Testbericht

Nokia E75 im Test

Das Nokia E71 verfügt trotz seiner Kompatkheit über eine praxistaugliche Tastatur. Darüber hinaus überzeugt es durch seine überdurchschnittlich hohe Ausdauer und seine hochwertige Verarbeitung.

  1. Nokia E75 im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
Nokia E75

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Nokia E75
Nokia E75

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Die Tastatur des E75: Handlich auch für große Hände

Das Nokia E71 erfreut sich in der connect-Redaktion bei allen, die es einmal ausprobiert haben, großer Beliebtheit. Die trotz kompakter Abmessungen gut zur Texteingabe geeignete Tastatur trägt dazu genauso bei wie die praxisgerecht hohe Ausdauer und die außergewöhnlich hochwertige Verarbeitung. Bei so viel Erfolg war die Vorfreude auf das Nokia E75 besonders groß.

Schließlich trägt der Neuzugang im Portfolio der Finnen das E7 im Namen, ist mit 469 Euro sogar noch ein Stück teurer als das E71 und bietet eine ausziehbare Qwertz-Tastatur im Querformat. Diese Tastatur ist zunächst einmal gut versteckt.

Im zusammengeschobenen Zustand präsentiert sich das E75 wie ein normales Handy mit großem 320 x 240 Pixel auflösendem transflektivem Display und darunterliegender Standard- Handytastatur.

Geübte Augen erkennen zwar auf den ersten Blick, dass das E75 etwas größer ist als die meisten Nokia-Handys, doch bei einem PDA-Phone reichen die Abmessungen immer noch für Bestnoten in Sachen Handlichkeit. Wobei kritische Nutzer noch am ehesten mit der Bauhöhe von 15 Millimetern oder dem Gewicht von 144 Gramm hadern.

Richtig was zu greifen

Nokia E75

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Das E75 in schwarz und in geschlossenem Zustand

Doch dafür bekommen auch große Hände beim Telefonieren richtig etwas zu greifen. Und der Daumen der linken Hand etwas zu schieben, denn mit ihm drückt der Nutzer gegen den Displayrahmen, wenn statt einfacher Telefonnummern auf dem Handy-Keyboard echte Texte auf der Qwertz-Tastatur getippt werden sollen.

Die hat knapp 60 Prozent mehr Fläche als die Handy-Qwertz-Kombitastatur des E71, doch dafür verzichtet sie nahezu vollständig auf abgerundete Tasten - das verringert die durch mehr Platz gewonnene Treffsicherheit gleich wieder.

Ansonsten gilt im direkten Vergleich, dass sich beide PDA-Phones vorzüglich mit einer Hand als Handys bedienen lassen, mit dem E71 kann man sogar einhändig texten. Beim E75 erleichtert die Hinzunahme der zweiten Hand die Texteingabe auf dem breiten Keyboard.

Hochwertige Verarbeitung

Was die Verarbeitung angeht, gibt es viele Gemeinsamkeiten zwischen dem Nokia E75 und dem 71. Das fängt schon beim glänzenden Deckel des Akkufachs an, der in beiden Fällen aus solidem Metall geschwungen ist.

Auch der hochwertige Displayrahmen mit seiner gläsern wirkenden Scheibe zeigt, dass beide Geräte aus einem Stall kommen. Selbst der Schiebemechanismus der Tastatur und die bei aufgeschobenem Display sichtbare rückwärtige Abdeckung brauchen keinen Vergleich zu anderen Mobiltelefonen zu scheuen.

Und dennoch wirkt das E71 hochwertiger. Etwa dadurch, dass es statt hartem, hellem Chrom eine seltene abgedunkelte Variante besitzt und durch seine geschickte Kombination von seidenmattem und vollem Glanz gefällt.

Ausstattung mit kleinen Abstrichen

Nokia E75

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Der Kalender des E75 hilft, den Tag zu strukturieren

Bei der Ausstattung des E75 hat Nokia wohl nach Wegen gesucht, den einen oder anderen Euro an Stellen zu sparen, wo es keiner merkt. Kaum jemandem auffallen dürfte, dass das E75 keine Infrarotübertragung nach IrDA-Standard unterstützt.

Schon kritischer kann in Einzelfällen der reduzierte Speicherausbau sein: Statt der schon nicht üppigen verfügbaren 110 Megabyte des E71 sind hier nur 67 MB für den Nutzer frei, was angesichts aktueller Marktpreise für Flash-Memory verwundert.

Doch Nokia lässt seine Kunden nicht im Regen stehen und hat bereits eine 4 GB fassende Speicherkarte für den Steckplatz im gängigen MicroSD-Format mit in den Karton gelegt. So werden nur die Anwender wirklich unter Speichermangel leiden, die die MicroSD-Karte häufig wechseln und dennoch einen hohen Platz bedarf für immer auf dem PDA-Phone verbleibende Daten haben.

Übertragungsqualität und Schnittstellen

Doch von diesen Unterschieden abgesehen nehmen sich die beiden Nokia-Phones in vielerlei Hinsicht nicht viel. So unterstützen beide Modelle Quadband-GSM bis zur schnellen EDGE-Datenübertragung.

Im UMTS-Netz ist das E75 auf zwei Bändern heimisch und kann Daten per HSDPA mit bis zu 3,6 Mbit/s herunterladen; den schnellen Upload unterstützt es wie das E71 noch nicht. Wer zu Hause oder an anderen geeigneten Orten sparen möchte, kann mit dem E75 auch auf WLAN (b/g) umsteigen.

Dass sich Nokia sehr gut auf Bluetooth- Unterstützung versteht, bestätigt auch der Neuzugang im Portfolio. Die Kamera entspricht mit 3,2-Megapixel- Autofokus-Sensor samt Fotolicht dem vom E71 vorgegebenen Standard, ein Highlight ist sie allerdings bei beiden Geräten nicht.

Komplette Software

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Das E75 zeigt E-Mails im Hoch- und im Querformat an

Gewohnt komplett präsentiert sich die Software des S60-Geräts: Von den Telefonfunktionen und Messaging in allen bekannten Formen über das Informationsmanagement und einfache Office-Anwendungen und vom mobilen Internet bis zur Unterhaltung mit Musik und Video unterstützt das E75 alles, was man unterwegs häufig braucht.

Selbst ein GPS-Empfänger mit A-GPS-Unterstützung ist eingebaut, erste Orientierung bietet dazu Nokia Maps.

Erfreulich: Der Headset- und Kopfhöreranschluss, der beim E71 noch im 2,5-Millimeter-Format vorlag, ist hier zur bei guten Kopfhörern üblichen 3,5-Millimeter-Variante angewachsen. Doch wer gern mit dem Smartphone Musik hört, wird schnell auf einen weiteren Ausstattungsunterschied aufmerksam: Der Akku des E75 hat deutlich weniger Kapazität als der des E71.

Das Labor bringt Unterschiede an den Tag

Das wirkt sich trotz des durch geringeren Speicher oder durch Fortschritte im Energiemanagement etwas gesunkenen Verbrauchs spürbar aus: Das ältere Nokia hält im typischen Anwendungsmix gut 8 Stunden durch - das reicht selbst für den längsten Arbeitstag und bei sparsamer Nutzung auch mal für die ganze Woche.

Dem stehen beim E75 5:39 Stunden gegenüber, da kann schon am Ende eines langen Tages die Energie knapp werden. Während im GSM-Netz, in dem in Deutschland praktisch alle Gespräche geführt werden, mit sieben Stunden selbst für ausgeprägte Plaudertaschen genug Saft vorhanden ist, ist im UMTS-Betrieb schon nach weniger als zwei Stunden Schluss mit der verbalen Kommunikation.

In den Funk- und Akustik-Messungen liegen beide Modelle in etwa gleich auf. Doch unterm Strich wird dem E75 das exzellente Schwestermodell zum Verhängnis, das insbesondere dank seiner Ausdauervorteile und dank des günstigeren Preises die erste Wahl bei den PDA-Phones von Nokia bleibt. 

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