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Die neuen Tomtom Go Navis im Vergleich

Tomtom hat die Go-Serie um die Modelle 50, 60, 500, 600, 5000 und 6000 erweitert. Wir vergleichen für Sie die neuen Varianten.

Navis

© Tomtom

Navis

Ganz neu dabei sind die 10er-Modelle Tomtom Go 50 und 60 (mit 5- und 6-Zoll-Display), die mit Preisen von 179 und 199 Euro werben. Und für Einstiegsmodelle sind sie erstaunlich erwachsen: Tomtom spart hier zwar am Display, das ein mattes, resistives geworden ist und keine Multitouch-Befehle verarbeiten kann, und auch die Halterung ist simpler ausgefallen.

Sonst aber besitzen die kleinen 10er alle Funktionen ihre großen Geschwister: lebenslang kostenlose Live-Staumeldungen via Bluetooth-Tethering und kostenlose Karten-Updates. Die Tomtom-Go-Familie ist also wie folgt aufgebaut: Die Modelle Go 50 und 60 kommen mit dem einfachen Display und einer Passivhalterung, Go 500 und 600 haben für 199 und 249 Euro die aktive Magnethalterung und ein kapazitives Multitouch-Display.

Beide Serien rufen die Live-Dienste per Bluetooth-Tethering vom Smartphone des Nutzers ab. Die Topmodelle Go 5000 und 6000 schließlich (299 und 349 Euro) bieten eine integrierte SIM-Karte, die Staumeldungen selbsttätig und auch im Ausland empfängt - ohne Extragebühren oder Tethering. Ein starkes Angebot.

Tomtom

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Die Tomtom-Go- Naviserie wurde um eine Einsteigerlinie ergänzt und bekam ein umfassendes Software-Update. Grund genug für einen Nachtest des Navi-Klassikers.

Evolution der Software

Dabei lief der Start der neuen Go-Familie vor gut einem Jahr alles andere als rund: Da Tomtom seine Navigationssoftware von Grund auf neu programmiert hat und damit schlicht und einfach noch nicht ganz fertig war, fehlten dem Go einige Funktionen - die Sprachsteuerung zum Beispiel, aber auch viele kleinere Funktionen wie das hauseigene "Mapshare", mit dem man Kartenfehler auf dem Gerät korrigieren und seine Erkenntnisse mit anderen Nutzern teilen kann. Außerdem knirschte es hier und da gewaltig im Getriebe, Abstürze und Hänger waren zum Teil an der Tagesordnung.

Das ist jetzt vorbei: Mit der Version 13.057 (Ende Juni) und erst recht mit der Version 13.060 (Anfang September) hat die Software einen riesigen Sprung nach vorne gemacht. Das fängt schon bei der Kartendarstellung an, die nun viel farbenfroher und freundlicher aussieht, und geht bis hin zu vielen kleinen Zusatzfunktionen wie den erweiterten Pull-Down-Menüs, die beim Drücken auf die eigene Position oder einen beliebigen Punkt auf der Karte erscheinen.

Die halbtransparent über der Karte eingeblendeten Menüs sehen ebenso modern wie elegant aus. Allerdings sind sie erst nach einer Eingewöhnungszeit auch einfach zu verstehen: Eine klassische Zieleingabe gibt es nicht, stattdessen den Menüpunkt "Suche", hinter dem sich eine mächtige Volltextsuche verbirgt, die unter Umständen schon nach den ersten paar Buchstaben das richtige Ziel findet.

Screenshot

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Hilfestellung: Da Wischgesten beim Go 50 nicht optimal funktionieren, finden sich im Menü seitliche Tasten.

Wer mag, kann auch ganz herkömmlich zuerst die Stadt eingeben, gefolgt von Straße und Hausnummer. Die ebenfalls per Software-Update nachgelieferte Sprachsteuerung funktioniert nicht bei frühen Modellen, denen das integrierte Mikrofon fehlt. Das sind beim Go 600 alle Seriennummern mit QE und QF am Anfang, beim Go 500 trifft es die Modelle mit QI und QJ. Die anderen Geräte sollen mit einem der nächsten Updates sogar eine Freisprechfunktion bekommen.

Smartphone und Tablet sind beliebte Staumelder

Einfacher mit Multitouch

Viel Wert legt Tomtom seit jeher auf die Seitenleiste, in der außer Staus auch Tankstellen und andere Rastmöglichkeiten entlang der Route im Voraus gezeigt werden. Bei den Modellen mit 6-Zoll-Bildschirm kann diese Leiste breiter dargestellt werden und so noch mehr Informationen zeigen. Künftig sollen hier auch Alternativrouten und Stauumfahrungen direkt angeboten werden.

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Platz da: Bei den 6-Zoll-Navis lässt sich die Seitenleiste verbreitern, damit sie mehr Infos anzeigt.

Derzeit weist das Tomtom noch per klassischem Popup-Fenster auf eine schnellere Route hin. Auch für die Bedienelemente gibt es mehrere Zoom-Größen, die die Bedienung weiter vereinfachen. Generell ist die Oberfläche auf die kapazitiven Displays der 100er- und 1000er-Modelle ausgelegt, auf denen man wie bei einem Smartphone mittels Wischgesten die Karte zoomen oder sich durch die Menüs scrollen kann.

Auf den klassischen resistiven Displays der Go 50 und 60 tut man sich damit prinzipbedingt schwerer, doch Tomtom hat die Elemente gut angepasst: Statt zu wischen kann man im Menü auch mit Pfeiltasten nach links und rechts scrollen. Manchmal erfordert das Display jedoch ein nachdrücklicheres Kommando, zum Beispiel mit dem Fingernagel statt mit der Fingerkuppe.

Screenshot

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Praktisch: Unterwegs kann man sich stets einen Überblick über die drei besten Routen verschaffen.

Sehr hohes Niveau

Das war's aber auch schon an Einschränkungen: Souverän und zuverlässig führen auch die neuen Einsteigermodelle - hauptsächlich dank des Staudienstes Tomtom Traffic. Über Land mögen die Konkurrenten mittlerweile ähnlich genaue Meldungen vertreiben, in der Stadt ist Tomtom nach wie vor mit Abstand am genauesten. Das heißt nicht, dass man immer staufrei ankommt - doch in neun von zehn Fällen hat Tomtom fast auf den Meter recht.

Google Maps im Test - Massiv verbessert

Da die Grafik bei allen Modellen identisch ist, schneiden auch alle gleich ab. Beim 6-Zoll-Gerät sieht man noch etwas mehr von der Karte, weshalb es bei der Zielführung insgesamt vorne liegt. Der einzige Kritikpunkt gilt für alle Modelle: Auch die Sprachanweisungen sollten endlich überarbeitet werden.

Am Ende des Familientreffens steht damit ein überraschendes Fazit: In dieser Familie gibt es keinen Ausreißer. Wer schnell am Ziel ankommen will, dem sollte im Prinzip schon das Tomtom Go 50 reichen. Alles andere ist Luxus, aber der kann sich lohnen: Display und Docking-Station des 500ers sind den Aufpreis von 20 Euro absolut wert, ebenso wie die integrierte SIM-Karte (100 Euro) oder das 6-Zoll-Display des Topmodells Go 6000.

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