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Testbericht

Navigon 70 Premium Live

Navigon 70 Premium Live
Labortest
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Navigon 70 Premium Live
Navigation
Pro
  • dynamischer Fahrspurassistent
  • 3D-Panoramaansicht
  • aufwendige Kartendarstellung
  • Tunnelassistent
Contra
  • langsame Routenberechnung
Fazit

Das Navigon 70 ­Premium Live für satte 350 Euro ist ein echtes Tausendsassa-Navi.

Live-Dienste, Sprachsteuerung und Städte komplett in 3D: Das Navigon 70 ­Premium Live für satte 350 Euro ist ein echtes Tausendsassa-Navi.

Navigon 70 Premium Live ist ein gut klingender Name, der den Neuling fast schon zum Erfolg verpflichtet, zumal sich bislang sämtliche Topmodelle der Würzburger Navi-Schmiede einen der vorderen Plätze in der connect-Bestenliste sichern konnten. Die Zutaten für das Navigon-Erfolgsrezept: eine tadellose Zielführung, gut getimte Sprachansagen sowie allerlei Licht- und Sicht-Beigaben.

Und auch dieses Mal scheinen die Zeichen wieder gut zu stehen, zumindest wenn man in die Ausstattungsliste des 70 Premium Live blickt: dynamischer Fahrspurassistent, 3D-Panoramaansicht, 3D-Stadtbild, Landmark View 3D – und als i-Tüpfelchen kommt das ganze Komfortpaket auch noch mit internet­basierten Live-Diensten daher. Somit empfängt das 70 Premium Live die Verkehrsdaten genauer als TMC und TMC Pro, Ziele lassen sich ganz einfach via Google eingeben, man kann jederzeit aktuelle Wetterdaten oder ­Benzinpreise abrufen. Die Dienste sind die ersten 15 Monate kostenlos, danach fallen jährlich 49,95 Euro an.

Hier werden die 3D-Gebäude transparent dargestellt, um die Übersicht nicht zu  behindern.
Hier werden die 3D-Gebäude transparent dargestellt, um die Übersicht nicht zu behindern. ©
Gut Ding will Weile haben

Navigon-typisch geht die Zieleingabe auf dem großen 5-Zoll-Touchscreen sehr zügig vonstatten. Frühzeitig werden passende Vorschläge in der Ortsvorauswahl angezeigt. Alternativ lassen sich die Ziele mit ein wenig Übung ohne Probleme über die Sprachsteuerung aktivieren. Und auch die Zieleingabe via Google klappt denkbar einfach. Alles scheint perfekt.

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Doch plötzlich folgt der erste Dämpfer: Nach dem Start der Routenberechnung vergeht deutlich mehr als eine Minute (!) für eine ­Strecke von Hamburg nach Stuttgart, ehe sich die hübsche Kartenansicht vor unseren Augen langsam aufbaut. Das überrascht doch sehr. Also noch mal von vorne: Zielführung abbrechen. Ziel erneut eingeben. Warten. Und es bestätigt sich: Auch bei der zweiten Berechnung lässt sich das 70 Premium Live mit aktiviertem ­MyRoutes derartig viel Zeit, dass man glaubt, die Software sei abgestürzt. Gerade als wir es zwecks Reset von der Scheibe abhängen ­wollen, taucht endlich die Kartenansicht auf.

Lange Wartezeit bis zur Route

Die Erklärung: MyRoutes berechnet ­zunächst drei verschiedene Routen, was bei einer längeren Strecke schon mal etwas dauern kann. Dann gilt es, die passende Variante auszuwählen; meist entpuppt sich die mit „My­Routes“ ausgezeichnete Variante als die beste. Liegen Staus auf der Strecke, werden erneut mehrere Alternativen berechnet, was auch ­dauert. Wieder muss der Nutzer zwischen zwei Routen wählen, wieder vergeht Zeit. Abgesehen davon nahm unser Testgerät an dieser ­Stelle keine Befehle mehr über den Touchscreen an. Man muss warten, bis sich die Karte nach ca. 30 Sekunden vollständig aufgebaut hat. Das alles könnte doch ein bisschen zackiger gehen. In Zeiten intelligenter Navis mit ­Internetanbindung sollte nicht nur das Routing, sondern auch Zieleingabe und Routenberechnung so intelligent und zügig gelöst sein, dass sie den Fahrer nicht nerven und ihm die eine oder andere Entscheidung abnehmen.

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Auch bei ­mehr­spurigen Straßen kann man noch sehr gut erkennen, wo man langfahren muss.
Auch bei ­mehr­spurigen Straßen kann man noch sehr gut erkennen, wo man langfahren muss. ©

Obwohl Live-Dienste, MyRoutes und die aufwendige Kartendarstellung spürbar an den Ressourcen des Navigon 70 Premium Live ­nagen, ist die Qualität der berechneten Routen tadellos: Sowohl innerstädtisch als auch auf Überlandfahrten leistete sich das Navigon so gut wie keine Irrtümer. Lediglich ein einziges Mal vergaß es, eine Abfahrt zurück in die ­Stuttgarter Innenstadt anzusagen. Angesichts der insgesamt voll und ganz überzeugenden Performance verzeiht man dem Navigon ­diesen Fehler dann aber doch aber gerne.

3D – olé!

Bei der Kartenansicht blüht das Navigon 70 Premium Live voll auf. Vor allem in Groß­städten – in unserem Fall die Schwaben­metropole Stuttgart – hat das Komfort-Navi ein echtes Schmankerl parat: Sämtliche ­Gebäude werden vollständig dreidimensional dargestellt. Die Straße zwischen den Häuserschluchten ist so klar unterteilt, dass man die unterschiedlichen Fahrbahnen erkennen kann. Die Gebäude werden zwecks Übersichtlichkeit beim Vorbeifahren transparent, die Straße verliert sich zwar hinter Kurven und Biegungen, das stört die Orientierung aber nicht weiter.

Außer mit dieser Spielerei wartet das Navigon 70 ­Premium Live mit allen derzeit verfügbaren Orientierungshilfen auf: Hierzu zählen Signposts, Spurassistent, detaillierte Ansichten von Autobahnkreuzen sowie der überaus hilfreiche Tunnelassistent, der dem Fahrer nicht nur die verbleibende Tunnellänge und Abzweigungen in der Röhre anzeigt, sondern auch rechtzeitig visuell über Abzweigungen im Tunnel informiert. Die Sprachausgabe gefällt ebenfalls mit gutem Timing, die Abbiegehinweise werden inklusive Straßennamen sicher und rechtzeitig via Text-to-Speech angesagt.

Die 3D-Gebäudeansicht sucht in diesem Testfeld ihresgleichen.
Die 3D-Gebäudeansicht sucht in diesem Testfeld ihresgleichen. ©

Als Beigabe werden – wenn auch etwas holperig – Reiseinformationen aus dem Merian-Reiseführer souffliert; leider wird der interessante Geschichtsunterricht bei jeder Richtungsanweisung unterbrochen und beginnt von ­neuem. Da kann es schon mal vorkommen, dass man zum dritten Mal über die Stuttgarter Liederhalle informiert wird, obwohl man schon längst an ihr vorbei gefahren ist.

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Inhalt
  1. Navigon 70 Premium Live
  2. Datenblatt
  3. Wertung
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