Testbericht

NAD M5

Auf wenige Geräte haben wir länger und gespannter gewartet als auf den Superplayer M5 von NAD. Jetzt tritt er an. Und was lange währt ...

  1. NAD M5
  2. Datenblatt
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© Archiv

Redaktion und Leserschaft harrten sehnsüchtig des mit 2250 Euro so untypisch teuren M5, des CD/SACD-Players in der ambitionierten "Masters"-Serie von NAD. 

War das inzwischen kanadisch-taiwanesische Unternehmen traditionell für eher rustikal gefertigte Geräte bekannt, die im unteren Preissegment exzellenten Klang lieferten, so  bricht der von Hausentwickler Björn Erik Edvardsen verantwortete Spieler schon äußerlich mit dieser Vergangenheit: Die Verarbeitung und das Innenleben präsentieren sich vom Feinsten.Der über 8,6 Kilo schwere, stahlgewandete Spieler erntete bewundernde Blicke, als er endlich in der Redaktion eintraf. Schließlich belegt schon das Anschlussfeld highendige Ambitionen wie auch die ernsthafte Pflege des Zusatznutzens "Mehrkanal-Fähigkeit". Neben der Standard-Ausstattung gibt es professionelle AES/EBU-Anschlüsse für die digitale Weitergabe von Stereo-CD-Daten; die analogen Pendants verfügen über Cinch- und symmetrische XLR-Buchsen samt Pin-Belegungsnachweis; dazu kommen Cinch-Buchsen für alle sechs Kanäle von entsprechenden SACDs und nicht zuletzt eine RS-232-Schnittstelle für die Verbindung zum Windows-PC.

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Inklusive symmetrischer Ausgänge

Voll im Bilde

Nicht wundern, sondern freuen sollte man sich über den mit "Video Out" etwas missverständlich gekennzeichneten Composite-Ausgang. Über die Cinch-Buchse gibt der Audioplayer natürlich keine DVD-Bilder raus, vielmehr erleichtert er per On-Screen-Display (OSD) erheblich das nach allen Regeln der Kunst funktionierende Bassmanagement für SACDs. Oder man erhält am angeschlossenen Bildschirm vollen Einblick in das Programm von MP3- oder WMA-CDs, die der M5 auch wiedergeben kann. Bevor High Ender zu nörgeln beginnen: Selbstverständlich lässt sich der komplette Bildpart auch ausschalten, damit die Audiosignale elektrisch völlig unbehelligt ihre Ausgänge erreichen. Jene sind für Multikanal-SACD und Zweikanal getrennt, wobei die Stereoausgänge sich der Vorverstärkung mit NAD-eigenen Modulen in Mini-Kühlkörpern erfreuen. Diese beziehen ihre Energie wie der gesamte analoge Part inklusive den intern mit 24 Bit/192 Kilohertz arbeitenden Burr-Brown-Wandlern aus einem konventionellen Netzteil, während die Digitalsektion sich aus einem Schaltnetzteil versorgt. Das logiert wiederum in einem schirmenden Lochkäfig neben dem ebenfalls eingekapselten, extrem ruhig rotierenden Laufwerk.

Voll im Saft

So störte nichts den spannungsgeladenen, ultraleisen Beginn des Finalsatzes von Bruckners Fünfter Sinfonie. Dieses Traumstück aus der AUDIO-CD "pure music 3" stellt mit seiner extremen Dynamik auch CD-Spieler vor schwerste Aufgaben. Der NAD M5 meisterte sie wahrhaft "Masters"-würdig. Das kecke Klarinetten-Motiv, die sanften Streicher-Pizzikati, die sanft anwogende Orchesterflut: Schnell war klar, dass hier ein großer Hörtest ablief.   Bei grandiosen Tutti-Stellen oder rockenden Parforce-Ritten wie Dream Theaters "Train Of Thought" stand die energiegeladene Musik voll im Saft. Der bis auf einen eigenartig erhöhten Jitter-Wert auch messtechnisch tadellose M5 schleuderte die Impulse ansatzlos mit voller Wucht, ohne das Klangbild zu verwackeln. Und ohne es aufzurauen, was der Jitter befürchten ließ. 

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Netzteil und Laufwerk sind jeweils gekapselt

Offensichtlich ist das Gesamtkonzept stabil genug, um den Mini-Makel auszustehen. Die Flöten und Oboen in Mozarts "Figaro"-Ouvertüre auf "pure music 3" bliesen inmitten des Streicher-Wirbels jedenfalls unbeirrbar ortsfest, klangschön, penibel nuanciert und dynamisch. Das war bereits die ganz hohe Schule der CD-Wiedergabe.Auch für die zweikanalige SACD zeigte der NAD diese Klasse - mit Bestnoten für Wucht und Drive, was Erich Kunzels "Masters And Commanders" (Telarc/in-akustik) zum krachenden Gute-Laune-Spektakel machte. Auch für Detailarbeit und Präzision gibt es mindestens "sehr gut", denn Arnaldo Cohens halsbrecherische Klavier-Kaskaden in Liszts "Totentanz" (BIS/Klassik Center) rasten mit der Disziplin eines Formel-1-Piloten durch den Partitur-Parcours.

Was den Notendurchschnitt der Reifeprüfung betrifft, musste der NAD lediglich spürbar teureren Kandidaten vom Schlage eines T+A SACD 1250 R (3000 Euro) den knappen Vortritt lassen. Der Herforder bildete komplexe Strukturen noch transparenter ab.

Voll im Raum

Aber der NAD konnte ja noch die Trumpfkarte Mehrkanal ziehen. Es war unfassbar, wie punktgenau der M5 den Raum etwa der superben Chor-SACD mit Motetten des Renaissance-Komponisten Guillaume Bouzignac (Tacet) nachzeichnete. Das Sächsische Vocalensemble füllte die imposante Größe der Bautzner Michaeliskirche aus, ohne in waberndem Hall zu versinken. Da kam selbst der wirklich exzellente Surrounder T+A SADV 1250 (4500 Euro) in Bedrängnis. Der Multiplayer schien im Bass minimal aufzudicken und -Tiefenschärfe einzubüßen.

Der CD/SACD-Spezialist NAD M5 brachte so viel Schwung und Sauberkeit in das Chorgeschehen, dass der Autor seine SACD von Pink Floyds "The Dark Side Of The Moon" (EMI) mal wieder in Surround hören wollte. Der "Master"-Spieler von NAD zauberte den uralten Quadro-Mix des Pop-Meisterwerks wie neu in den Hörraum. Wirklich meisterlich.

Fazit

Was lange währte, wurde endlich gut. In der exklusiven Liga der CD-Spieler mit Mehrkanal-SACD-Fähigkeit spielt der NAD M5 ganz oben mit. Dass er nebenbei Preis-Leistungs-Champion ist, entspricht guter NAD-Tradition. 

NAD M 5

HerstellerNAD
Preis2250.00 €
Wertung115.0 Punkte
Testverfahren1.0

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Wer ist die Nummer eins? -

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