Testbericht

Nokia 500

Nokia liefert das beste Beispiel dafür, wie stimmig die Bedienoberfläche eines Navigationsgeräts gestaltet sein kann: Das Nokia 500 macht einfach Spaß und bietet obendrein jede Menge Ausstattung.

  1. Nokia 500
  2. Datenblatt
  3. Wertung
Nokia 500

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Nokia 500
Zieleingabe

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Ein Druck aufs Ziel, und man bekommt alle Möglichkeiten angezeigt, die man auf das Ziel anwenden kann.

Der finnische Handy-Spezialist Nokia mischt im Navi-Segment tüchtig mit. Seit die Finnen Gate5 gekauft haben, die Entwicklerfirma der Navi-Oberfläche smart2go, wachsen Hard- und Software unter einem Dach zusammen. Bereits auf dem Nokia-Handy N95 kam smart2go zum Einsatz, jetzt läuft die Plattform erstmals in einem Plug-and-Play-Navi - dem Nokia 500 (349 Euro).Und der Unterschied zum Erstlingswerk Nokia 330, auf dem noch Route66-Software Dienst tat, ist offensichtlich: Schon beim Einschalten wird klar - das Teil zieht den Nokia-Style von vorne bis hinten durch. So kennt man den Handshake im Begrüßungsbildschirm von jedem Handy der Finnen. Wer ein Nokia-Mobiltelefon besitzt, begrüßt die Icons wie gute Bekannte.

Überragende Handhabung

Freisprecheinrichtung

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Die Symbole im Freisprechmenü kennt man von Nokia-Handys.

  Und das Beste: Der Nokia-Style sieht nicht nur cool aus, er ist auch praktsich. Eine derart übersichtliche Bedienung, wie sie das Nokia geradezu zelebriert, findet man selten bei Navigationsgeräten. So haben die Buttons viel Platz auf dem 4,3-Zoll-Display und sind liebevoll gestaltet. Im Hauptmenü findet man nur drei Icons - "Ziel", "Karte" und "Einstellungen". Die jeweiligen Menüs fahren animiert von rechts in den Bildschirm. Missverständnisse treten dank der eindeutigen Beschriftung nicht auf, die zudem meist sehr groß ausfällt und damit auch aus der Entfernung noch gut ablesbar ist. Das System reagiert auch schnell auf jede Eingabe - ein wichtiger Faktor bei der Handhabung! Komplizierte Verschachtelungen gibt es nicht - die flache Struktur kommt fast immer mit drei Ebenen aus. Zu POIs und zuletzt besuchten oder gespeicherten Zielen blendet das Navi auf Fingerzeig ein Kontextmenü ein. Die Optionen dort orientieren sich an der Frage, was der Nutzer mit dem Ziel will: dorthin navigieren, es speichern, es als Zwischenziel festlegen, den Ort auf der Karte ansehen oder es anrufen. So muss es sein!Genauso leicht nimmt man alle Grundeinstellungen vor. Auch dort gibt es statt langer Auswahllisten nur wenige große Icons, die ihr Aussehen und damit die Option auf Druck ändern.

Volles Ausstattungsprogramm

Menü

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Über eine Taste am Gerät blendet man das Menü für die Sonderausstattung ein.

Die Sonderfunktionen hat Nokia clever eingebunden, ohne das Navigationsmenü damit zu tangieren. So kann der User über einen Hardkey jederzeit eine Leiste einblenden, in der er die Icons für den MP3-Player, die Video-Software und den Bildbetrachter findet. Auch diese drei Media-Applikationen glänzen mit guter Bedienung und hohem Spaßfaktor. Einem Feature hat Nokia besondere Aufmerksamkeit geschenkt - der Bluetooth-Freisprechanlage. Sechs Kurzwahlnummern darf man frei vergeben. Die Telefonbucheinträge holt sich das Navi komplett vom Handy. Praktisch, dass man auch bei der Zieleingabe auf diese Kontakte zugreifen und direkt ansteuern kann - sofern man die Adressen eingepflegt hat. Besitzt Ihr Mobiltelefon Sprachanwahl, können Sie diese Funktion über das Navi starten und benutzen. Ob es nun Detailverliebtheit oder Konsequenz ist, dass man Klingeltöne auswählen kann, sei dahingestellt. Die Sprachqualität der Freisprechanlage ist in beiden Richtungen sehr gut - nur selten hört man Verzerrungen und Aussetzer. Wem Telefonate, Navi-Ansagen und Musik immer noch zu leise sind, der lässt das Navi die Audiosignale einfach per FM-Transmitter ans Radio funken, das sie dann über die Autolautsprecher wiedergibt. Top!

Navigation: Licht und Schatten

Die Navi-Performance besitzt zwar einige Stärken, zeigt aber leider auch ein paar Schwächen.Gut gefällt die TMC-Funktionalität. Aktuelle Meldungen kann man sich in einer Liste und die Positionen dazu auf der Karte anzeigen lassen. Bei einem Stau auf der Strecke warnt das Navi rechtzeitig und wählte im Test eine sinnvolle Alternativroute. Routen berechnet das Nokia flink - 10 Sekunden für die Strecke von Stuttgart nach Hamburg ist ein sehr guter Wert. Auch die Neuberechnung einer Route, sollte man eine Abfahrt verpasst haben, erledigt das Gerät schnell. Allerdings lässt die Qualität der Routenwahl etwas zu wünschen übrig. Auf der Testfahrt wählte das Navi hin und wieder einen etwas umständlichen Weg und erlaubte sich einen Abstecher in eine 30er-Zone. Zur Vorgabe "schnellste Route" passt das in dem Fall nicht. Die Sprachansagen kommen zwar dank Text-to-Speech recht ausführlich, aber öfter ein wenig spät. Die Kartenansicht ist dafür detailliert und läuft flüssig. Allenfalls etwas mehr Kontrast könnte man sich wünschen. Infos wie Distanz und Zeit zum Ziel sowie zum nächsten Abbiegepunkt werden eingeblendet, eine Tempolimitanzeige und ein Spurassistent fehlen leider.

Fazit

Das Nokia 500 liefert in Sachen Handhabung ein schlüssiges, ansprechendes Konzept. Die umfangreiche Ausstattung und die TMC-Funktionalität bringen viele Punkte - ein paar davon verschenkt das Navi leider mit der schwächelnden Routenwahl und Zielführung wieder.

Video zum Nokia 500 - klicken Sie hier!

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