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Testbericht

Nokia Lumia 820 im Test

Nokia Lumia 820
Labortest
63 %
Zuletzt aktualisiert: 20.10.2014
Nokia Lumia 820
Smartphones
Pro
  • sehr gutes User Interface
  • leicht individualisierbares Hauptmenü
  • Micro-SD-Card-Slot
  • schneller Datenfunk inklusive LTE
  • erstaunlich gute Kamera
  • günstiger Preis
  • Wechselcover
Contra
  • geringe Displayauflösung
  • breites Gehäuse
  • hohes Gewicht
  • zum Teil unzureichende Messwerte
Fazit

Schwächen bei der Sende- und Empfangsleistung und bei der Ausdauer sind beim Lumia 820 im UMTS-Betrieb einfach nicht zu übersehen

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Gute Ausstattung, einfache Bedienung, mäßige Messwerte: Im Test hinterlässt das Nokia Lumia 820 ein zwiespältiges Bild.

499 Euro kostet das Nokia Lumia 820 laut Hersteller. Das sind 150 Euro weniger, als für ein Lumia 920, das aktuelle Topmodell von Nokia, fällig werden, aber immerhin 200 Euro mehr als für das gut getestete HTC 8S. Da stellt sich die Frage, wo die Finnen gegenüber dem größeren Modell aus eigenem Hause gespart und gegenüber dem preiswerteren Modell von HTC investiert haben.

Zwischen Luxus und Verzicht

Nicht ganz einfach zu beurteilen ist das beim Display, das in der kontrast- und farbstarken und zudem sehr blickwinkelstabilen OLED-Technik ausgeführt ist. Mit 325 Candela pro Quadratmeter ist es auch für freundliche Sommertage hell genug, da kommen viele andere OLED-Displays nicht mit.

Bei der Auflösung ist jedoch bei 800 x 480 Pixeln Schluss, was gegenüber Oberklasse-Smartphones ein wenig Kompromissbereitschaft beim Websurfen und beim Betrachten von Bildern voraussetzt.

Abgesehen von diesem kleinen Manko liest sich die Ausstattungsliste wie der Wunschzettel eines Smartphone-Kenners. Etwa beim Datenfunk, der bei UMTS den schnellen Dual-Carrier-HSPA-Modus genauso beherrscht wie das noch schnellere LTE auf den fünf wichtigsten Frequenzbändern (800/900/1800/2100/2600 MHz). Damit ist man sowohl für Europa als auch für die USA bestens gerüstet.

Da verwundert es nicht, dass auch WLAN sowohl im 2,4-GHz- Band (in Europa weitverbreitet) als auch im 5-GHz-Band unterstützt wird – dieses ist in den USA üblich. Bluetooth ist auch an Bord, und mit dem ebenfalls unterstützten NFC kann sich der 820-Besitzer voll im Trend fühlen.

Prozessor: Voll im Trend

Voll im Trend liegt auch die Rechenpower des Lumia 820. Wie in teureren Windows-Phones von Nokia und HTC sorgt hier ein Snapdragon-S4-Prozessor von Qualcomm mit 1,5 Gigahertz Takt und zwei Rechenkernen für Dampf.

Und anders als HTC beim 8S macht Nokia beim Lumia 820 nicht von der Möglichkeit Gebrauch, den Arbeitsspeicher auf 512 MB zu reduzieren (dies schmälert nämlich potenziell die Kompatibilität): Hier steht das übliche Gigabyte zur Verfügung.

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Damit bringt das moderne Windows Phone 8 seine Vorzüge voll zur Geltung, zumal Nokia wie beim Lumia 920 wieder mit eigener Software nachlegt. So ist die Naviagtionssoftware Drive+ Beta vorinstalliert, die auch im Ausland kostengünstig navigiert, wenn man vorab Karten auf das Gerät heruntergeladen hat. Das Nokia-eigene Augmented-Reality- Programm namens City-Kompass weist in der fremden Stadt auf Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten und ärztliche Versorgung hin. Und Nokia Musik sorgt mit zeitlich befristet kostenlosen Streams für gute Unterhaltung.

Platz finden Karten und Musik im 8 GB großen Datenspeicher, von dem genau 5 GB verfügbar sind. Das Lumia 820 kann zudem per Micro-SD-Card um bis zu 32 GB erweitert werden.

Dank Micro-SD-Card-Slot kann der Speicherplatz ausgebaut werden.
Dank Micro-SD-Card-Slot kann der Speicherplatz ausgebaut werden. ©

Kamera: Ohne das spezielle Etwas

Die Kamera im großen Nokia Lumia 920 ist top. Auch im kleinen Lumia arbeitet eine 8-Megapixel-Kamera des Optikspezialisten Carl Zeiss. Diese Auflösung ist mehr als hoch genug für übliche Computermonitore und Notebookdisplays. Selbst bei feinstem Fotodruck sind hiermit bei gelungenen Fotografien Formate bis zu 20 x 30 Zentimeter möglich.

Und gute Bilder lassen sich mit dem Lumia 820 bei normalem Umgebungslicht, wie man es an sonnigen Tagen oder in gut beleuchteten Räumen findet, ohne Weiteres schießen. Die Besonderheit des Lumia 920 ist jedoch sein optischer Bildstabilisator, mit dem sich auch in relativ dunkler Umgebung weit entfernte Objekte ohne Verwackeln auf den Sensor bannen lassen. Die Lumia-820-Optik überzeugt im Dunkeln so lange, wie Objekte noch mit der Doppel-LED-Fotoleuchte gut erhellt werden können. Ein Beispielfoto finden Sie in der Bildergalerie oben.

Doch bei allem, was für dieses Licht zu weit entfernt ist, kann hier kein Fotostabilisator für besonders lange, lichteinfangende Belichtungszeiten sorgen. Die Fotokamera des kleinen Windows-Phone-8- Gerätes der Finnen ist also gut, ohne das spezielle Etwas der Lumia- 920-Kamera zu haben.

Verarbeitung und Handhabung: Kein Leichtgewicht

Wie schon beim Lumia 920 schlägt sich die gute Ausstattung auch hier in Abmessungen und Gewicht nieder. Mit 68 mm Breite und 162 g Gewicht ist das Lumia 820 zwar etwas handlicher als das 920, insgesamt aber immer noch überdurchschnittlich üppig. Und auch wer einen besonders leichten Begleiter sucht, wird beim kleineren Windows-Phone-Modell von Nokia nicht fündig.

Klar von Vorteil ist die abnehmbare Gehäuseschale – die Farbe lässt sich damit ebenso wechseln wie der Akku. Bei modernen Smartphones ist das mittlerweile ein ebenso seltener, wie praktischer Luxus. Wer noch mehr Luxus will, kann das Backcover auch gegen eines mit induktiver Ladetechnik tauschen. Mit einem solchen und mit einer Ladeschale nach dem sogenannten Qi-Standard lässt sich das Lumia 820 kabellos laden.

Mit passendem Zubehör lässt sich auch das Lumia 820 (im Bild das 920) kabellos laden.
Mit passendem Zubehör lässt sich auch das Lumia 820 (im Bild das 920) kabellos laden. ©

Labormessungen: Messtechnisch schwach

Das sollte nach unseren Messungen beim Telefonieren etwa knapp alle  vier (UMTS) bis zehn Stunden (GSM) nötig sein; die typische Ausdauer im Mischbetrieb mit Surfen und anderen den Bildschirm nutzenden Anwendungen beträgt 4:09 Stunden.

Kabellose Ladestationen für Lumia-Smartphones

Insgesamt liegt die Ausdauer damit auf gutem Niveau. Doch gerade bei UMTS zieht das Lumia 820 außergewöhnlich viel Strom. Da auch die Sende- und Empfangsleistungen hinter die durch andere Smartphones geweckten Erwartungen zurückfallen – im GSM-Betrieb leicht und im UMTS-Betrieb stark –, überzeugt das kleinere Lumia messtechnisch nicht. Selbst die insgesamt ausgewogene Akustik kann da ein „ausreichend“ als Gesamturteil bei den Messwerten nicht verhindern.

Fazit: Gute Ausstattung, einfache Bedienbarkeit

Ob connect hier ein Montagsgerät erwischt hat, werden wir versuchen, anhand eines zweiten Exemplars nachzutesten. Bis dahin zeigt das Lumia 820 mit NFC, Micro-SD-Card-Slot, üppiger und sinnvoller Software eine gute Ausstattung und mit seiner einfachen Bedienbarkeit auch eine gute Handhabung – einerseits.

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Andererseits sind die Schwächen bei der Sende- und Empfangsleistung und bei der Ausdauer im UMTS-Betrieb einfach nicht zu übersehen, sodass es hier insgesamt lediglich nur für ein befriedigendes Gesamtergebnis reicht.

 
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Inhalt
  1. Nokia Lumia 820 im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
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