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Testbericht Nokia Lumia 900 im Test

von
Nokia Lumia 900 im Test
Labortest
65,2 %
Zuletzt aktualisiert: 15.09.2014
Nokia Lumia 900
Smartphones
Pro
  • gut verarbeitetes Gehäuse
  • gute Fotoqualität
Contra
  • Akku fest verbaut,
  • nicht erweiterbarer Speicher
Fazit

Die Performance ist flüssig, der Bildschirm überzeugend, das Ökosystem aus exklusiven Diensten und Apps schlüssig, die Telefonieeigenschaften sehr ordentlich.

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High-End-Ausstattung offebart Nokias Lumia 900 im Test zwar nicht, kommt dafür aber mit einem üppigen Software-Paket und exklusiven Diensten.

Das ist nicht optimal gelaufen: Gerade ist Nokias Hoffnungsträger in Deutschland gestartet, da kündigt Microsoft sein neues Betriebssystem Windows Phone 8 an. Und das wird auf dem Lumia 900 nicht laufen. Ist das nun ein K.O.-Kriterium? Wir sagen: nicht unbedingt. Erstens, weil Nokia bereits versprochen hat, einige WP8-Funktionen per Feature-Update nachzurüsten.

Und zweitens, weil das Lumia 900 mit derart vielen Anwendungen und Diensten ausgestattet ist wie kaum ein anderes Smartphone. Die wichtigsten Beispiele stellen wir in der Bildergalerie unten vor. Technik-Fanatikern wird das vielleicht nicht ausreichen, wenn Sie aber Wert auf ein gut abgestimmtes Ökosystem legen und nicht unbedingt die aktuellste Technik in Ihrem Smartphone brauchen, kann das 900 einige Pluspunkte verbuchen.

Verarbeitung und Handhabung: Schicke Schale, gutes Display

Das erste Argument ist schon mal sein Äußeres. Das Nokia Lumia 900 gehört eindeutig in die Kategorie „optisches Highlight“. Das Gehäuse ist aus einem Stück Polycarbonat gefräst und in den Farben Schwarz, Weiß oder Blau lackiert. Es gibt keine sichtbar zusammengesteckten Teile, keinen knarzenden Akkudeckel und kaum Spaltmaße.

Wie beim 800er-Modell findet man oben Gehäuseöffnungen für SIM, microUSB und Kopfhörer.
Wie beim 800er-Modell findet man oben Gehäuseöffnungen für SIM, microUSB und Kopfhörer. ©

Das einzige beweg­liche Teil ist der Halter für die Micro-SIM-Karte, der aber stirnseitig fest verankert ist und sich nur über das mitgelieferte Werkzeug entriegeln und ausfahren lässt. Daneben sind Micro-USB-Anschluss und 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse platziert, ansonsten ist die Konnektivität des Nokia Lumia 900 etwas eingeschränkt: kein HDMI, kein NFC, kein MicroSD-Slot – der lokale Speicher von rund 13 Gigabyte plus 25 GB Online­speicher auf Microsofts Skydrive müssen ausreichen.

Dank seiner abgerundeten Kanten liegt das Lumia 900 angenehm in der Hand, auch wenn es insgesamt doch recht groß und vergleichsweise schwer ausfällt. Es ist nicht klobig, aber auch nicht besonders handlich. Auf jeden Fall passt es in nicht allzu enge Hosentaschen und lässt sich auch problemlos und schnell mit einer Hand bedienen.

Vergleichstest: Galaxy S3 und Lumia 900

Der kapazitive 4,3-Zoll-Touchscreen reagiert zügig und sehr zuverlässig auf jede Berührung; Fehleingaben gehörten während unseres Tests zur Ausnahme. Zwar ist die Displayauflösung von 480 x 800 Pixel mittlerweile der Mindeststandard, in der Praxis aber durchaus ausreichend. Vor allem weil die OLED-Anzeige des Lumia 900 mit kräftigen Farben und starkem Kontrast vollauf überzeugt und auch von der Seite noch gut ablesbar bleibt.

Und obwohl im Inneren „nur“ ein Einkernprozessor mit 1,4 GHz taktet, gibt es auch an der Arbeitsgeschwindigkeit des Nokia Lumia 900 nichts zu meckern. Ob beim Scrollen durch die Menüs, Surfen im Web oder Starten von Apps – alles läuft glatt und geschmeidig.

Nokia Lumia 900

Nokia Lumia 900

Das Nokia Lumia 900 steckt in einem schicken Polycarbonat-Gehäuse.

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Ausstattung: Intelligentes Betriebssystem

Dass es kein Update auf WP8 geben wird, ist freilich nicht optimal. Aber auch mit der installierten Version 7.5 kann man Spaß haben. Windows Phone zeichnet sich vor allem durch seine Vernetzungskünste aus.

Ratgeber: Exklusive Apps für die Lumia-Phones von Nokia

Statusmeldungen und Tweets aus sozialen Netzwerken stehen im Adressbuch neben dem entsprechenden Kontakt, neue Fotos von Freunden aus Onlineportalen liegen neben den lokal gespeicherten Aufnahmen in der Mediengalerie – die Grenzen zwischen On- und Offlinewelten schwinden, beide ergänzen sich vorbildlich.

Selbst aus dem Marketplace heruntergeladene Apps verknüpft Windows Phone thematisch miteinander. So sind beispielsweise alle Apps rund ums Thema Musik im Musik- und Videos-Hub integriert. Dreh- und Angelpunkt für die Übertragung von Multimedia-Dateien zwischen PC und Lumia ist die Microsoft-Software Zune. Darüber gelangen übrigens auch Fotos vom Nokia Lumia 900 auf den Rechner. Das

8-Megapixel-Objektiv stammt aus dem Hause Carl Zeiss, die Bildqualität ist in heller Umgebung sehr gut, im Dunkeln sorgt der erstaunlich helle Doppel-LED-Blitz für anständige Aufnahmen.

Labormessungen: Gutes Telefon

Was noch? Ach ja, Telefonie! Die Sprach- und Empfangsqualitäten des Lumia 900 sind im Labor positiv aufgefallen, die Akustik ist klar und das Handy praktisch immer in Bereitschaft – wenn denn der Akku nicht vorher schlappmacht, denn die Laufzeit ist mager. 4:16 Stunden im typischen Nutzungsmix sind hart an der Grenze, Poweruser sollten das Ladekabel sicherheitshalber stets griffbereit halten.

Das fugenlose Polycarbonatgehäuse macht Eindruck.
Das fugenlose Polycarbonatgehäuse macht Eindruck. ©

Wir fassen zusammen: Das Nokia Lumia 900 ist technisch nicht auf dem neuesten Stand: Einkernprozessor, Displayauflösung, nicht erweiterbarer Speicher, kein NFC, kein LTE, kein WP8. In der Praxis ist das aber kein Nachteil: Die Performance ist flüssig, der Bildschirm überzeugend, das Ökosystem aus exklusiven Diensten und Apps schlüssig. Nicht zu vergessen: Die oft stiefmütterlich behandelten Telefonieeigenschaften sind sehr ordentlich.

 
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Inhalt
  1. Nokia Lumia 900 im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
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