Testbericht

Nokia Lumia 800 im Test

Das attraktive Lumia 800 ist einfach zu bedienen und gut ausgestattet. Schwächen in der Ausdauer gilt es allerdings noch zu beheben.

  1. Nokia Lumia 800 im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
Nokia Lumia 800 im Test

© Nokia

Nokia Lumia 800 im Test
EUR 349,00

Pro

  • Verarbeitung ist nahezu perfekt
  • flottes Bedientempo

Contra

  • schlechte Ausdauer mit Standbyzeit
59,8%

Es war eine der Sensationen im Mobilfunkmarkt, als im Februar 2011 die Partnerschaft zwischen dem Mobiltelefon-Giganten Nokia und dem Software-Imperium Microsoft bekanntgegeben wurde. Nun, fast genau neun Monate nach der Elefantenhochzeit, schickt das Paar sein erstes Baby in unser Testlabor: das Nokia Lumia 800, das natürlich standesgemäß mit dem brandneuen Betriebssystem Windows Phone 7.5 ausgestattet ist.

Extraschicker Auftritt

Nokia Lumia 800-Farbvarianten

© Hersteller

Das attraktive Gehäuse besteht aus durchgefärbtem, hochwertigem Kunststoff und ist aus dem Vollen gefräst; erhältlich sind drei Farbvarianten.

Bereits optisch ist das Lumia 800 ein echter Kracher geworden, steckt es doch, wie das in Deutschland nicht angebotene Nokia N9, in einem attraktiven Unibody-Gehäuse. Das ist aus einem einzelnen, durchgefärbten Kunststoffblock gefräst und mit seiner matten Oberfläche nicht nur fürs Auge, sondern auch für den Tastsinn ein Highlight. Dank der abgerundeten Seiten liegt das Lumia 800 zudem sowohl im Hoch- als auch im Querformat gut ausbalanciert in der Hand. Mit Cyan, Schwarz und Fuchsia stehen drei attraktive Farben zur Wahl.

Die Verarbeitung ist nahezu perfekt. So wird die Micro-USB-Buchse auf der Stirnseite vorbildlich von einer kleinen stabilen Klappe vor Staub geschützt. Direkt daneben befindet sich der Slot für die notwendige Micro-SIM. Lediglich die vier chrom-farbenen Tasten an der Geräteseite zeigen beim Testgerät etwas Spiel. Doch das gehört eher in die Kategorie Erbsenzählerei.

Mit diesem gelungenen Auftritt ist das Lumia 800 das aktuell attraktivste Windows-Phone. Damit das auch lange so bleibt, liegt dem Smartphone neben dem üblichen Zubehör wie Datenkabel, Ladegerät und Stereo-Headset auch eine flexible Kunststoffhülle in Schwarz bei. Die schützt das Gerät vor unschönen Kratzern, wobei sich das Gehäuse ohnehin recht robust zeigte und den gemeinsamen Hosentaschentransport mit einem Schlüsselbund ohne Schäden überstand. Wer aber auf Nummer sicher gehen möchte, der greift lieber zum Überzieher.

Hingucker-Display

OLED-Display

© Hersteller

Das OLED-Display beieindurckt mit tiefschwarzer und farbstarker Darstellung. Eingaben setzt es ruck, zuck um.

Auch an der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine gönnt Nokia dem Lumia 800 etwas ganz Feines. Diesen Part übernimmt ein kapazitiver AMOLED-Touchscreen im 3,7-Zoll-Format, der verzögerungsfrei auf Berührungen reagiert. Die Darstellung begeistert mit einem satten Schwarz und kräftigen Farben, Fotos und Filme werden superscharf wiedergegeben. Die Helligkeit des Touchscreens liegt mit 281 cd/m2 bei einem für OLED-Displays absolut akzeptablen Wert. Damit man die tolle Darstellung auch ungetrübt genießen kann, ist die Anzeige zudem von einer nach außen gewölbten Abdeckung aus Corning-Gorilla-Glas geschützt. Die drei Sensortasten unterhalb des Displays reagieren vorbildlich direkt - der Schuss kann aber auch nach hinten losgehen: Bei unbeabsichtigter Berührung macht sich das Smartphone selbstständig.

Flotter Chip, allerdings Single

Schauen wir uns das Innenleben des guten Stücks an. Hier führt ein Qualcomm-Prozessor vom Typ MSM8255 das Regiment und sorgt mit seiner Taktfrequenz von 1,4 GHz für ein flottes Bedientempo und sanfte Überblendungen beim Menü- und Programmwechsel. Allerdings bieten ähnlich hochpreisige Smartphones wie das LG Optimus Speed oder das Motorola Atrix bereits Dual-Core-Technik. Der zur freien Nutzung verfügbare Speicher beträgt üppige 13,5 GB, ein Wechselspeicherslot ist nicht vorhanden. Wem der Platz nicht reicht, der muss eben auf den kostenlosen Onlinespeicher Skydrive mit einer Kapazität von üppigen 25 GB zurückgreifen - für dessen Nutzung ist allerdings eine schnelle Datenverbindung Pflicht, sonst dreht man endlos Däumchen.

Mehrwert durch Nokia-Extras

© Anbieter

Über das Programm "Nokia Musik" kann man Songs wie Alben kaufen und sich über Konzerte in der Nähe informieren.

Wie HTC hat auch Nokia Windows Phone 7.5 Mango mit einigen Zugaben angereichert. So findet sich im Hauptmenü unter "Kontakte übertragen" eine sehr hilfreiche Funktion für den einfachen Datenumzug per Bluetooth vom alten Telefon auf das neue. Das funktioniert mit Symbian-, Android- und Bada-Geräten, mit einem iPhone nicht. Weiter geht es mit "Nokia Karten" als zusätzlichem Routenplaner und Orientierungshilfe sowie "Nokia Musik", dem eigenen Musikshop der Finnen. Der bietet neben Songs zum Kaufen auch Informationen über Konzerte in der näheren Umgebung. Ein cleverer Service für alle Freunde von Livemusik. Und als Schmankerl ist das Smartphone mit dem kostenlosen weltweiten Lotsen "Nokia Navigation" ausgerüstet, der stark an die Version "Ovi Karten" auf Nokias Symbian-Modellen erinnert.

Darüber hinaus bringt das Lumia 800 alle Features mit, die von einem solchen Smartphone erwartet werden dürfen: Für schnellen Datentransfer zum Beispiel sorgen HSPA und n-WLAN. GPS und zahlreiche Sensoren gehören ebenfalls zum Standard. Das gilt auch für den problemlosen Umgang mit Office-Dokumenten. Für Unterhaltung sorgen der etwas einfach geratene Musicplayer und das UKW-Radio mit RDS-Komfortfunktionen. Wer auf guten Klang Wert legt, sollte die mit-gelieferten Kopfhörer allerdings durch bassstärke Exemplare ersetzen, denn das Lumia 800 zeigt im Kopfhörerbetrieb eine ausgeprägte Bassschwäche.

Wesentlich besser sieht es in der Abteilung "Bildende Kunst" aus. Die Linse löst mit 8 Megapixeln auf und stellt per Autofokus zuverlässig und schnell scharf. Ein doppeltes LED-Licht kann etwas Licht in dustere Szenerien bringen, einen echten Blitz aber freilich nicht ersetzen. Bei gutem Licht präsentierte sich die Bildqualität im Test ordentlich.

Bildergalerie

Nokia Lumia 800
Galerie

Schwachstelle Ausdauer

Fehlen noch die Ergebnisse aus dem Labor - und die fallen in der Disziplin Ausdauer doch sehr ernüchternd aus. Bereits die Standby-Zeit ist mit lediglich zehn Tagen unterdurchschnittlich. Etwas besser sehen die gemessenen Werte für die Gesprächszeit aus: So bleibt das Nokia bis zu zehn Stunden im E-Netz aktiv, im UMTS-Betrieb 3:22 Stunden.

Nicht ganz so gut fällt der für den Praxiseinsatz relevante Wert der typischen Ausdauer aus, einem Mix aus Telefonieren, Surfen und Organisieren. Diese beträgt lediglich etwas über fünf Stunden und macht das Ladekabel zum ständigen Begleiter. Um die Laufzeit in kritischen Situationen ein bisschen zu verlängern, kann man einen Stromsparmodus aktivieren.

Nokia Lumia 800- Screenshot

© connect

Nokia Lumia 800- Screenshot

Ein deutlich besseres Bild geben die Sende- und Empfangseigenschaften ab, die in der Summe die Note "gut" erhalten. Gleiches gilt für die klar verständliche Akustik.

Fazit

Aufgrund der schwachen Ausdauer erfüllt das Nokia Lumia 800 die hochgesteckten Erwartungen zwar nicht ganz. Dennoch haben die Finnen mit diesem schicken Windows-Phone-7.5-Gerät einen attraktiven Pfeil im Köcher - und mehr als einen Fuß in der Windows-Phone-Tür.Weitere Informationen:  Alle Handy/Smartphone Tests

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