aus dem iTunes Store. Das lässt Apple strikt nur für eigene Geräte zu.

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Exzellenter Klang: Für 299 Euro bietet Logitech die Steuereinheit des Duet-Systems auch einzeln an. Damit lässt sich - bei vollem Komfort - der Highend-Netplayer Transporter steuern, der die Wiedergabe von PCM-Musikmaterial mit 24 Bit / 96 Kilohertz ermöglicht. Test in stereoplay 12/06.

Online-Musik bietet die Squeezebox Duet in Form von Webradio, und zwar direkt von Shoutcast und Live 365. Die sonstigen Dienste sind hierzulande auf mp3-tunes und Live Archive Music begrenzt, während in den USA auch Rhapsody und Pandora laufen.Der Computer wird für Webdienste nicht benötigt, da das Basisgerät dauernd mit dem Netzwerk per Router verbunden ist, der alle Teilnehmer mit dem Internet-Zugang versorgt. Als Transportweg für die Musik dient also Standard-Netzwerktechnik, die per LAN oder drahtloses WLAN-B/G ausgeführt sein kann. Für letzteres bietet Duet die weitgehend sichere WPA2-Verschlüsselung.

Die Fernbedienung als zentrales Steuerelement kommuniziert über WLAN-Funktechnik, sodass sich - im Gegensatz zu Infrarot-Typen - eine exzellente Reichweite ergibt. Das 2,4-Zoll-Farbdisplay fügt sich harmonisch in das schicke, handliche Gehäuse ein und zeigt neben den ID3-Tag-Infos und Verzeichnisinhalten auch Albumcovers an. Die Bedienung ist iPod-ähnlich und sehr übersichtlich.

Für den Anschluss der Basiseinheit stehen beide Arten von Digitalausgängen sowie ein Line-Ausgang mit vorgeschaltetem Wolfson-Digital/Analogwandler zur Verfügung. Dessen Abtastfrequenz ist auf 44,1 Kilohertz begrenzt, für 96 Kilohertz kann jedoch der Transporter in das System integriert werden.

Sowohl mit Linear PCM als auch mit FLAC klingt freilich auch der Wolfson-Wandler sehr transparent, ausgewogen und feinzeichnend. Wohlige Grundtonwärme verhilft Stimmen zur gewünschten Authentizität, auch  knackige Percussions-Impulse kommen spritzig und klar.

Logitech Squeezebox Duet

HerstellerLogitech
Preis400.00 €
Wertung54.0 Punkte
Testverfahren1.0

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