Testbericht

Orchid LR4620T

Obwohl Schnurlostelefone nach dem DECT-Standard im Mittel nur mit 10 Milliwatt und damit 100 Mal schwächer als ein E-Netz-Handy senden, sind die schnurlosen Plauderknochen bei Strahlungskritikern nicht gut gelitten. Stein des Anstoßes ist die Tatsache, dass eine DECT-Basisstation dauernd funkt, also auch dann, wenn gar nicht telefoniert wird. Der Schweizer Hersteller Orchid hat beim LR4620T zwar seine Hausaufgaben bei der Strahlungsreduktion gemacht, aber das eigentliche Telefon etwas vernachlässigt.

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Testbericht Orchid LR4620T

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Testbericht Orchid LR4620T

Lange war es angekündigt, jetzt gibt's das Orchid mit Voll-Eco-Mode und verschiedenen Ausstattungen zu kaufen. Dabei stand zunächst die Frage im Raum, wie Orchid ohne Dauerpuls die schnelle Synchronisation zwischen Mobilteil und Basis hinbekommt, wenn ein Anruf eingeht.

Das Geheimnis wurde im connect-Testlabor am Spectrum-Analyser gelüftet: Die Orchid-Ingenieure haben im freien ISM-Band auf 865 MHz einen weiteren Sender eingebaut. Der wird aktiv, sobald die DECT-Verbindung eingeschaltet werden soll, und tauscht schnell die notwendigen Synchronisationsdaten zwischen Basis und Mobilteil aus. Ganz schön viel Aufwand, auch taucht der zusätzliche Sender in der Konformitätserklärung nirgendwo auf.

Doch trotz dieses Kunstgriffes dauert es bis zu fünf Sekunden, bis die DECT-Verbindung zwischen Mobilteil und Basis steht. Wem das zu lange ist oder wer weitere Mobilteile von anderen Herstellern anmelden will, kann an der Basis den Eco-Mode abschalten. Dann funkt die Basis zwar wieder wie bisher, aber die Sendeleistung wird dauerhaft um 75 Prozent heruntergefahren.

Leistung wird dynamisch heruntergeregelt

Wer nur Orchid-Mobilteile eingebucht hat und wen die Verzögerung in der Anrufsignalisierung nicht stört, der bekommt ein Telefon, bei dem die Basis im Standby-Modus keine Funkwellen ausstrahlt. Zusätzlich regelt das Mobilteil seine Leistung dynamisch herunter, je näher es sich an der Basis befindet.

Wenden wir uns nun dem Standardprogramm zu und schauen, wie sich das Orchid im connect-Testparcours geschlagen hat. Um es vorwegzunehmen: Nicht wirklich gut. Das beginnt bei den Tasten, die zwar recht groß sind, aber manchmal erst nach beherztem Druck reagieren und zudem nicht beleuchtet sind. Auch das kleine Display ist nur schwach illuminiert und kann aus Ermangelung einer zweiten Zeile maximal zwölf Ziffern einer Rufnummer auf einmal darstellen - das ist nun wirklich nicht mehr zeitgemäß.

Schwächen gibt's auch bei der Handhabung zu beklagen: Zwar lässt sich löblicherweise mit einem langen Druck auf die *-Taste die Tastensperre aktivieren, doch leider ist die Taste nicht entsprechend markiert. Und wer in der Anruferliste wissen will, wann der verpasste Anruf ankam, muss dies mit der Taste "3" abfragen.

Basisanforderungen erfüllt

Zwar kein Problem, allerdings bei Weitem nicht so intuitiv wie bei anderen Geräten der 100-Euro-Klasse, bei denen die Bedienung dank mehrzeiligem Display und kontextabhängigen Softkeys eben intuitiv klappt. Wenigstens erfüllt das Orchid die Basisanforderungen in Form einer Anrufliste mit 50 Einträgen und einem Telefonbuch, das sich 100 Einträge merkt.

Auch im Labor konnte das Orchid keine Erfolgsgeschichte schreiben. In der Gesamtwertung der Akkulaufzeiten erhält das Gerät ein "ausreichend" - vier Tage Standby und acht Stunden Gesprächszeit sind heutzutage zu wenig. Wenigstens haben die Ingenieure Wert auf ordentliche Sprachqualität gelegt. Dennoch kommt das Orchid mit 305 Punkten am Ende nur auf ein "ausreichend". Wer sofort ein strahlungsarmes DECT-Gerät haben muss, wird im LR4620T fündig.

Orchid LR4620T

HerstellerOrchid
Preis100.00 €
Wertung299.0 Punkte
Testverfahren1.0

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