Testbericht

Musik-Server Sony Giga Juke

Diese Kompaktanlage von Sony speichert Musik nicht nur - sie sortiert sie auch nach Lust und Laune des Hörers.

  1. Musik-Server Sony Giga Juke
  2. Datenblatt
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© Archiv

Von Sony stammt das kleine Wunderwerk Giga Juke, eine Kompaktanlage für rund 700 Euro. Auf den ersten Blick ein harmlos unscheinbares Mini-System im auf Hochglanz getrimmten Plastik-Schick. mit Zwei-Wege-Boxen mit schmucken Hochtöner plus einer 13-Zentimeter-Tiefton-Kalotte. Der Klang ist harmonisch, mit einem leicht überbetonten Bass, der entsteht, wenn sich kleinere Anlagen ein bisschen Respekt verschaffen wollen und dafür Grundton und Oberbass mästen. 

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© M.Wehner

Mit der übersichtlichen Fernbedienung lässt sich die Giga Juke problemlos bedienen.

Die 80 Gigabyte große Festplatte, die Netzwerkschnittstelle, der USB-Eingang und vor allem das erstaunlich große, brillante Farbdisplay aber verraten: Da steckt mehr drin. Ein Musikserver nämlich, der mit dem Netzwerk und dem Internet verbunden werden kann. Der CDs nicht nur abspielt, sondern auf Wunsch auch auf Festplatte speichert. Und der online bei der größten kommerziellen CD-Datenbank Gracenote Titel und Interpret abfragt. Die Sony Giga Juke hortet Titel mit Daten-raten bis zu 320 Kilobyte pro Sekunde. Das macht bei 80 Gigabyte nach Adam Riese - ach, lassen wir den Taschenrechner stecken, denn beim Auslesen der Titel teilt das System stets mit, wieviel Stunden Musik bei der gewählten Datenrate gespeichert werden können (maximal bis zu 600). Ohnehin muss man sich bei der Giga Juke um nichts mehr kümmern. Radiosender lassen sich automatisch finden, speichern und aufnehmen, die Netzwerkeinstellung sind ruckzuck konfiguriert, und wer mal nicht weiter weiß, findet sämtliche Antworten in der vorbildlichen Bedienungsanleitung. Auch Aufnahmen von externen Quellen sind möglich, sogar mit Erkennung, ob Musik, Sprache oder Stille aufgezeichnet wird.

Mister X als DJ

Doch das Sony-System kann noch mehr. Nachdem man also die komplette CD-Sammlung, per Netzwerk die digitale Musik vom Computer und zusätzliche alle Dateien eines USB-Sticks eingespeist hat, schaltet man das Gerät einfach aus. Und wartet. Ein kleines blau-pulsierendes Lichtlein signalisiert dem Beobachter: Hier wird gearbeitet. Jedes Stück wird nun geprüft - Sony nennt es "Zwölfton-Analyse". Will heißen, die Lieder werden nach Tempo, Dynamik und weiteren Kriterien ausgewertet. Und wenn der Besitzer am nächsten Tag aufwacht und das System einschaltet, hat dieses bereits sämtliche Stücke auf der Festplatte genau unter die Lupe genommen und für verschiedene Stimmungen und Einsatzmöglichkeiten vorbereitet. Die "xDJ" genannte Funktion serviert dann ein ausgewähltes Musik-Menü: empfohlene Stücke für den Morgen, Mittag oder Abend; Lieder, die sich für Stimmungen von "peppig" über "energiegeladen" bis "entspannt" eignen; Wiedergabelisten, die zum Joggen, Walken, Abtanzen oder Kuscheln geschaffen wurden. Von Abba bis ZZ Top, von Folk bis Elektro, von Gitarre bis Geige, jeder Song wird wie von Geisterhand passend einsortiert. Dabei können sich Lieder in verschiedenen Kanälen, so nennt Sony die einzelnen Stimmungsbilder, durchaus doppeln. Dennoch überraschen die Wiedergabelisten immer wieder. Man findet Stücke von den Waterboys direkt nach einem Song von Faithless, Heather Nova ertönt gleich nach Bloc Party - und es passt! Die einzelnen Blöcke lassen sich jederzeit auf USB-Sticks oder Sony-Walkman-MP3-Player exportieren, damit auch Wunschzettel zum Beispiel mit dem Namen "Laufen" einen Sinn ergeben. Und natürlich können auch Playlisten nach eigenem Gusto erstellt werden.

Fazit:

Es gibt ähnlich intelligente Lösungen auf dem Markt, aber diese sind rund zehnmal teurer als die preiswerte und smarte Giga Juke von Sony. Ein stimmiges Konzept. Wetten, dass dieses pfiffige Gerät auch Nutzer in seinen Bann zieht, die normalerweise nichts von Kompakt-Anlagen halten?

Sony Giga Juke

HerstellerSony
Preis700.00 €
Wertung75.0 Punkte
Testverfahren1.0

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