Testbericht

Nubert nuLine 264 im Test

Die NuLine 264 von Nubert ist sehr schmal aufgebaut. Ob die Standbox dennoch einen überzeugenden Klang liefert, zeigt der Test.

Nubert nuLine 264

© Hersteller / Archiv

Nubert nuLine 264

Es versteht sich eigentlich von selbst, dass der passionierte Entwickler Günther Nubert, der immer wieder stolz auf herausragende Bass- und Pegelfähigkeiten seiner Boxen verweist, tendenziell mit großen Tieftönern hantiert. Doch bei den neuen Vertretern der nu-Line-Serie bricht er mit diesem Konzept.

Nubert NuLine 264: Aufbau

Das Terminal beherbergt Schalter für Höhen- und Basspegel

© Hersteler / Archiv

Das Terminal beherbergt Schalter für Höhen- und Basspegel. Darunter arbeitet das erwachsene Reflexrohr.

Die Box misst nur 15 Zentimeter in der Breite, und ihre Tieftöner besitzen zwar einen Korbdurchmesser von 12 cm, die effektive Membran-Fläche ist durch die Sicke aber deutlich kleiner. Dafür arbeiten in der NuLine 264 gleich drei Bass-Spezialisten mit Doppelmagneten, die ihre Polypropylen-Membranen bis zu 20 Millimeter weit linear ausfahren können. Im untersten Bereich hilft ein grosszügig verrundetes Reflexrohr mit. Und wer die Box wandnah aufstellt, kann den Bass per Schalter absenken, um so nochmals Pegelreserven zu gewinnen.

Nubert nuLine 264, Bewertung / Testurteil

© Hersteler / Archiv

Nubert nuLine 264 - stereoplay Bewertung / Testurteil

Auch eine sanfte Übergabe im Grundton an den Flachmembran-Mitteltöner, der als oberstes Chassis auf der schmalen Schallwand thront, ist gesichert. Dieses konsequente 3-Wege-Konzept hat den unschätzbaren Vorteil, dass der Mittelton im Fall einer kurzzeitigen Überlastung der Tieftöner meist klirrfrei bleibt. Saubere Höhen liefert eine 25-Millimeter-Gewebekalotte, die für eine günstigere Verteilung der Kantenreflexionen außerhalb der Mittelachse platziert wurde.

Nubert nuLine 264: Hörtest

Der Tiefbass-Sweep in Yellos "Oh Yeah" ist sogar für mittel- oder großvolumige Standboxen durchaus eine Herausforderung. Nicht für die nuLine 264: Wie sie dem Ton bis in unterste Regionen folgte und anschließend den zackigen Electro-Beat mit Verve und Fundament wiedergab, das sorgte im Hörraum für Begeisterungsstürme. Sicher, ihr Bass blieb immer auf der straffen Seite, doch dynamisch spielte die Nubert weit über ihre Größe hinaus. Dazu offerierte sie einen hochpräzisen Mittelhochton, der alle Feinheiten von Beethovens 9. Sinfonie (LSO, Haitink) genauestens herausschälte, die Stimmen absolut neutral darstellte, dem Hörer aber auch eher wenig Räumlichkeitsinformationen zuteil werden ließ.

Die Physik zu überlisten - das hat selbst Günther Nubert nicht geschafft. Doch sie derart weit auszureizen, das macht ihm zurzeit kein Konkurrent nach.

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