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Testbericht

Nokia Lumia 610 im Test

Nokia Lumia 610 im ersten Test
Labortest
62,8 %
Zuletzt aktualisiert: 31.10.2014
Nokia Lumia 610
Smartphones
Pro
  • günstigster Einstieg
  • Display auch draußen gut lesbar
  • gute Verarbeitung
  • ausdauernde Akkuleistung
  • vollwertige Navigations-App an Bord
Contra
  • Speicher nicht erweiterbar
  • Arbeitsspeicher bremst Apps
  • schwacher Prozessor
Fazit

Das Lumia 610 mit Windows Phone erleichtert mit seinem günstigen Preis den Einstieg in die Smartphone-Welt.

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Farbenfroh und günstig: Nokia senkt mit dem Lumia 610 die Hemmschwelle für den Smartphone-Einstieg. Der Test zeigt allerdings: Der Hersteller schießt dabei übers Ziel hinaus.

Das Lumia 610 ist eine Premiere für Nokia und die Welt der Windows Phones – in vielerlei Hinsicht: So gab es vor dem in vier stylishen Farben erhältlichen Modell noch kein Windows Phone mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von nur 259 Euro, das zudem bereits wenige Wochen nach Marktstart sogar für unter 200 Euro erhältlich war.

Gleichzeitig stellt das Lumia 610 den ersten Vertreter unter den Windows-Phones, der von Microsofts gelockerten Anforderungen an die Hardware Gebrauch macht: Ein langsamerer Prozessor, weniger Arbeitsspeicher und wenig fest verbauter Speicher – all das hilft den Finnen, den Preis kräftig zu drücken. Andererseits sollten potenzielle Kunden auch wissen, worauf sie sich damit einlassen.

Ausstattung: Begrenzte Möglichkeiten

So eignet sich das Nokia Lumia 610 zwar dank seinem guten Klang über den praktischerweise mittig am oberen Gehäuserand verbauten Kopfhörereingang (3,5 mm Klinke) gut als mobile Jukebox. Und angesichts der Unsitte, Musik unterwegs über den (beim Lumia 610 eher blechern klingenden Lautsprecher) abzuspielen, ist diese Option sehr zu begrüßen.

Andererseits setzt der nicht erweiterbare Speicher dem Musikgenuss enge Grenzen, zumal von 8 verbauten Gigabyte lediglich 5,5 vom Nutzer belegt werden können. Als Alternative lassen sich natürlich Streaming-Apps wie die des Branchenprimus Spotify installieren – was aber leider nicht selbstverständlich ist: Der kleine Arbeitsspeicher erlaubt nicht jeder App den Sprung aufs Lumia 610.

Denn Nokia hat dem Lumia 610 lediglich 256 Megabyte an Arbeitsspeicher spendiert, was das Gerät recht günstig, die Voraussetzungen zur Verarbeitung aufwendiger Apps aber eher ungünstig gestaltet. So werden beliebte Apps wie Skype oder auch das Spiel Angry Birds gar nicht erst für das Lumia 610 angeboten – man findet die Apps zwar im Marketplace, kann sie jedoch nicht herunterladen.

Dasselbe gilt für Karten-Apps wie Navigon, die viel Speicherplatz im Gerät belegen. Immerhin: Ein Hinweis im Marketplace erläutert das Problem, und Navigieren lässt sich dank Nokia Karten auch ohne externe Unterstützung. Nokia hat das Problem erkannt und bietet Entwicklern online Hilfestellung, um Lumia-610-konforme Apps mit weniger Ressourcenhunger zu schaffen. Für einige Platzhirsche im Marketplace kommt das jedoch zu spät.

Nokia Lumia 610

Nokia Lumia 610

Das Lumia 610 misst 119 x 62 x 13 Millimeter und wiegt 131 Gramm.

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Handhabung und Bedienung: Handliches Format, wertigen Anmutung

Ebenso geschadet hat Nokias Sparsamkeit der von bestimmten Konkurrenten regelrecht zelebrierten „User Experience“: Der vergleichsweise schwache 800-Mhz-Prozessor lässt das Scrollen im Web und in langen Listen gelegentlich zur Geduldsprobe ausarten; früher verlangte Microsoft von seinen Hardware-Partnern nicht ganz grundlos mindestens 1 Gigahertz an Taktfrequenz. Im Großen und Ganzen reagiert das Lumia 610 aber zügig auf Eingaben.

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Doch genug der Schelte, denn abseits der preisbedingten Restriktionen ist Nokia ein tolles Einsteiger-Smartphone gelungen: So liegt das Lumia 610 gut in der Hand, bietet eine saubere Verarbeitung und dank der verwendeten Materialien eine Anfassqualität, die in dieser Preisklasse ihresgleichen sucht.

Labormessungen: Ausdauernd

Auch die Kondition des Sparfinnen braucht sich vor der Konkurrenz nicht zu verstecken: Stundenlange Plauderei selbst in UMTS-Netzen sind mit dem Lumia 610 kein Prob­lem, und wer dem Bildschirm auch ab und zu eine Pause gönnt, dürfte typischerweise mehr als zwei Tage ohne Nachladen auskommen.

Letzeres klappt dank dem beiliegenden Micro-USB-Kabel samt 220-Volt-Adapter nahezu überall, wo wahlweise eine Steckdose oder ein Rechner mit USB-Port zur Verfügung steht; das USB-Kabel arbeitet im Nebenjob als Datenkabel und sorgt im Zusammenspiel mit der gratis erhältlichen Desktop-Software Zune für PC (www.zune.net) und Windows Phone 7 Connector für Mac (Mac App Store) für einfaches Überspielen von Musik, Fotos und Videos.

Fazit: Es droht der Osborne-Effekt

Ob dem Lumia 610 allerdings ein langfristiger Verkaufserfolg beschieden sein wird, daran darf gezweifelt werden. Das hat in erster Linie nicht einmal mit den Eigenschaften des farbenfrohen Smartphones zu tun, sondern mit dem sogenannten Osborne-Effekt: Der tritt auf, wenn Vorabankündigungen neuer Produkte dem Verkauf der bereits gelaunchten Geräte schaden.

Und da Microsoft gerade eben angekündigt hat, dass es für aktuelle Modelle kein Update auf die im Herbst erscheinende nächste Betriebssystemversion Windows Phone 8 geben wird, müssen potenzielle Käufer in nicht einmal fünf Monaten auf die neuesten Apps und Funktionen notgedrungen verzichten.

Darüber hinaus gibt es Konkurrenz aus dem eigenen Haus – das ältere Nokia Lumia 710 wetzt die ärgsten Scharten des kleinen Bruders Lumia 610 mit besserem Prozessor und mehr Arbeitsspeicher aus, klingt beim Telefonieren deutlich besser und ist inzwischen sogar je nach Farbvariante für denselben Preis erhältlich.

Doch die Finnen haben auch beim neuen Modell ihre altbekannten Stärken einfließen lassen, und so erhält man mit dem Lumia 610 ein sehr gut verarbeitetes Einsteiger-Smartphone mit vollwertiger Navigations-Anwendung und der für Windows Phone typischen einfachen Bedienung – trotz der diversen Hypotheken ist das Gerät daher gerade für die junge Kundschaft allemal eine Empfehlung wert.

 
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Inhalt
  1. Nokia Lumia 610 im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
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