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Powerknopf, Hörtest und Webinterface

  1. Musical Fidelity Encore Connect im Test
  2. Powerknopf, Hörtest und Webinterface
Musical Fidelity Encore Connect Rückseite

© Musical Fidelity

Der USB-B-Eingang dient nur dem Service, die anderen USB-Eingänge nehmen aber Festplatten und Sticks entgegen. Ganz wichtig: die LAN-Schnittstelle. Über das Internet holt der Connect Updates, Metadaten und CD-Cover rein, außerdem greift er so auf das heimische Netzwerk zu. Mit drei analogen und vier digitalen Schnittstellen ist der Encore Connect gut bestückt.

Drei Wege 

Die streng symmetrisch designte Frontplatte beherbergt ein hübsches und informatives Display. Es ist ohne Weiteres möglich, alle Funktionen direkt am Gerät zu steuern. Man kann dafür aber auch auf die Fernbedienung oder eine App zurückgreifen. So ist das Gerät flexibel und bleibt dennoch autark.​

Die schiere Zahl der Bedienelemente (von denen selbst die kleinsten aus Aluminium sind) zeigt, dass hier viele Funktionen nur auf ihre Aktivierung warten. Navigiert wird mit einem großen Drehrad auf der linken Seite nebst dazugehörigen Enter- und Zurück-Tasten. Der Drehknopf auf der rechten Seite ist hingegen ganz klassisch ein Lautstärkesteller. Und zwar einer, der sowohl schön „satt“ läuft als auch den Händen schmeichelt. Überhaupt ist der Encore Connect sehr solide verarbeitet und trotz des fehlenden Ringkerntrafos 16 kg schwer!​

Nur die Fernbedienung bekleckert sich nicht gerade mit Ruhm. Dass eine so wenig ansprechende Kunststoff-Fernbedienung dem Gerät beiliegt, lässt sich wohl nur damit erklären, dass die Entwickler erwarten, dass zur Steuerung in erster Linie eben doch die MuFi-Encore-App verwendet wird.​

Powerknopf to the People? 

Das Gerät ist wie gesagt so konzipiert, dass es permanent am Stromnetz bleibt – wegen der nächtlichen Updates. Es hat konsequenterweise keinen Power-Knopf. Wer den Connect aber doch mal vom Stromnetz trennen möchte/muss, kann über das Menü den Punkt „Quit“. auswählen. Wer das Gerät nur in den Standby-Betrieb versetzen möchte, erledigt dies entweder per Fernbedienung oder ebenfalls über das Menü („sleep“).​

Zu Beginn des Hörtests waren folglich alle Bauteile auf Betriebstemperatur und so erklang zuerst Tori Amos’ „Father Lucifer“ vom Album „Boys For Pele“. Die Auflösung der Stimme ließ unmittelbar aufhorchen. Amos’ Artikulation war sagenhaft genau zu hören, dabei klang das Stück aber sehr angenehm, räumlich sauber platziert und atmosphärisch. Die hohe Abbildung der Trompete ließ die Testerohren lächeln. Der Rest des Hörtests stand dann überwiegend im Zeichen von John Coltrane und Miles Davis.​

Hörtest

​Nach dem Grund für die Aufnahme von ruhigen Standards für das Album „Ballads“ gefragt, antwortete John Coltrane mal, er habe Abwechslung gebraucht, ein anderes Tempo. Und so zeigt sich der Saxofonist hier sehr lyrisch, gefühlvoll und – was die Zahl der gespielten Noten angeht – äußerst zurückhaltend. Die feine Hochtonauflösung des Encore Connect lenkte die Aufmerksamkeit immer wieder auf die Becken, die Schlagzeuger Elvin Jones gefühlvoll und stellenweise beinahe zart spielt und deren Feinheiten man schnell überhört.​

Die genaue Positionierung, die tiefe Bühne und der insgesamt sehr klare Klang machen den Musical Fidelity zu einem idealen Gerät für die Wiedergabe komplexer oder manchmal auch anstrengender Musik, wie man sie auf dem Album „Bitches Brew“ von Miles Davis zu hören bekommt. Plötzlich lichtet sich hier das vermeintliche Chaos; ein fantastischer​ Überblick sorgt dafür, dass man das Geschehen viel besser nachvollziehen kann.​

Im Studio versammelten sich zahlreiche Musiker; zwei Schlagzeuger – verteilt auf beide Kanäle – spielten gleichzeitig, ebenso zwei, bei einem Stück sogar drei E-Pianos (links, rechts und Mitte). Dieses Klanggeflecht zum Genuss zu machen ist keine einfache Aufgabe. Der Encore Connect meisterte sie mit Bravour. Man kann sich hier mühelos in einen Rausch hören, vorausgesetzt man mag den „elektrischen“ Miles Davis. Wer ihn nicht mag, nimmt einfach irgendetwas anderes – Genuss ist garantiert.​

Musical Fidelity Encore Connect App

© WEKA Media Bublishing GmbH

Der Musical Fidelity Encore Connect lässt sich auch per App bedienen.

Bedienung und Web-Interface

​Es war Anthony Michaelson wichtig, ein autarkes Bedienkonzept zu entwickeln, das unabhängig von Smartphones und Tablets geschmeidig funktioniert. Klar, die meisten Nutzer werden wohl ein Tablet mit der Encore-App nutzen, etwa um die Abbildung der Covers in ansprechender Größe zu genießen. Nötig ist dies aber nicht, da man den Encore auch mit der Fernbedienung sowie am Gerät selbst problemlos komplett steuern kann.​

In letztem Fall kommt man in den Genuss der Vollmetallbedienelemente. Wie man sich auch entscheidet: Das Bedienkonzept wirkt entschlackt und aufgeräumt, man vermisst im täglichen Betrieb aber keine Funktionen. Wer einen Internet-Radiosender wechselt oder einen neuen Titel startet, braucht ein paar Sekunden Geduld – dafür läuft die App aber sehr stabil. Im Testzeitraum stürzte sie weder ab noch hängte sie sich auf, was wahrlich keine Selbstverständlichkeit ist.​

Wer entweder die eigene Musiksammlung auf den Connect übertragen will oder die auf der internen Festplatte gespeicherte Musik editieren will, braucht dafür einen PC, der im selben WLAN läuft und auf dem der Browser Google Chrome installiert ist. Über die Adresse encore.local/ gelangt man auf die Web-Oberfläche, die das Editieren ermöglicht. Hier kann man auch ganz einfach Musik auf den Encore Connect kopieren (Drag and Drop). Übrigens: Pünktlich zur Münchener HIGH END im Mai soll eine separate Connect-Endstufe auf Basis der M8-500S-Endstufe mit ordentlich Dampf im passenden Gehäuse erscheinen...​

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