Streaming-Lösung

Multiroom-System Peaq Munet im Test

Auch Media Markt und Saturn haben den Trend zu drahtlosen Multiroom-Systemen erkannt. Die Haus-eigene Streaming-Lösung Peaq Munet gibt es nur in den Fachmärkten und Online-Shops der beiden Elektronikketten.

MUNET Smart

© PEAQ

MUNET Smart

Die Eigenmarke PEAQ ist Kunden von Media Markt und Saturn schon länger bekannt. Unter demselben Namen verkaufen die Elektronikketten bereits Fernseher, Blu-ray-Player, HiFi-Systeme und Zubehör wie Kopfhörer oder Sound-Docks. Nun gibt es mit MUNET auch ein eigenes Multiroom-System.

Es besteht zum Start aus drei Produkten: einem Netzwerk-Player mit Tonausgängen für die Stereoanlage (MUNET Link, Typenbezeichnung: PMN 400) sowie den beiden Funklautsprechern MUNET Smart (PMN 300) und MUNET Pro (PMN 700).

PEAQ setzt ganz auf Funk

Alle drei empfangen ihr Programm drahtlos über WLAN aus dem heimischen Netzwerk und per Bluetooth direkt von einem Tablet oder Smartphone. Ethernet-Buchsen wie an den meisten anderen Multiroom-Systemen gibt es nicht. Wer mehrere Räume mit Musik versorgen will, braucht einen WLAN-Router. Der muss jedoch keine besonderen Voraussetzungen erfüllen, da PEAQ den bestens eingeführten Funkstandard 802.11g nutzt.

MUNET LINK

© PEAQ

Der MUNET LINK empfängt Musik drahtlos per WLAN oder Bluetooth und gibt sie über seine Tonausgänge analog und digital an die Stereoanlage weiter.

Hilfreich ist eine WPS-Funktion am Router, dann genügt zur Funkverbindung ein Druck auf die WiFi-Taste hinten am Gerät. Ansonsten lassen sich die Zugangsdaten auch von Hand per Smartphone, Tablet oder PC eingeben. Das dafür nötige lokale Funknetz spannen die MUNET-Geräte beim Druck auf die WLAN-Taste auf.

Der Bluetooth-Empfang ist immer aktiv. So können etwa Besucher ihre Musik sofort auf eines der MUNET-Geräte schicken, im ungünstigsten Fall aber auch dazwischen funken. Laut Sascha Klöckner - als Department Manager für PEAQ-Produkte zuständig - plant Hersteller Imtron deshalb ein Software-Update, das den Kurzstreckenfunk abschaltbar macht.

MUNET Link, MUNET Smart, MUNET Pro

© PEAQ

Die Sensorflächen sind an allen MUNET-Geräten gleich: "Standby" versetzt sie in den Ruhezustand (max. 2 Watt), "Mute" schaltet sie stumm. Bei verbundenen Stereopaaren wirkt die Mute-Taste auf beide Boxen, der Lautstärkeregler (Volume -/+) aber nur auf das jeweilige Gerät.

Reduziert aufs Wesentliche

Auch weitere Audioformate sollen mit der Zeit dazukommen. Offiziell spielt MUNET im Augenblick nur AAC-, MP3- und WMA-Dateien ab. Unkomprimierte WAV-Files funktionierten im Test teilweise schon, FLAC soll mit einem späteren Update folgen.

PEAQ MUNET Link (130€)

  • Testurteil: gut
  • Preis/Leistung: sehr gut
  • Fazit: Anschluss-Box fürvorhandene HiFi-Geräte, Klang hängt von der Stereoanlage ab

Auf High-Resolution-Wiedergabe müssen audiophile Musiksammler jedoch verzichten. Die Datenmenge wäre zu groß, um sie über ein 802.11g-WLAN zu schicken (siehe den Bluesound-Test ab Seite 88). So aber versorgt das WLAN laut Hersteller bis zu 14 MUNET-Geräte mit AAC-Musik (256 Kbps) - oder sieben drahtlose Stereopaare, denn die Lautsprecher MUNET Smart und Pro lassen sich auch paarweise zusammenschalten.

Die Fernbedienungs-App für iOS- und Android-Geräte sieht aus wie das Pendant zum Pure-System Jongo. Kein Wunder: Beide verwenden die Synchronisationstechnik Caskeid und dieselbe Software-Plattform. Auch das Webradio-Angebot (FlowRadio) mit mehr als 20.000 Live-Sendern und Podcasts aus aller Welt ist identisch. Media Saturn ergänzt es um den hauseigenen Musik-Dienst Juke, der für knapp zehn Euro im Monat jeden gewünschten Titel aus einem Katalog von 25 Millionen streamt.

Dabei lassen sich auch gleichzeitig verschiedene Songs auf die einzelnen Empfänger schicken. Allerdings mit einer Einschränkung: Die MUNET-App kann bislang nur einen Stream im Haus verteilen. Wer im Schlafzimmer ein anderes Programm hören möchte als im Wohnzimmer, braucht ein zweites Smartphone oder Tablet dafür.

PEAQ MUNET Smart (170€)

  • Testurteil: gut
  • Preis/Leistung: gut
  • Fazit: Kompakter Multiroom-Lautsprecher, der keine sehr hohen Lautstärken kann

Auch kommunizieren die Apps auf beiden Geräten nicht miteinander, sodass derzeit unklar bleibt, was anderswo in der Wohnung läuft. Hier will PEAQ mit einem Update nachbessern, das dann vielleicht auch die Reaktionszeit verbessert. Noch reagiert die App teilweise etwas verzögert auf Eingaben. Gruppierte Lautsprecher starten mit kurzem Zeitversatz, was der Caskeid-Technologie geschuldet sein dürfte - die zweite Box muss sich erst mit dem Master synchronisieren.

Überraschung im Hörtest

Klanglich kann man an den PEAQ-Playern nicht viel aussetzen. Vor allem der stattliche MUNET Pro punktete im Hörtest. Sein voluminöses Gehäuse (21 cm x 38 cm x 16 cm) mit zwei Bassreflex-Öffnungen auf der Rückseite und zweimal 20 Watt Verstärkerleistung sorgen auch in größeren Räumen für Partystimmung.

MUNET Link, MUNET Smart, MUNET Pro

© PEAQ

Die drei Geräte (MUNET Link, MUNET Smart, MUNET Pro) im Größen-Vergleich

PEAQ MUNET Pro (250€)

  • Testurteil: gut
  • Preis/Leistung: sehr gut
  • Fazit: Basskräftige Box, die auch größere Räume mit Streaming-Musik versorgt

Im Vergleich mit der Redaktions-Referenz in der 200-Euro-Klasse, dem Sonos Play:1, kann er nicht nur lauter spielen. Der MUNET Pro erreicht diesen Pegel auch, ohne im Bass deutlich abzuregeln. Sonos nimmt mit zunehmender Lautstärke tiefe Töne stärker zurück, damit der Lautsprecher nicht verzerrt. Allerdings bleibt das Klangbild des Play:1 auch dann angenehm rund, während der Pro und noch stärker der kleine Smart zu leichter Schärfe neigen, wenn es allzu laut wird.

Gespannt waren die Tester auf den Stereobetrieb mit gepaarten Lautsprechern. Gerade dann soll Caskeid seine Stärken ja besonders ausspielen. In der Tat bildete MUNET Instrumente etwas genauer auf der unsichtbaren Bühne ab als das Sonos-Gespann. Während die beiden Play:1 mit einem weiträumigen, aber leicht diffusen Klangbild faszinierten, schienen sich die Sänger bei MUNET eher "auf den Mund schauen" zu lassen. Allerdings muss man dazu schon ziemlich genau mittig vor den Boxen sitzen - und wer macht das schon bei einem Multiroom- System?

Fazit

Wer MP3-Musik ohne viel Aufwand streamen will, ist mit MUNET gut bedient. Bei den Multiroom-Funktionen besteht noch Nachholbedarf. Dafür schlägt das preiswerte PEAQ-System im Standby-Verbrauch alle Konkurrenten: Nur 2 Watt pro Gerät sind neuer Testrekord.

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