Dauertest

Nokia X6 32 GB

Der Multimedia-Kracher X6 32GB von Nokia konnte im connect-Test mit starken musikalischen Fähigkeiten inklusive einer einjährigen Musik-Flatrate auftrumpfen. Wie sich das finnische Smartphone im Alltag schlägt und ob es zu den etablierten Größen eine echte Alternative ist, klärt der Dauertest.

Nokia X6 32GB

© Connect

Nokia X6 32GB

Das X6 32GB, Nokias erstes Smartphone mit kapazitivem - also berührungsempfindlichem - Touchscreen, wurde erstmals auf der Nokia World 2009 in Stuttgart vorgestellt. Dort weckte es bei den Fachbesuchern mit seinem auffälligen Design auch gleich großes Interesse.

Doch nicht nur optisch kommt das in zwei Farbvarianten erhältliche Smartphone gut an, sondern vor allem auch wegen seiner prallen Ausstattung inklusive der einjährigen Musik-Flatrate "Comes With Music" für den Nokia Music Shop. Das S60-Modell bietet aber auch sonst zahlreiche Komfort- und noch mehr Multimedia-Funktionen, wie bereits der connect-Test bestätigen konnte. Einzig der Verzicht auf einen Wechselspeicherslot sorgte damals wie heute für etwas Kritik.

Nokia X6 32GB

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Clever: Bei der Kontaktsuche werden die nicht zur Auswahl stehenden Buchstaben ausgeblendet.

Günstig und variantenreich

Der aktuelle Preis liegt wie üblich mittlerweile deutlich unter der damaligen Preisempfehlung von 579 Euro, und so ist das X6 32GB in diversen Onlineshops bereits für unter 400 Euro zu haben. Wem das immer noch zu viel ist, dem stehen inzwischen in Sachen Speicher abgespeckte Varianten zur Wahl: das X6 16GB und das X6 8GB. Beide sind im Internet für etwa 250 Euro erhältlich und somit deutlich günstiger als der große Bruder.

Dafür fehlt dem Duo aber auch das richtig gut klingende und angenehm zu tragende On-Ear-Headset WH-500, und auch auf die einjährige Musik-Flatrate des X6 32GB müssen die Käufer verzichten.

Hier lohnt es sich nachzurechnen: Wer viel Musik kauft, kann den Aufpreis für das Topmodell dank der gesparten Downloadkosten schnell wieder hereinspielen. Denn bei "Comes With Music" kann man aus Nokias Music Store ohne Limit alles herunterladen, was man mag, und die Songs auch nach Ablauf der zwölf Monate auf seinem Rechner und seinem Smartphone behalten. Ein echter Mehrwert!

Vorne hui, hinten pfui

Nokia X6 32GB

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Gut verriegelt: Die Displaysperre ist biem X6 als Schieber ausgeführt.

Die Verarbeitung der beiden zur Verfügung stehenden Dauertestmodelle ließ indes noch deutlich Luft nach oben. Irgendwie scheint es, dass Nokia dieses Thema nicht ganz ernst nimmt, denn bis auf die E-Serie-Modelle der Finnen fallen nahezu alle anderen S60-Smartphones und -Handys mit Verarbeitungs- und Materialschwächen auf. So auch das X6. Während die Front des Finnen richtig anmacht, vermiest der knarzende und unangenehm überstehende Akkudeckel die Haptik. Auch die recht voluminösen Abmessungen, speziell die Bauhöhe von 15 Millimetern, stören in der Hosentasche. Dies bemängeln auch zahlreiche Nutzer in diversen Foren und stellen gar Vergleiche mit dem enorm klobigen Nokia 5800 an. Ganz so schlimm ist es zwar nicht, dennoch wirkt das X6 von der Formgebung her nicht ganz zeitgemäß.

Durchweg gut Noten erhält dagegen der 3,2 Zoll große, kapazitive Touchscreen. Die Anzeige im 16:9-Format gefällt mit einer scharfen Darstellung und ist mit einer kratzfesten Glasabdeckung vor Schäden durch Schlüssel oder scharfkantige Gegenständen geschützt. Dies gilt allerdings nicht für das Kunststoffgehäuse, das sich Kratzern gegenüber doch aufgeschlossen zeigt. Einige Besitzer klagen über Staub unter der Displayabdeckung, dieses Manko war im Dauertest allerdings nicht nachzuweisen.

Ärgerliches im Alltag

Nokia X6 32GB

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Die Schaltflächen der Qwertz-Tastatur sind zu klein geraten.

Die auf Symbian basierende S60-Benutzeroberfläche kann im Großen und Ganzen überzeugen und gefällt mit zahlreichen praktischen Goodies im Alltag. Allerdings gibt es zwei Kritikpunkte: So müssen manche Schaltflächen auf dem Display doppelt angetippt werden, um die Funktion zu starten, bei manchen genügt wiederum eine einmalige Berührung. Hier fehlt die Logik. Auch die virtuelle Qwertz-Tastatur kann nicht ganz überzeugen: Die Buttons sowie das Textfenster fallen sehr klein aus und die fehlenden Trennlinien zwischen den Schaltflächen stören optisch ganz gehörig beim Schreiben von Texten.

Es kommt softwareseitig aber noch schlimmer, denn die auf dem X6 arbeitende Firmware 20.0.005 zeigte im Alltag einige Male ärgerliche Abstürze, von denen auch einige User zu berichten wussten. Diese traten im Dauertest hauptsächlich beim Websurfen mit dem recht guten Browser auf - oder wenn viele Anwendungen parallel im Hintergrund gestartet waren, also beim Multitasking. Auch die Bediengeschwindigkeit könnte insgesamt deutlich flotter sein. Nokia hat inzwischen reagiert: Kurz vor Testschluss war ein Update auf die Firmware-Version 21.0.004 verfügbar, die subjektiv für eine höhere Bediengeschwindigkeit und ein stabileres Betriebssystem sorgte, zumindest während des kurzen restlichen Testzeitraums.

Bei Multimedia in seinem Element

Ganz in seinem Element ist das X6, wenn es um das Thema Musik geht. So haben die Ingenieure beim Audioausgang ganze Arbeitet geleistet: Das Smartphone bietet nicht nur einen makellosen Frequenzverlauf, sondern auch hervorragende Ergebnisse bei Klirr und Rauschabstand. Dies und die gut erreichbare 3,5-mm-Klinkenbuchse fürs Anstöpseln beliebiger Kopfhörer ist die Basis für Musikgenuss auf höchstem Niveau, sogar mit dem mitgelieferten Komfortheadset WH-500. Auch die Ausstattung des Musicplayers kann überzeugen - sowohl die connect-Redakteure als auch die User stellen dem X6 als Musikus hervorragende Noten aus.

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Das Kameramenü beherrscht dank GPS-Empfänger auch Geotagging.

Weiter geht's mit Lob: Die 5-Megapixel-Kamera ist mehr als eine bloße Zugabe und liefert eine recht gute Bildqualität ab. Zudem ist die Kamera auch gut ausgestattet. Nokias Ovi-Store wiederum bietet zahlreiche Programme, neudeutsch Apps, mit denen sich der Funktionsumfang des X6 auf vielfältige Weise erweitern lässt.

Auch sonst hat das X6 noch einige Pfeile im Köcher. Die Freisprechfunktion etwa verwöhnt mit gut verständlichem Klang über die  Stereo-Lautsprecher. Auch beim normalen Telefonieren bekommt das X6 durchweg positive Zensuren. Die Ausdauer kann im Alltag keine Bäume ausreißen, was aber auch nicht zu erwarten war. Von den im connect-Labor ermittelten 16 Tagen theoretischer Standby-Zeit blieben im Alltag zwei bis maximal drei Tage bei durchschnittlicher Nutzung mit Browsen, Telefonieren und Musikhören übrig.

Fazit: Licht und Schatten

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Die Lizenz zur Nutzung des Naviprogramms Ovi Karten ist weltweit kostenlos enthalten.

Das Multimedia-Smartphone mit Musikschwerpunkt macht optisch richtig an und wartet mit einer prallen Ausstattung auf. Der positive Eindruck wurde allerdings durch die beschriebenen Software-Abstürze erheblich getrübt. Doch das ist kein Problem für die Ewigkeit: Mit dem kurz vor Redaktionsschluss erschienenen Firmware-Update auf die Version 21.0.004 haben die Finnen reagiert - bleibt zu hoffen, das die Software hält, was der erste gute Eindruck versprochen hat. 

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