Testbericht

Nubert NuVero 14

Die NuVero schafft die Quadratur des Kreises dank einer neuen, zum Patent angemeldeten Filtertechnik

  1. Nubert NuVero 14
  2. Datenblatt
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© Archiv

Bisher lehnte man in Schwäbisch Gmünd Drei- oder Vierwege-Konstruktionen ab, was die Anzahl der Chassis und damit den gefühlten Gegenwert pro Euro limitierte. Hintergrund ist das physikalische Phänomen der Gruppenlaufzeit, nach dem tiefe Töne durch die Filter der Frequenzweiche immer um einige Millisekunden verzögert werden und damit nicht mehr zeitrichtig zum Mittel- und Hochton spielen. Die Nu-Vero schafft nun aber die Quadratur des Kreises - dank einer neuen, zum Patent angemeldeten Filtertechnik: Nicht mehr steile Filter zweiter, dritter oder vierter  Ordnung, die die Phase drehen und damit das Signal partiell verzögern, trennen das Musiksignal in einzelne Bereiche, sondern ein riesiges Konglomerat aus zeitrichtigen Filtern erster Ordnung. Dies setzt allerdings einen gigantischen Weichenkomplex voraus: Über 70 Bauteile tummeln sich auf den drei Platinen.

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© H.Härle, J.Bauer, Hersteller

Die Kombination aus Einzoll-Hochtöner (rechts), Dreizoll-Mitteltöner und Sechs-Zoll-Bass verheißt sanfte Bündelungsübergänge und eine optimale Arbeitsteilung.

Sieben auf einen Streich

Sieben Chassis werden in 3,5 Wegen angesteuert: ein Gewebehochtöner oberhalb 2000 Hertz, der nach der D'Appolito-Anordnung von zwei kleinen Mitteltönern umrahmt wird. Die kleinen Exemplare auf der Korbbasis eines Vifa-Breitbänders ließ Nubert extra für diesen Zweck konstruieren. Erst mit diesen geht das ganze Konzept auf, würden größere Töner doch zu starke Auslöschungen oberhalb von einem Kilohertz produzieren und die vertikale Hörzone einschränken. Dafür geht's mit den drei Zoll kleinen Glasfaser-Zellulose-Membranen nicht besonders tief hinab: Schon unter 500 Hertz müssen die Tieftöner eingreifen, von denen ein Paar wiederum nach dem D'Appolito-Prinzip die Mittelhochtoneinheit umrahmt. Die 18 Zentimeter großen Spezialbässe können Auslenkungen bis zu drei Zentimetern linear und verzerrungsarm ausführen. Da  jedoch ihre Membranfläche beschränkt ist, treten zwei baugleiche Modelle zur Unterstützung unterhalb von 150 Hertz an.

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© H.Härle, J.Bauer, Hersteller

Die über 70 Nubert-Bauteile filtern, trennen und linearisieren aufs Genaueste, auch im Zeitbereich.

Ans Gehäuse der NuVero muss man sich gewöhnen: Mit 1,42 Meter ragt es hoch in den Himmel, wirkt dennoch schmal und unscheinbar. Dominiert wird der optische Eindruck von der aus akustischen Gründen gebogenen, hochglanzlackierten Schallwand und den Chassis. Der Rest des Gehäuses hält sich mit mattem Lack dezent im Hintergrund.

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© H.Härle, J.Bauer, Hersteller

Neben der schmalbandigen Anhebung der Mitten lassen sich die Höhen dreistufig anpassen oder der Bass auf "Voluminös" schalten

All the way long

Unter einigen High-Endern hält sich hartnäckig das Gerücht, auf gute Messwerte getrimmte Boxen würden unmusikalisch klingen. Dieses Pauschalurteil konterte die Nubert mit wenigen Takten aus: So breit gefächert, ausgewogen und präzise hatte noch keine der schwäbischen Boxen im AUDIO-Hörraum gespielt. So ergoss Richard Wagners "Parsifal"-Vorspiel (Barenboim, EastWest) einen Strauß an Orchesterklängen über die Zuhörer. Jeder einzelne Orchestermusiker war, wenn man sich auf ihn konzentrierte, bestens heraushörbar. Das war zweifellos beeindruckend. Sowohl die KEF XQ_40 als auch die Geithain ME__150 konnten den Hörraum jedoch mit noch harmonischer ineinander fließenden Klangfarben und einem geschlosseneren Klangkörper füllen. Auch war die Nubertsche Stimmdarstellung zwar von höchster Reinheit, dafür aber auch von leichter Schlankheit und etwas akademischer Präzision. Im Vergleich zu den Koaxial-Boxen projizierte sie eher eine akkurate technische Zeichnung als ein dreidimensionales Hologramm der musikalischen Bühne.

Doch die große Stunde der langen NuVero schlug im Tiefton: Ihren traumhaft präzisen, knallharten und perfekt getimten Impulsen des Hörtest-Klassikers "Tricycle" (Flim_&_The BBs, Sony's Audiophile Collection) hatten alle anderen Boxen dieser Preisklasse nichts entgegen zu setzen. Hier spielte die NuVero bereits in der Referenzklasse mit Revel Studio 2 und Konsorten. Gegenüber den kleineren Nubert-Serien ist die NuVero daher ein echter Quantensprung: wie weggeblasen die etwas harsche Zischlautdarstellung der NuLine 102 (AUDIO 12/07). Katie Meluas "Shy Boy" (CD "Piece by Piece", EastWest) konnte die NuVero ebenso präzise wie klangschön interpretieren.

Nubert nuVero 14

HerstellerNubert
Preis3880.00 €
Wertung95.0 Punkte
Testverfahren1.0

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