Testbericht

Nüvifone M10 im Test

Smartphones bieten mit immer größer werdenden Displays, komfortabler Touchscreen-Steuerung und in aller Regel integrierten GPS-Empfängern ideale Voraussetzungen, um nicht nur als Telefon, Surf- und Mailmaschine, mobiles Büro, Nachrichtenportal und Spielkonsole zu fungieren, sondern eben auch als stets griffbereites Navigationsgerät.

  1. Nüvifone M10 im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
Nüvifone M10

© Archiv

Nüvifone M10

Pro

  • Zusatzfunktionen
  • hohe Display-Auflösung
  • gutes Energiemana­gement

Contra

  • klein geratenene Qwertz-Tastatur
  • Gravitationssensor nicht immer zuverlässig

Also haben sich der amerikanische Navi-Markführer Garmin und der taiwanesische Elektronik-Spezialist Asus zusammengesetzt und zwei Mischwesen aus Smartphone und Navi gebaut: das Nüvifone M10 und das Nüvifone A50. Letzteres ist androidbasiert und soll in diesem Sommer folgen. Im Inneren des bereits verfügbaren und hier getesteten M10 fließen die Datenströme durch das derzeit auslaufende Betriebssystem Windows Mobile 6.5.

Ab auf die Straße

Für den ersten Roadtrip ist das Nüvifone bestens gewappnet: Die als Vollversion implementierte Navi-Software von Garmin kennt die Straßen quer durch Europa und ist onboard installiert, das bedeutet: Während der aktiven Routenführung werden keine Kartendaten aus dem Netz heruntergeladen.

Ein Saugnapf plus Gerätehalter für die Montage an der Windschutzscheibe wird genauso mitgeliefert wie das Ladekabel für den Zigarettenanzünder. Hängt das Nüvifone an der Scheibe, ist es nicht ganz einfach, auf der etwas klein geratenenen Qwertz-Tastatur des resistiven, sprich druckempfindlichen Touchscreens ein Ziel einzugeben. Dazu nimmt man das Smartphone besser aus dem Halter und benutzt den Eingabestift. Bei der Navigation selbst kann der Stylus im Gehäuse bleiben - hier klappt die Fingersteurung problemlos.

Nüvifone M10

© Foto: Hersteller

Die Symbole im Hauptmenü sind selbsterklärend und lassen sich mit dem Finger bedienen.

Die Navi-Funktion ist nahtlos in die Benutzeroberfläche integriert, immer aktiv und muss nicht separat gestartet werden. Außer den Buttons für die Karte und die Zielsuche finden sich weitere Zusatzfunktionen wie etwa eine "Ciao" genannte Tracking-Funktion oder die nach einer Testphase aufpreispflichtigen "Connected Services" wie Stauinformationen und Blitzerwarnungen. Diese Funktionen sind jedoch quer über das Menü verteilt, sodass es schwierig ist, auf den ersten Blick festzustellen, ob die Optionen zur Navigation oder zum Windows-System gehören. Garmin-Nutzer finden sich in den Navi-Funktionen schnell zurecht, aber auch Greenhorns erleben zügig Aha-Effekte.

Dank der hohen Display-Auflösung sieht die Darstellung jedoch ungleich schicker aus als auf herkömmlichen Navigationsgeräten; die hohe Rechenleistung des 600-Megahertz-Prozessors sorgt außerdem für eine zackige Reaktion des Geräts.

Nüvifone M10

© Foto: Hersteller

Die Autobahn-Ansicht teilt sich den Bildschirm mit der Kartendarstellung.

Bei der eigentlichen Routenführung spielt Garmin seine Stärken aus: Das M10 überzeugt beinahe restlos mit extrem scharfer, wenn auch etwas zu reduzierter Kartendarstellung, routinierter Zielführung und zufriedenstellender Sprachausgabe. Als digitaler Lotse macht das Kombigerät also eine durchaus gute Figur und verdient sich in unserem Redaktionstest als Navigationsgerät die Verbalnote "sehr gut".

Im zweiten Schritt haben wir das M10 durch unser Messlabor geschickt und auf seine Smartphone-Tauglichkeit geprüft - mit ähnlich gutem Ergebnis.

Smartphone durch und durch

Insbesondere beim Energiemanagement hat die amerikanisch-taiwanesische Kooperation gute Arbeit geleistet - von der mit sechs Stunden im typischen Nutzungsmix ermittelten Ausdauer ist so manch anderes Smartphone weit entfernt. Die subjektiv gut klingende Akustik wurde durch die Messwerte der Testfactory bestätigt; die vor allem im UMTS-Netz guten Empfangsqualitäten komplettieren den insgesamt sehr runden Laborauftritt des M10.

Nicht ganz so rund läuft das Betriebssystem. Bei zügigen Eingaben hat unser Testgerät gelegentlich den Faden verloren und nahm sich eine kurze Auszeit, bis es wieder betriebsbereit war.

Auch der Gravitationssensor agierte nicht immer zuverlässig und verwechselte hin und wieder kurzzeitig die Hoch- und Querausrichtung. Auf den obersten Menüebenen kommt man mit reiner Fingersteuerung problemlos durch die Anwendungen, wer jedoch tiefer in die Menüs hinabsteigt, trifft auf die langjährige Windows-Mobile-Krankheit mit den recht kleinen Einträgen in den Konfigurationsfenstern, weshalb der Stylus auf jeden Fall seine Daseinsberechtigung hat.

Nüvifone M10

© Foto: Hersteller

Der Posteingang ist ohne Stylus schwer zu handhaben.

Empfehlen kann sich das Navihandy auch als Businessphone: Outlook-Sync, Exchange-, IMAP- und POP3-Anbindung bringen private und geschäftliche E-Mails zuverlässig aufs Display, während Office Mobile nicht nur das Betrachten, sondern auch das Bearbeiten von Office-Dokumenten ermöglicht. Ausnahme: Powerpoint-Präsentationen und PDF-Dateien können nur gelesen werden. Die umfangreiche PIM-Verwaltung und der vorinstallierte Facebook-Client stellen sicher, dass Termine eingehalten und soziale Kontakte nicht vernachlässigt werden.

Wir halten fest: Das Nüvifone ist ein durch und durch talentiertes Smartphone, bei dem die Navi mehr als nur eine Anwendung von vielen ist.

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