Bose Personal Audiosystem und Apple CarPlay

Nissan Micra: Bose-Soundsystem

Nissan Micra mit Bose-Soundsystem

© Nissan

In der Top-Version Tekna ist das Bose-Soundsystem serienmäßig an Bord.

Sound

Neben der Sicherheit soll auch der Spaß nicht zu kurz kommen. Und der manifestiert sich im Bose Personal Audio System, das in der Topversion Tekna serienmäßig mit an Bord ist. Und ehrlich: Wer mehr als 1000, ja tausend, Kilometer pro Jahr fährt und es sich irgendwie leisten kann, der sollte sich für Tekna entscheiden. Denn mit dem Bose-System holt man sich ein Klangpaket an Bord, das in der Klein- und Kompaktklasse einzigartig ist und auch in der Mittel- und Oberklasse mitspielen könnte. 

Möglich machen es hier zwei großhubige 16,5-Zentimeter Chassis in den Türen, zwei 25-Millimeter-Hochtöner in den A-Säulen und je zwei 6-Zentimeter-Lautsprecher in den Kopfstützen. Was diese Kombination vergleichsweise überschaubarer Komponenten in Verbindung mit intelligent programmierten digitalen Signalprozessoren zu leisten vermag, verblüfft auf ganzer Linie. Der Micra marschiert souverän in den tiefsten Basskeller, wuchtet Pegel ins Auto, die bis vor kurzem noch teuren Nachrüstanlagen vorbehalten blieben und baut eine faszinierende Bühne vor dem Fahrer auf, die sich über einen virtuellen Regler in den Klangeinstellungen noch von Jazzclub bis Stadion verschieben lässt. 

Ab Ausstattungsvariante Connecta ist das System in Kombination mit Rundum-Kamera und Parksensoren hinten für absolut faire 1000 Euro Aufpreis erhältlich, in der Version Tekna, die es ab 19.990 Euro mit 90-PS-Benzinmotor gibt, ist es serienmäßig verbaut. Konnte das System schon im Stand überzeugen, wusste es auf der Straße komplett zu begeistern. Karen Souzas Jazzinterpretationen bekannter Pop-Hits auf der CD Essentials II hatten wir grundsätzlich selten und in Kleinwagen noch nie so gut gehört.

Nicht unbedeutend ist hierbei, dass Nissan der Entkopplung des Micras von Fahrgeräuschen große Aufmerksamkeit schenkte. Der kleine Flitzer gleitet gefühlt Fahrzeugklassen größer über die Straße als er ist. Sein sportlicher Auftritt könnte indes für mehr als nur die 90 derzeit angebotenem Pferdestärken - wahlweise aus Dreizylinder-Turbo mit 0,9 Liter Hubraum oder aus Turbodiesel mit 1,5 Liter Hubraum – stehen. Ein 73-PS-Sauger, der den Einstieg bildet, folgt. Allerdings muss man mit Blick auf die getestete 90-PS-Benzinerversion den Hut vor der Motorenabteilung ziehen. In Journalistenkreisen waren wir uns einig, dass der kleine Benziner dank seines gut abgestimmten Turbos den Eindruck von 120 PS vermittelt. 

Die versprochene Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h dürfte der Micra locker aus dem Ärmel schütteln und auch die genannten 12,1 Sekunden für den Spurt von 0 auf 100 halten wir für eine eher konservative Angabe. Am Ende der nicht besonders defensiv absolvierten Testfahrt zeigte der Bordcomputer 6,3 Liter pro 100 Kilometer an. Es dürften also ohne große Mühe Verbräuche um die fünf, aber auch um die acht Liter realisierbar sein. Das lang abgestufte 5-Gang-Getriebe trägt nicht nur zur Verbrauchs- und Geräuschreduzierung bei, sondern lässt auch darauf schließen, dass weit kräftigere Motoren in Planung sein könnten.

Nissan Micra mit Bose-Soundsystem

© Nissan

Der Motor des Nissan Micra wirkt trotz drei Zylindern kraftvoll, im Innenraum bleibt es dabei angenehm ruhig.

Fahrtest

Dass damit größere Probleme auf das Fahrwerk zukämen, ist unwahrscheinlich: Im Fahrtest hatte der Micra noch jede Menge Reserven und wirkte in keiner Situation überfordert. Erwähnenswert erscheint hier der Hinweis auf das überproportional hohe Komfortniveau. Die hohe Innengeräuschdämmung sorgte – ganz besonders in Kombination mit dem Bose Soundsystem – für ein vollkommen entspanntes Klima an Bord, das sogar den verschneiten, kalten und düsteren Testtag erträglicher werden ließ.

Der im Stand etwas zu deftige Bass erschien im Fahrbetrieb gerade recht, das Klangpanorama, das sich auf dem Armaturenbrett ausbreitete, dürfte dem Besitzer jeden Tag ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Für wortwörtlich stabile Verhältnisse soll im Grenzbereich der gezielte Bremseingriff sorgen, mit dem das Fahrzeug wieder in die Spur gezogen wird. Auf Sommerreifen wollten wir uns auf teils verschneiter Fahrbahn nicht in den Grenzbereich wagen, so dass wir das Verhalten in Extremsituationen nicht bewerten können. Ein Elch stand uns auch nicht zur Verfügung. Eventuell reichen wir diesen Test später nach, eventuell belassen wir es aber auch dabei, dass das Fahrwerk sehr ausgereift und komfortabel wirkte, ohne dabei Trägheit zu vermitteln. 99,9 Prozent des 3,999 Meter langen Autos dürften sich sowieso eher seltener auf dem Nürburgring treffen. 

Wer Vorurteile gegenüber drei Zylindern und weniger als einem Liter Hubraum hegt, sollte sich im neuen Micra eines besseren belehren lassen. Vom Start weg zog das Motörchen kraftvoll davon und das mancherorts bemängelte Dreizylinder-Knurren meldete sich allenfalls unter Last mal kurz zu Wort, fiel aber nie störend auf. 

Fazit

Es passiert selten, aber es passiert: Am neuen Nissan Micra gibt es abseits von Geschmacksfragen ernsthaft nichts zu Kritisieren. Das Auto ist komplett anders als seine Vorfahren, es adressiert dank einer Bandbreite an Farben sowie Außen- und Innenausstattungen eine breite Palette an Kunden und dürfte sich somit weit besser verkaufen als der Vorgänger. Schon mit Blick auf den Wiederverkauf raten wir – wenn möglich - zum Erwerb der Topversion, da in fünf Jahren auch Kleinwagen ohne Sound-  und Fahrerassistenzsystem so schwer verkäuflich sein dürften wie dereinst Autos ohne Klimaanlage. 

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