Testbericht

Nubert Nuvero 11

Mit Einführung der nuVero-Serie spielt nun auch der Direktvertriebler Nubert im High-End-Konzert mit. Nach dem Erfolg der Einsteigerbox NuBox 511 (AUDIO 12/06), die erstmalig auf die Nubert-typischen großen Bass-Chassis verzichtete und mit mehreren kleinen Bässen eine erstaunliche Dynamik entfaltete, war es nur folgerichtig, dieses Konzept auch auf die neue High-End-Serie zu übertragen.

  1. Nubert Nuvero 11
  2. Datenblatt
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© Archiv

Um die schlanke Taille zu halten, ohne gegenüber den XXL-Boxen an Tiefbassfundament zu verlieren, musste ein Bass-Chassis mit völlig neuen Parametern entwickelt werden. Aus lediglich 15 Zentimetern Durchmesser sollen die mit einem Glasfaser-Sandwich versehenen Kraftpakete Tiefgang unter 30 Hertz bei Maximalpegeln bis zu 110 Dezibel erreichen. Das galt bisher als physikalisch annähernd unmöglich, weil selbst bei einem Trio von Bässen pro Box linearer Hub von mehreren Zentimetern notwendig wird. Doch Günther Nubert ruhte nicht eher, bis die physikalische Quadratur des Kreises geschafft war und der neue Wunderbass in der nuVero 11 gleich als Trio spielen durfte.

Mit einem ähnlichen Materialmix wartet auch der ab 400 Hertz einsetzende Mitteltöner auf, der wie im großen Modell nuVero 14 in einer Doppelan-ordnung (Mitteltöner/Hochtöner/Mitteltöner) spielt. Damit es hier nicht zu unangenehmen Auslöschungen im Präsenzbereich kommt, ist die obere Trennfrequenz mit 2000 Hertz sehr niedrig und der Durchmesser der Mitteltöner mit 7,5 Zentimetern sehr klein gewählt. Die Kalotte muss dann aber sehr steil von Frequenzen befreit werden, die für sie zu tief sind. In der nuVero kommen daher spezielle Filternetzwerke zum Einsatz, auf die Nubert ein Patent angemeldet hat. Die Verschaltung einer Vielzahl von Filtern erster Ordnung trennt sehr steil, vermeidet aber Phasen- und Laufzeitverzerrungen wie konventionelle Filter höherer Ordnung.

Vom Duo Canton und KEF setzte sich die Nubert bei Klassik mit einem etwas schlankeren, gleichwohl noch einen Tick besser aufgelösten Ton ab. Die ganze Klangfarbenpalette in Bruckners 9. Sinfonie (Harnoncourt) splittete sie in feinste Nuancen auf, fing wie ein perfektionistischer Tonmeister mit einer Vielzahl von Mikrofonen jedes einzelne Instrument ein. Da konnte die Canton etwas distanzierter klingen; sie bewahrte allerdings besser den Überblick über das große Ganze wie das Gefühl für die Kraftverteilung innerhalb eines so großen Orchesters.Unterhalb von extremen Pegeln seien die nuVero 11 und die deutlich größere nuVero 14, so das vollmundige Versprechen von Günther Nubert, klanglich kaum zu unterscheiden.

Unglaublich, aber wahr: Santanas "You Are My Kind" schoss mit einer Macht in den Hörraum, dass man eine locker doppelt so große Box dahinter hätte vermuten können. Die unterste Oktave ist die Spezialität der nuVero: so ultratrocken und präzise, zugleich tief und rhythmisch korrekt hatte noch keine Box ihrer Klasse im AUDIO-Hörraum gespielt. Zumindest, wenn sie in der Betriebsart "Voluminös" lief und der Accuphase E-450 ordentlich Leistung lieferte. Die Nubert benötigt keinen teuren Verstärker, aber einen kräftigen. Dann schwingt sie sich zu wahren dynamischen Höhenflügen auf und ist zugleich eine der klarsten und analytischsten Boxen, die je in Schwäbisch Gmünd gebaut wurden.

Nubert NuVero 11

HerstellerNubert
Preis2690.00 €
Wertung90.0 Punkte
Testverfahren1.0

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