Testbericht

Octave V 80

Der Röhren-Vollverstärker Octave V 80 erreicht ein großartiges Ergebnis

  1. Octave V 80
  2. Datenblatt
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© Archiv

Auf den komplett neu entwickelten, endlich mit einer würdigen, lernfähigen Fernbedienung gerüsteten Octave V 80 freute sich die Redaktion so, dass sie ungeduldig sogar ein Vorserien-Muster zum Test einbehielt. Beim Endprodukt sind zum Grundpreis von 6800 Euro zusätzlich zu kalkulieren: 400 Euro für einen Phono-Zug, wahlweise MM oder MC. Octave-Chef Andreas Hofmann entschied sich hier für eine Lösung mit integrierten Schaltkreisen (ICs), passiver Entzerrung und Subsonic-Filter vor der Verstärkung. Ein röhrenbestückter Prepre wie in den großen Vorverstärkern des Badeners käme für den Vollverstärker zu teuer. Wie beim kleineren Bruder V 70 kann der Nutzer das Netzteil mit externen Kapazitäten kräftigen. Das schlägt inklusive dem fettesten Außenborder, der "Super Black Box", mit 2250 Euro zu Buche. Wir notieren also für die höchste Ausbaustufe des V 80 stolze 9450 Euro.   

Messwerte

Dass die zwei Röhren-Verstärker nicht mit Leistung protzen würden, war klar. Doch mit der AUDIO-Kennzahle von 48 (mit vier Leistungsröhren Electro Harmonix KT 88) eignet sich der Octave nur für wirkungsgradstarke Boxen, sofern hohe Pegel gefordert sind. Er reagiert zudem mit Spannungsabfall an induktiven Lasten (positive Phasendrehungen der Frequenzweiche) sowie im Frequenzgang recht empfindlich und Octave-untypisch auf die Ohmsche Last: dem Vorserien-Status geschuldet?

Das Manko macht der Octave V80 allerdings mit exzellenten Fremdspannungswerten wett: Mit 95 dB bei Hochpegel und immerhin 71 dB am Phono-MC-Eingang sind weder Brummen noch Rauschen zu befürchten.

Hörtest

Der erste Durchgang spürte den highfidelen Fähigkeiten der Probanden mit untadeligen, bewährten Programmen auch im Grenzbereich nach. Der auf der aktuellen AUDIO-CD "pure music Vol. 5" (Bose) ohne Kompression und Schnitte gespeicherte Kopfsatz von Bruckners 5. Sinfonie verlangt Röhren und Transistoren eine Menge ab, ähnlich wie der exzellent produzierte Fusion-Jazz der Thom Rotella Band (dmp). Allen Kandidaten gelang es aber, die enorme Dynamik eines romantischen Orchesters wie einer elektrifizierten Band nachzubilden.

Im Rahmen ihrer Möglichkeiten aber konnten sowohl der Lua als auch der Octave eine unglaubliche Viefalt feindynamischer Nuancen entwickeln, hier zum Teil sogar kräftiger strahlend als die zwei Transistor-Verstärker.

Und wir sind mittendrin in der Musik - wo HiFi egal wird und Tonträger mit reichlich Fehl und Tadel in die Player wandern. Etwa wunderschöner, aber hoffnungslos überproduzierter Brit-Pop a la Coldplay. Hypervirtuoser, aber rabiat komprimierter Heavy Rock a la Dream Theater. Oder alte Mono-Aufnahmen mit Maria Callas. Im audiophilen Ausnahmezustand überzeugten die beiden Röhren-Verstärker mit den am feinsten modulierten Stimmen. "Un bel divedremo", von der Callas unnachahmlich ergreifend geklagt, ging zu Herzen. Vom Octave energischer nach vorne gerückt, vom Lua etwas abgemildert - für sich genommen faszinierende Darstellungen. Kritik entzündete sich allenfalls am leichten Zerfasern des Klanges, an minimalem Aufweichen, Andicken mit höheren Pegeln.

Octave V 80

HerstellerOctave
Preis6800.00 €
Wertung115.0 Punkte
Testverfahren1.0

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