Testbericht

Netzwerkplayer T+A MP 1250 R

Sie müssen kein Netzwerk-Experte sein, um den T+A MP 1250 R in Betrieb zu nehmen. Aber Sie werden schnell zum echten HiFi-Experten, wenn Sie ihn hören.

  1. Netzwerkplayer T+A MP 1250 R
  2. Datenblatt
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© Archiv

Vermutlich könnte selbst Tarzan den jüngsten Spross der Music-Player-Familie in Betrieb nehmen - vorausgesetzt, er betreibt in seiner Baumwohnung ein lokales Netzwerk. Der Player überprüft ganz autonom, ob er per drahtlosen Funk seine Daten erhält oder sich per Kabel mit dem Netzwerk-regulierenden Router verbinden soll. Die erste Variante erfordert ein paar Angaben mehr, das ist aber auch schnell erledigt. Zur Not hilft immer die schön verständlich geschriebene Bedienungsanleitung - einer der Vorteile, wenn Entwickler, Schreiber und Nutzer noch dieselbe Sprache sprechen. Aus einer ganzen Palette von möglichen Quellen wie Computer, Musik-Server, USB-Festplatten oder auch NAS-Platten (die unabhängig von einem PC Daten im Netzwerk parat halten) bietet der T+A dann schnellen Zugriff auf Musikdateien in jedem populären Format - außer den über iTunes erworbenen Musiktiteln, deren Abspielrechte sich allein Apple vorbehält. Dennoch darf ein Apple iPod dank beiliegendem Adapterkabel sehr gerne und problemlos am MP 1250 R andocken. 

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© H.Härle

Mit dieser Anschlussvielfalt kann man fast alles Digitale am MP 1250 R andocken.

Wem diese Auswahl noch nicht reicht, der findet garantiert das Passende im Internet-Radio. Einige populäre Sender sind bereits eingestellt, noch mehr Musik erhält der Nutzer durch einen Premium-Dienst namens "vTuner". Einfach kostenlos auf der angegebenen Internet-Seite einloggen und große Augen machen: Tausende von Internet-Radiostationen warten nur darauf, entdeckt zu werden. Und hat man das vertraute Trommeln der Amazonas-Indianer aus dem gerade vergangenen Urlaub gefunden, genügt ein Mausklick, und der Urwald-Sender ist abrufbereit auf dem T+A-Clienten gespeichert.

Einfach mehr

Klar, der MP 1250 R verarbeitet auch andere Stereo-Signale - seine beiden Digitaleingänge prädestinieren ihn zum hochwertigen D/A-Wandler für Set-Top-Box und CD-Player. Dann sogar mit bis zu 96 Kilohertz Samplingrate - die Netzwerkverarbeitung macht bei 48 Kilohertz Halt. Schade auf der einen Seite, immerhin gibt es inzwischen einige Downloadangebote für hochaufgelöste Musik, die so dem T+A-Player verwehrt bleiben. Auf der anderen Seite aber gar nicht so schlimm, denn mit einer FLAC-Datei in 24-Bit/48-Kilohertz-Auflösung brilliert der Player bereits so virtuos und kraftvoll, dass mehr Kilohertz vermutlich nichts verbessern würden. Das FLAC-Format komprimiert die Musik nicht, benötigt aber nur etwa halb so viel Speicherplatz wie eine unbehandelte WAV-Datei. Und mit dem T+A-Player erreicht eine FLAC-Datei leicht das Niveau einer SACD, so räumlich, strahlend und beeindruckend transparent ertönten sowohl Montserrat  Caballe mit Verdis "Oh! Nel fuggente nuvolo" als auch die Sixties-Veteranen The Zombies mit "Time Of The Season" (beide Titel auf der AUDIO-CD "Great Music Vol. 1" / Bose). Dagegen musste selbst ein junger Weltklasse-CD-Player wie der Astin Trew At 3500 (AUDIO 3/08) eine klare Schlappe hinnehmen.

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© H.Härle

Sauber getrennte Platinen, hochwertige D/A-Wandler (Burr-Brown PCM 1738): Der MP 1250 R zeigt sich hervorragend bestückt.

T+A wäre nicht T+A, würde der MP 1250 R nicht auch wie die hauseigenen CD-Player vier schaltbare Filter anbieten. Je nach Gusto lässt sich der Klang mit einem Standard-Oversampling, einem impulsoptimierten Filter, einem Bezier-Interpolator plus IIR-Filter oder einem reinen Bezier-Interpolator korrigieren. Angenehm samtig-analog klingt es mit den Filtern 3 und 4.

Ein Sonos-System mag da spielerischer in der Bedienung sein (diese Selbstverständlichkeit fehlt dem T+A in der Tat, besonders ohne die nur optional erhältliche Fernbedienung). Und auch das Auffinden der Titel im Netzwerk mag zuweilen bei anderen Streaming-Playern schneller gehen.

Doch diese Vorteile will man keinesfalls gegen die beeindruckenden Klangdimensionen des T+A eintauschen. Der Verzicht auf ein eigenes Laufwerk wird mit der überragenden Wandlung der digitalen Festplattenkost mehr als legitimiert.

Fazit: 

Nach dem Music Player E2 schafft es T+A erneut, eine höchst gelungene Mischung aus Netzwerk-Technik und edelstem HiFi auf den Markt zu bringen. Die Herforder machen es genau richtig: weniger Schnickschnack, edle Optik, viel Klang.

T+A MP 1250 R

HerstellerT+A
Preis2500.00 €
Wertung115.0 Punkte
Testverfahren1.0

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Wer ist die Nummer eins? -

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