Testbericht

Nüvifone A50 von Asus und Garmin im Test

Smartphone und Navi aus einem Guss: Nach dem Nüvifone M10 bringen Garmin und Asus das Android-basierte Nüvifone A50 auf die Straße. Was es kann, verrät der Test.

  1. Nüvifone A50 von Asus und Garmin im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
Nüvifone A50

© Garmin Asus

Nüvifone A50

Pro

  • Routenführung ohne Internet
  • Stauinfo und Blitzerwarnung
  • viele Apps verfügbar
  • ordentliche Akkuleistung
  • gute Empfangswerte

Contra

  • Android ist beinahe nicht zu erkennen

Dass die immer leistungsstärkeren Smartphones mit ihren übersichtlich großen Touch-bildschirmen den Naviherstellern Bauchschmerzen bereiten, kann sich jeder halbwegs technikaffine Zeitgenosse selbst ausrechnen. Der amerikanische Navi-Marktführer Garmin machte aus der Not eine Tugend, griff sich den taiwanesischen Elektronikspezialisten Asus und entwickelte eine Chimäre aus Handy und Navigationsgerät.

Nüvifone A50

© Connect

Viele Wege führen ans Ziel: Entweder über die POIs oder die lokale Google-Suche.

Von dieser neuen Gattung sind inzwischen zwei Exemplare auf dem deutschen Markt: Das hier getestete Nüvifone A50 und das vor Kurzem genauer unter die Lupe genommene Nüvifone M10 . Während Letzteres mit der derzeit auslaufenden Windows-Mobile-Version 6.5 auftritt, steckt im Inneren des Nüvifone A50 das aufstrebende Google-Betriebssystem Android, allerdings in der längst überholten Donut-Version 1.6 - doch dazu später mehr.

Auspacken und losfahren

Wer mit dem Nüvifone gleich auf Reisen gehen möchte, findet alles Nötige in der Verpackung: Per Saugnapf wird das A50 wahlweise im Hoch- oder Querformat an der Windschutzscheibe angebracht und über den Zigarettenanzünder und das entsprechende Ladekabel mit Strom versorgt. Wie auch beim Nüvifone M10 ist die Vollversion der bewährten Garmin-Navi implementiert, die Straßen quer durch ganz Europa im Speicher hinterlegt hat. Vorteil eines solchen Onboard-Systems: Das Gerät muss zur Routenführung keine Kartendaten aus dem Internet laden und kommt auch auf Auslandsreisen ohne Roamingkosten ans Ziel.

Sobald das Smartphone also hochgefahren ist und an der Scheibe hängt, kann es auch schon losgehen. Drei münzgroße und während der Fahrt sehr gut zu bedienende Buttons für Telefonie, Zieleingabe und Kartendarstellung dominieren den Startbildschirm. Ziele lassen sich wie gewohnt über eine Direkteingabe oder die Auswahl von POIs (Points of Interest, zu Deutsch Sonderziele) bestimmen. Sämtliche Optionsmenüs sind ausreichend groß dimensioniert und mit optisch ansprechenden Icons versehen.

Nüvifone A50

© connect

Bei der Navigation ist die Kartendarstellung etwas reduziert, sie ist dafür scharf und eindeutig.

Bei der eigentlichen Navigation greift Garmin auf seine bewährte Software zurück, die mit scharfer, wenn auch etwas reduzierter Kartendarstellung zu überzeugen weiß. Auch die Sprachausgabe für die Links-, Rechts- und Bitte-Wenden-Manöver ist zufriedenstellend, wenngleich die Dame bei der Ansage von Straßennamen (Text-to-Speech-Funktion) mitunter etwas abgehackt klingt. Alles in allem klappt die Zielführung souverän und zuverlässig.

Androiden-Camouflage

Neben der reinen Zielführung finden sich im Hauptmenü weitere Navi-Anwendungen als eigenständige Unterpunkte, etwa der "Wo bin ich?"-Button oder ein Icon für die nach einer Testphase kostenpflichtigen "Connected Services" wie Stauinfo und Blitzerwarnung. Der Hersteller verknüpft Smartphone- und Navifunktionen also ganz eng und stellt sie gleichwertig nebeneinander - was legitim und sehr gut gelungen ist.

Während beim Nüvifone M10 das Microsoft-Betriebssystem deutlich spürbar ist, ist Android auf dem Nüvifone A50 beinahe nicht zu erkennen, denn hier haben die Entwickler ihre eigene Benutzeroberfläche namens Breeze darübergesetzt. Daher ist es auch nicht weiter tragisch, dass sich im Kern die veraltete Android-Version 1.6 verbirgt, schließlich haben Garmin und Asus das Betriebssystem als Grundlage genommen und darauf ihr Smartphone-Navi-Mischwesen aufgebaut und entwickelt.

Ein Hauch Eigensinn

Breeze bringt neben den drei bereits erwähnten Buttons noch eine je nach Displayausrichtung rechts oder unten im Bild fixierte Leiste auf den Startbildschirm, die sich beliebig mit favorisierten Applikationen und Menüs belegen lässt.

Wischt man mit dem Finger von rechts nach links respektive von unten nach oben über den kapazitiven Touchscreen, öffnet sich das Hauptmenü; die von oben herunterklappbare Statusleiste, die aktive Anwendungen sowie verpasste Anrufe und Nachrichten auflistet, bringt den Android-Kern zum Vorschein.

Nüvifone A50

© Connect

Das Hauptmenü ist mit selbsterklärenden Icons übersichtlich strukturiert.

Gut versteckt ist wiederrum der von anderen Android-Modellen bekannte mehrseitige Homescreen. Um diesen zu generieren, muss der Finger zwei Sekunden auf dem als Sensortaste ausgeführten Homebutton rechts unten verweilen - anschließend wird der vorher beschriebene Startbildschirm mit den Navi-Elementen in den Hintergrund gerückt und ein fünfteiliger Homescreen eingeblendet. Hier können dann zur besseren Übersicht und Individualisierung beispielsweise Kalender-, Facebook- oder auch Musicplayer-Widgets, jedoch keine Programm-Shortcuts platziert werden.

Für das Softtuning ist wie üblich der Android Market zuständig: Hier kann der Nutzer aus mittlerweile über 90 000 Anwendungen wählen und das Smartphone mit den unterschiedlichsten Zusatz-programmen beliebig erweitern.

Geschwister gehen Hand in Hand

Das sehr elegant wirkende Nüvifone A50 liegt dank seiner gummierten Rückseite recht griffig in der Hand und ist anständig verarbeitet; über das dezent knarzende Gehäuse kann man mit etwas gutem Willen hinwegsehen.

Das Labor bescheinigt dem Gerät eine ordentliche Akkuleistung und gute Empfangswerte. Im direkten Vergleich liegt das Nüvifone A50 aufgrund des etwas schwächeren Akkus knapp hinter seinem Schwestermodell Nüvifone M10, kann aber mit mehr Bedienkomfort aufwarten: Der Touchscreen reagiert auf Berührung, nicht erst auf Druck, und die Benutzerführung ist deutlich intuitiver als bei der Windows-Variante.  

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