Testbericht

Nokia 6300i

Zurück zu alter Größe: In Sachen Tastatur und Handhabung orientiert sich Nokia wieder an der Großzügigkeit älterer Modelle, mit denen auch große Hände zurechtkamen. Zu den Kandidaten mit richtig großen Drückern gehört das neue 6300i zwar nicht, da bieten andere neue Modelle komfortablere Keypads.

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Testbericht Nokia 6300i

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Testbericht Nokia 6300i

Doch wirkt die Tastatur aufgeräumt, die Steuerungstasten sind deutlich voneinander getrennt und im Vergleich zum silbernen Vorgänger bietet die Beschriftung einen guten Kontrast. Insgesamt spiegelt das Handy Nokias Bemühen um eine einfache Handhabung aber durchaus erfolgreich wider.

Weiteres Indiz: Nokia nutzt bei den aktuellen Geräten mit Serie-40-Oberfläche die hohe Displayauflösung nicht mehr für allzu kleine Schriften. Man kennt das vom PC-Monitor: Je höher die Auflösung, desto kleiner werden die Programmsymbole - was irgendwann kontraproduktiv wird. Auch Nokia ist bei Einführung der hochauflösenden Anzeigen in diese Falle getappt.

Doch mittlerweile haben die Finnen einen guten Kompromiss gefunden, die Menülisten sind problemlos abzulesen, und wo es sinnvoll ist, werden kleinere Texte mit eingefügt. So ist etwa im Einstellungsmenü direkt zu erkennen, mit welcher Funktion die Schnellzugriffstasten belegt sind. Generell lässt sich mit wenig Aufwand das Handy so optimieren, dass die persönlich wichtigsten Funktionen direkt erreichbar sind.

Auf dem Weg zur Internetfirma

Was das 6300i seine Konkurrenten voraus hat, ist eine aufs Internet ausgerichtete Ausstattung. Die letzte Konsequenz lassen die Finnen allerdings vermissen: Zwar unterstützt das 6300i Wireless LAN und damit schnellen und etwa zu Hause kostenlosen Datenempfang. Ist aber kein WLAN-Zugangspunkt in Reichweite, steht in den Mobilfunknetzen lediglich EDGE als schnellste Empfangsart zur Verfügung, die derzeit allerdings nur von T-Mobile und Vodafone angeboten wird. UMTS oder gar HSDPA fehlen.

Dafür bringt das 6300i reichlich vorinstallierte Internet-Anwendungen mit. Kein Wunder, denn die Finnen wollen künftig einen Teil ihres Geldes im Netz verdienen. Der Wandel vom Handyhersteller hin zur Internetfirma lässt sich beim 6300i bereits erkennen.

Die Strategie: Nokia will eigene Dienste anbieten, aber auch für andere Anbieter offen sein. So bringt das Handy den sehr guten Opera-Browser mit, und auch Yahoo Go ist vorinstalliert, eine Anwendung, die den Zugriff auf Yahoo-Dienste wie E-Mail, Flickr oder eine fürs Handy optimierte Suche bietet.

Ein cleveres Nokia-eigenes Extra sind die Widsets. Ähnlich den Widgets auf Apples Betriebssystem Mac OS bieten diese kleinen Icons Schnellzugriffe etwa auf Wikipedia oder Nachrichtenportale sowie eine fürs Handy optimierte Darstellung. In schönster Web-2.0-Manier kann man auch eigene Widgets programmieren und anderen zur Verfügung stellen.

Als weiteres Goodie findet sich Nokia Maps, das bislang Serie-60-Geräten vorbehalten war. Die Karten für dieses Navigationsprogramm kann man am PC oder direkt übers Mobilfunknetz laden, für die Ortung braucht man noch einen externen GPS-Empfänger.

Neben den Kosten für den Datenempfang ist der Dienst, der einen Routenplaner umfasst, kostenlos. Wichtig: Wer all diese Dinge übers Mobilnetz nutzen will, sollte unbedingt eine spezielle Datenoption buchen - sonst kann's sehr teuer werden.

Punktverlust im Labor

Bei der Sende- und Empfangsmessung im Labor offenbart das 6300i nur durchschnittliche Werte, mit denen sich im Alltag aber leben lässt. Die Ausdauer im Mobilfunknetz ist gut, beim Dauereinsatz von WLAN verkürzt sich das Stehvermögen freilich deutlich - bei Nichtgebrauch sollte man die Funktion also abschalten. Wer keine wirklich großen Tasten, aber eine große Ausstattung will: Ab August ist das 6300i verfügbar.

Nokia 6300i

HerstellerNokia
Preis199.00 €
Wertung403.0 Punkte
Testverfahren0.9

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