Testbericht

Nokia 5730 XpressMusic

Gerade mal 329 Euro will Nokia für das 5730 XpressMusic. Für ein reines Musikhandy ist das ein durchschnittlicher Preis, doch der kompakte, wenn auch etwas dickliche Rocker mit Schreibmaschinentastatur bietet deutlich mehr und zeigte im Test echte Smartphone-Qualitäten.

  1. Nokia 5730 XpressMusic
  2. Datenblatt
  3. Wertung
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Das 5730 XpressMusic arbeitet mit Nokias Smartphone-Plattform S60 und reiht sich zwischen die Modelle 5630 XpressMusic und 5800 XpressMusic ein. Das hier getestete 5730 kommt als Handy im Riegelformat daher und begnügt sich mit einer Zifferntastatur, das 5800 wird ausschließlich über einen Touchscreen bedient. Dafür bietet das 5730 XM für bequeme Texteingaben eine ausziehbare Qwertz-Tastatur.

Für die Arbeit gerüstet

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Auch Business-Funktionen hat das 5730 XM zu bieten. Etwas versteckt unter "Programme/Organizer" finden sich Reader für Office-Dokumente oder PDFs.

Als typisches S60-Modell lässt das Smartphone in puncto Schnittstellen kaum einen Wunsch offen. So unterstützt es neben UMTS samt HSDPA auch Wireless LAN und verfügt über einen GPS-Empfänger samt Nokias Karten- und Navigationsanwendung Maps inklusive dreimonatiger Testlizenz. Hinzu kommen immer mehr von Nokias eigenen Internet-Diensten, wie etwa der Ovi-Store, der jede Menge Zusatzprogramme bereithält.

Player mit Shop-Anbindung

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Per Achtband-Equalizer lässt sich der Klang des Musicplayers tunen.

In erster Linie will das 5730 XM aber natürlich diejenigen zufriedenstellen, die ihr Smartphone unterwegs auch als Musicplayer nutzen. Dafür gibt es oben am Gehäuse eine 3,5-mm-Klinkenbuchse für Kopfhörer, links neben dem Display drei Tasten, um den Player jederzeit steuern zu können und im Lieferumfang eine 8 GB große MicroSD-Karte, die die 44 MB an internem Speicher ergänzt.

Das beiliegende Datenkabel ist übrigens nur 20 Zentimeter lang, was für die Verbindung mit dem Notebook aber ausreicht. Der Player sortiert nach den üblichen Kriterien wie Interpret, Album oder Genre, erstellt automatische Wiedergabelisten etwa der meistgehörten Stücke und bietet die Möglichkeit, eigene Listen zu erstellen. Unterstützt werden sämtliche derzeit üblichen Musikformate. So ist der Player offen für alle gängigen Quellen und lässt sich beispielsweise in den Windows Mediaplayer oder Nokias eigenen Musicplayer für den Rechner einbinden; Musik aus iTunes gelangt einfach per Drag and drop aufs Smartphone.

Wird das 5730 über Nokias eigenen Musicstore mit neuen Titeln versorgt, ist Microsofts WMA das Format der Wahl. Der Musicstore ist sowohl vom Rechner aus zugänglich als auch direkt vom Smartphone über einen Link im Musikmenü. Der Player klingt gut, sofern man das beiliegende Headset durch einen besseren Kopfhörer ersetzt: Erst so kommt seine Qualität zur Geltung. Auch ein kabelloses Stereo-Headset kann dank A2D-Profil zum Einsatz kommen.

Zeitgemäße Kommunikation

Weil ein guter Musicplayer allein niemanden mehr hinterm Ofen vorlockt, hat Nokia dem 5730 XM zusätzlich umfangreiche Nachrichten-Funktionen spendiert. So war auf dem Testgerät neben dem S60-typischen E-Mail-Client auch ein Client für Nokias Push-Dienst vorinstalliert. Der bringt Nachrichten von beliebigen E-Mail-Konten automatisch aufs Gerät und stellt auch HTML-Mails dar. Auch Nokias Dienst für Instant Messaging ist ebenso wie Windows Live vorinstalliert.

Daneben finden sich feste Links zu Youtube, MySpace oder Facebook, die schnelle Status-Updates ohne umständliche Login-Prozedur ermöglichen. Wer diese Angebote nutzt, wird die Vereinfachung zu schätzen wissen, wenn auch das etwas unübersichtliche Angebot etwa von zwei E-Mail-Clients Gewöhnung erfordert. Unbedingt ratsam ist wie immer das Zubuchen eines passenden Datentarifs beim Provider.

Display: Zu klein

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Ein günstiges Smartphone für alle die Verarbeitungsmängel und ein vergleichsweise kleines Display nicht stören.

Dass sich der günstige Preis irgendwo niederschlagen muss, ist klar. Ein deutlicher Schwachpunkt ist das Display, das angesichts der Internet-Ausstattung etwas zu klein ausfällt und sich obendrein mit einer Auflösung von 240x320 Pixeln begnügt. Auch die Schriftgröße lässt mitunter zu wünschen übrig, doch immerhin ist die Anzeige auch bei hellem Licht noch passabel ablesbar. Gute Lichtverhältnisse sind wiederum für die Nutzung der 3-Megapixel-Kamera mit Autofokus nötig, die zwar brauchbare Aufnahmen liefert, aber bei zu wenig Licht wie üblich schwächelt - da schafft auch die Doppel-LED wenig Abhilfe.

Verarbeitung: Zu billig

Seine Spuren hinterlassen hat der Rotstift auch bei der Verarbeitung. Der Schiebemechanismus für die Tastatur hatte beim Testgerät schon nach dem Auspacken zu viel Spiel und lässt sich zu leicht bewegen, die Kamerataste ist klein und wackelig. Die Qwertz-Tastatur bietet dagegen erfreulich große Tasten und einen sanften, aber gleichmäßigen Druckpunkt. Dass die obere Ziffernreihe fehlt und sich die Umlaute an ungewohnter Stelle befinden, hat man schnell intus. Im Labor überzeugt das 5730 mit gutem Klang und ordentlichem Empfang sowie guter Ausdauer, sieht man von der typisch mageren Sprechzeit im UMTS-Netz ab.

Fazit: Ein echter Preistipp

Wen die Verarbeitungsmängel und das vergleichsweise kleine Display nicht stören, der findet im 5730 XpressMusic ein günstiges Smartphone, das den MP3-Player ersetzt und zahlreiche Kanäle für den Kontakt zum Freundeskreis bietet.

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