Testbericht

Nubert Nuline 102

Die Nubert nuLine 102 ist der Pegel-König

  1. Nubert Nuline 102
  2. Datenblatt
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© Archiv

Ein Rundgang durch die HiFi-Halle der diesjährigen IFA zeigte schnell: Die klaren, lackierten Boxendesigns sind wieder im Kommen. Da steht natürlich auch der Direktvertriebler Nubert nicht nach, der mit dem neuen Look seiner NuLine-Serie wieder auf klassische Quader-Form und saubere Lackoberflächen setzt. Alternativ ist die neue Serie auch weiterhin in enorm wertigen Echtholzfurnieren erhältlich - ohne Auspreis, versteht sich. Als besonderes Designmerkmal ist die halbtransparente Gitterblende erhalten geblieben, die auch im geschlossenen Zustand den Blick auf die Chassis nicht verwehrt. Doch auch innerlich hat sich so einiges getan: In der NuLine 102 steckt nun ein vollwertiges Dreiwege-Konzept, das praktisch aus einer geschlossenen 2-Wege-Box und zwei zusätzlichen Sub-Bässen samt Bassreflex besteht. Nur von außen sehen die drei Konustöner identisch aus. So kann die Box den gesamten Stimmbereich aus einem recht kleinen Zentrum abstrahlen, ohne diese Töner wiederum durch harte Bassarbeit zusätzlich zu belasten. Für die Höhen sorgt eine Nubert-eigene Gewebekalotte, die in einer recht tiefen Schallführung leicht asymmetrisch in der Box sitzt - so sollen sich laut Günter Nubert die Kantenreflexionen, die an dem Gehäuse zwangsläufig entstehen, zwischen beiden Seiten ausgleichen. 

Neue Wege

Bei der Berechnung der Frequenzweiche geht Nubnert ebenfalls etwas ungewöhnliche Wege: Die Filter für Hoch- und Mitteltöner ändern sanft ihre Charakteristik, so dass im Übergangsbereich quasi eine flache Weiche niedriger Ordnung arbeitet, die entsprechend weniger Phasenfehler produziert. Genau 41 Bauteile pro Box benötigt dieses aufwändige Filternetzwerk. Einige davon dienen nicht der Frequenzbereichaufteilung, sondern der kontrollierten Absenkung und Anhebung einzelner Bereiche - im Anschlussterminal der Box kann der Besitzer nämlich per Schalter Bass- und Höhencharakteristik verändern.

Hörtest

Im AUDIO-Hörraum legte die NuLine los wie die Feuerwehr: schlanker und durchzugsstärker, allerdings auch weniger sanft als die Heco Celan 700 . Beide sind absolut ausgewachsene Standboxen. Was die AUDIO-Crew prompt zu einem kleinen Maximalpegelwettbewerb inspirierte, den die Nubert klar für sich entscheiden konnte: Bei jedem Pegel spielte sie dynamisch und deutlich - absolute Partytauglichkeit bekommt man bei dieser Box obendrein.Mit ernsterer Musik tat sich die NuLine sichtlich schwerer. Zwar malte sie neutrale und großzügige Klangfarbenmischungen in den Hörraum, tönte etwas schlanker als die massige Heco, musste sich jedoch von AUDIO-Chef Joachim Pfeiffer einen allzu einseitigen Umgang mit musikalischen Details nachsagen lassen: "Lange kann ich die nicht hören" grummelte er angesichts der überbordenden Detailfülle, der Betonung jedes kleinen Zischens und Atmens in Bachs "Matthäuspassion" (Guttenberg, Farao). Was bei klassischen Aufnahmen noch als besonders genaue akustische Lupe durchging, kippte bei grenzwertig aufgenommen Popscheiben dann ins Zischelige, zuweilen Lästige: Katie Meluas "Nine Million Bicycles" zischt gewiss von sich aus schon, über die NuLine 102 war es dann aber endgültig zuviel des Guten - in der sanften Höhenabstimmung, wohlgemerkt. 

Betont sanftere Aufnahmen dagegen waren über die Nubert ein Genuss: Wunderbar ausgewogen, klar und zwingend swingte Till Brönner sein "Chattin' With Chet" (UMG) mit wahrhaft voller Bandunterstützung in den Hörraum. Wem das immer noch nicht groß genug tönt, der kann mit dem ATM-Modul von Nubert den Bassbereich der NuLine in wirklich unvernünftige Regionen erweitern - Reserven hat die Box genug.

Nubert nuLine 102

HerstellerNubert
Preis1450.00 €
Wertung78.0 Punkte
Testverfahren1.0

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