Testbericht

Netzwerkplayer Linn Majik DS

Was der Linn Majik DS mit gewöhnlichen CD-Daten macht, grenzt an Zauberei. Wie jeder gute Magier braucht er dafür hinter den Kulissen ein paar Helfer.

  1. Netzwerkplayer Linn Majik DS
  2. Datenblatt
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© Archiv

Perfekt mit iPod

Durch das maßgeschneiderte Programm "SongBook" des englischen Spezialisten Bookshelf Apps (www.bookshelfapps.com) ), das AUDIO für diesen Test als Vorabversion ausprobieren konnte, wird der Apple-Musikus zum idealen Vermittler zwischen NAS-Archiv und Linn-Player. Die Titelauswahl, mit der ursprünglichen Linn-Software ein ziemlich spaßarmer Vorgang, der einen PC oder Laptop erfordert, geht mit dem schönen Handschmeichler nicht nur schneller und bequemer vonstatten, sondern gewinnt genau jene glatte und fließende Sinnlichkeit, die auch den Klang des Majik DS auszeichnet.

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© H. Härle

Die Hauptplatine des Majik gleicht jener des großen Bruders Akurate (5200 Euro). Nur dessen zweiter Wandler und die symmetrischen Ausgänge fehlen.

Jenseits von CD

Linn entwickelt das Frontend im Majik DS selbst, anstatt es wie sonst üblich zuzukaufen. So haben der Majik und seine DS-Brüder Sneaky und Klimax Fähigkeiten, die man nicht nur an CD-Spielern, sondern auch an den meisten anderen Netzwerkern vergeblich sucht. Mit einer Konsequenz, die sich ein Massenhersteller nie leisten könnte, ist der Majik auf hoch- bis höchstwertige Tonformate ausgelegt. Diesseits der CD-Auflösung spielt er lediglich MP3-Files. Andere datenreduzierte Formate sowie deren durch Kopierschutz-Sperren verstümmelte Download-Varianten ignoriert der Linn.

Viel verloren ist damit für den audiophilen Genießer freilich nicht. Denn dafür laufen WAV- und FLAC-Dateien in allen erdenklichen Auflösungen - bis hin zur 192-Kilohertz-Abtastrate und 24-Bit-Wortbreite.

Wichtiger als Kabinettstückchen mit den noch recht seltenen High-Definition-Dateien sind aber die klanglichen Leistungen mit traditionellem CD-Material.

Total neutral

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© H. Härle

Die beiden Ausgangs-Buchsenpärchen (rechts) geben wahlweise festen oder regelbaren Pegel aus. Der Majik kann damit auch direkt an eine Endstufe oder ein Pärchen Aktivboxen angeschlossen werden.

Entscheidend ist die Größe, Ruhe und doppelt destillierte Klarheit, mit der das Prachtstück von Linn jede Platte sie selbst sein lässt. Mit Hunderten von CD-Scheiben unter dem virtuellen Knöpfchen werden Hörsessions nicht nur spontaner und vielfältiger; sie zeigen auch jede noch so winzige Spur von Klang-Additiven, die ein Player in die Musik rieseln lässt. Im Output des Majik sind solche Beigaben beim besten Willen nicht zu entdecken. Erfahrene Vielhörer werden die geschmeidige Eleganz, den sehr offenen und beweglichen, aber nie ins Aufdringliche kippenden Stil des Majik von anderen Linn-Playern kennen.

Genial einfach

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© H. Härle

Neben Titel, Album und Interpret zeigt der Linn auch an, welches Format läuft. Hier sind es riesige 8,5 Megabit pro Sekunde...,

Das Bestechende am DS-Konzept ist, dass sich jeder Hersteller konsequent auf das konzentriert, was er optimal kann: Die bestmögliche Rekonstruktion des Originals aus digitalen Daten ist Linn-Domäne. Dadurch profitiert der Käufer überall dort, wo HiFi-Konsequenz nicht nötig ist, von einem Massenmarkt mit un-highendiger Preisstruktur:

Einen beträchtlichen Haken hatte dieses Konzept bislang allerdings trotzdem: Die mitgelieferte "LinnGUI"-Software, die man zwecks Musikauswahl mindestens einmal pro Hörabend braucht, bietet nur mageren Komfort. So lassen sich zum Beispiel keine unterschiedlichen Playlisten speichern, wie man es aus iTunes gewohnt ist, und auch die Plattencover werden nicht angezeigt. Vor allem jedoch braucht das Programm einen vollwertigen PC oder Mac, und nicht jeder Hörer konnte sich mit dem Gedanken anfreunden, zum Heraussuchen einer neuen Scheibe jedesmal das Notebook aufzuklappen.

Deshalb hat Linn den Steuer-Quellcode zugänglich gemacht und vertraut darauf, dass die Nutzer oder unabhängige Entwickler für jeden Anwendungsfall eine Lösung programmieren.

Die Software-Saat trägt mit der "SongBook"-Software, die auch CD-Cover anzeigt, bereits erste Früchte. Pocket-PC-Fans genießen mit "Kinsky-PDA" (kostenlos; http://oss.linn.co.uk/trac/ ) vergleichbaren Komfort.

Fazit

Das Edel-Gedeck mit NAS-Speicher und iPod als Controller macht aus dem Majik DS ein extrem elegantes Musiksystem. Der Klang bleibt dagegen unabhängig von der Peripherie: Wer diesen Player gehört hat, startet sofort mit dem CD-Rippen.

Linn Majik DS

HerstellerLinn
Preis2500.00 €
Wertung125.0 Punkte
Testverfahren1.0

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