Noise-Cancelling-Kopfhörer

Bose QC20 / QC20i im Test

Beim Reisen die Welt um sich komplett vergessen: Der kleinste und effektivste Noise-Cancelling-Hörer von Bose macht Flugzeug oder Zug zur Wellness-Zone.

Bose QC20 / QC20i

© Bose

Bose QC20 / QC20i

Pro

  • perfekte Geräuschunterdrückung
  • ausgewogen kräftiger Klang
  • exzellenter Tragekomfort

Contra

  • für die audiophile Wohnzimmer-Session weniger passend

"Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden". Dieses viel zitierte Bonmot von Wilhelm Busch stimmt eigentlich nicht: In der modernen Industriegesellschaft sind es eher Geräuschbelastungen wie Straßen-, Bau und Fluglärm, die als störend empfunden werden und sogar ernsthafte Einflüsse auf Wohlbefinden und Gesundheit haben können.

Aus der Flugzeugtechnik stammte auch die früheste Bose-Entwicklung einer aktiven Geräuschunterdrückung, bei der ein Mikrofon im Kopfhörer die Störgeräusche aufnimmt, analysiert und per genau berechnetes invertiertes Signal über die Hörer am Ohr eliminiert. Das Ergebnis war vor allem in der letzten Variante des QC15 absolut verblüffend. Allerdings nur, wenn man auch mit entsprechend großen Ohrmuscheln ausgestattet ist. Für eine Fernreise ist das akzeptabel, für den schnellen Trip zu sperrig.

Mit dem QC20 wandert die Technologie jetzt zum ersten Mal in einen In-Ear-Hörer, der kaum größer ist als die bekannten passiven Bose-Modelle. Es gibt ihn als iPhone-Version und für Android-, Windows- oder Blackberry-Geräte.

Bose QC20 productshot

© Bose

Der QC20 steckt nicht fest und tief im Ohr, sondern liegt von außen auf.

Der Tasten-Trick

Erfahrene Benutzer echter In-Ear-Hörer dürfte der Neue gleich doppelt verwundern: Zum einen werden nur drei verschiedene Gummiaufsätze mitgeliefert statt eines ganzen Arsenals. Zum anderen steckt der QC20 nicht fest und tief im Ohr, sondern liegt von außen auf. Der berüchtigte "Druck auf den Ohren" oder das Gefühl totaler Verstopfung der Gehörgänge fehlt komplett. 

Kaufberatung: Die besten Kopfhörer bis 300 Euro

Akustische Abschirmung gibt es auf Knopfdruck, wenn man die Noise-Cancelling-Funktion aktiviert. Dann werden Störgeräusche gleich welchen Ursprungs - selbst die Musik des Nachbarn oder Baulärm - so fabelhaft eliminiert, dass man die Welt um sich herum komplett vergisst und allenfalls ein minimales Grundrauschen der Elektronik wahrnehmen kann. In Bahn, Bus oder Flugzeug ist das zumeist erwünscht, am Steuer oder Lenker ist eine so effektive Geräuschunterdrückung dagegen sogar gefährlich.

Viel zu gut ist der QC20 eigentlich auch, wenn man im Flughafen oder im Zug Durchsagen verstehen will: Die kämmt die Filterelektronik ebenso effektiv aus wie den eigentlichen Fahr- oder Fluglärm. Damit niemand wichtige Sicherheitshinweise verpasst, kann man per Tastendruck das Mikrofon im Steuerkästchen aktivieren, das speziell Sprachansagen herausfiltert und dem Reisenden wieder in den Ohrkanal spielt. In der Praxis war diese Funktion ebenso praktisch wie verblüffend. 

Hörtest

Auch sonst empfiehlt sich der QC20 als Wunsch-Mitreisender Nr. 1: Ausgewogen gefällig sein Klang, straff und kraftvoll, doch nie langsam oder vorlaut der Bass, sorgte er bei Olafur Arnalds' "They Have Escaped..." für stundenlange Entspannung im besten Sinne. Bei entsprechender Musik (hier Noisegrinders "Stuck At Home") konnte er auch für Dynamik, Spaß und Energie sorgen - ohne einen Anflug von Langeweile.

Aus High-End-Sicht mag es In-Ears mit höherer Detailauflösung oder größerem Raum bei Klassikaufnahmen geben, doch kein anderer kann eine lange Reise oder die tägliche S-Bahn-Fahrt so sehr zur Wellness-Session machen wie der QC20.

Aktive Geräuschmaskierung gemessen

Bose QC20 Messungen

© Archiv

Messwerte

Die frequenzabhängige Effektivität der aktiven Geräuschunterdrückung wird mit breitbandigen Rauschsignalen getestet, die von außen per Lautsprecher zugespielt werden. Der QC20 dämpft bereits ohne Elektronik (blaue Kurve) oberhalb 400 Hz sehr effektiv, mit eingeschalteter NC-Funktion (rot) werden Außengeräusche breitbandig und frequenzneutral um etwa 16 dB abgesenkt. Schaltet man den Aufmerksamkeitsmodus ein (grün), werden sprachrelevante Frequenzbereiche verstärkt. Ist der eingebaute Akku leer, kann der Hörer passiv weiterbetrieben werden, ist aber weniger ausgewogen (unten rechts).

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