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Testbericht Panasonic Eluga im Test: Showtime

von
Panasonic Eluga im Praxistest
Labortest
55,8 %
Zuletzt aktualisiert: 19.09.2014
Panasonic Eluga
Smartphones
Pro
  • stabiles Gehäuse
  • handliches Format
  • individuell einstellbarer Stromsparmodus
  • außergewöhnliches Design
Contra
  • Akku fest verbaut
  • zu wenig Speicher
Fazit

Alles in allem ist der erste Akt von Panasonics Comeback auf europäischer Bühne gelungen ? und auf jeden Fall sehenswert.

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Mit dem Eluga kehrt Panasonic zurück auf die europäische Bühne. Der erste Auftritt ist nicht fehlerfrei, aber vielversprechend.

Noch ein Android-Smartphone? Haben wir davon nicht langsam mal genug? Abwarten, Freunde, denn dieser Newcomer hat das Zeug, auch auf einer bevölkerten Bühne die Blicke auf sich zu ziehen. Sein Name? Panasonic Eluga. Seine Qualitäten? Er ist schlank, handlich, flink, robust – und er sieht gut aus.

Das Smartphone ist tadellos verarbeitet.
Das Smartphone ist tadellos verarbeitet. ©

Dabei hatte Panasonic, was Handys in Europa angeht, vor über fünf Jahren das Handtuch geworfen. Mit Googles Android-Betriebssystem sieht der Elektronikgigant aus dem Land der auf­gehenden Sonne nun gute Chancen, sein Stückchen vom riesigen europäischen Smartphone-Kuchen abzubekommen.

Panasonic Eluga: Außergewöhnliches Design

Wie sie das anstellen wollen? Mit eigenständigen Modellen: Laurent Abadie, CEO von Panasonic Europe, vermisst auf dem Markt „Telefone, die Design, anspruchsvolle Technik und eine das Leben vereinfachende Ausstattung erfolgreich miteinander verbinden“. Also hat Panasonic ein ebensolches Smartphone gebaut, das aber vor allem eines ist: ein Hingucker.

Man kann es sprichwörtlich drehen und wenden, wie man will – der Formfaktor des Eluga ist ein Unikat. Das Smartphone ist ausgesprochen flach und leicht, keine acht Millimeter zeigt unser Messschieber an, etwas über 100 Gramm die Waage. Wer Wertigkeit über das Gewicht definiert, muss beim Panasonic Eluga umdenken, denn die Anfassqualität des Fliegengewichts ist hoch. Knarzen oder Quietschen – Fehlanzeige, die Verarbeitung ist tadellos und sehr gewissenhaft.

Panasonic Eluga: Wie aus einem Guss

Das stabile Gehäuse wirkt wie aus einem Guss, obwohl es aus Teilen zusammengesetzt und nicht aus einem Stück gearbeitet ist. Alle Komponenten sind exakt aufeinander abgestimmt und fest verschlossen; komplett abnehmbare Teile, beispielsweise eine Akkuabdeckung, gibt es nicht.

Das Eluga überlebt tatsächlich ein kurzes Bad.
Das Eluga überlebt tatsächlich ein kurzes Bad. ©

Der Akku ist fest verbaut und somit für den Laien nicht austauschbar. Nur an der Stirnseite gibt es zwei lösbare, aber mit einem Gumminippel am Gehäuse verankerte Kunststoffkappen, hinter denen sich der Slot für die Micro-SIM-Karte und der Micro-USB-Anschluss verstecken. Dazwischen ist die Klinkenbuchse für Kopfhörer platziert.

Was man dem Eluga auf den ersten Blick nicht unbedingt zutraut: Es ist wasser- und staubfest, zertifiziert nach Schutzart IP57 – selbst wenn das Telefon beim Wandern versehentlich in eine Pfütze fällt, ist es nicht gleich kaputt.

Panasonic Eluga: Klasse statt Masse

Ein weiteres optisches Highlight des Panasonic Eluga sind die stark nach hinten verjüngten Gehäuseseiten. Dadurch liegt das Eluga zwar sehr angenehm in der Hand, allerdings rutscht der Daumen beim Drücken der Lautstärke- und Ein/Aus-Tasten ständig ab. Das ist anfangs ärgerlich, nach kurzer Eingewöhnungszeit aber auch kein Problem mehr.

Die Modellbezeichnung Eluga ist im Übrigen eine Ableitung von „Elegant Design User Friendly Gateway“. Im ersten Jahr peilt Laurent Abadie europaweit 1,5 Millionen verkaufte Panasonic-Smartphones an, 2016 sollen es weltweit 15 Millionen werden. Das ist jetzt nicht übermäßig viel, wenn man etwa die Zahlen von Apple daneben legt: Allein im vierten Quartal 2011 sind knapp 40 Millionen iPhones über die Ladentheken gewandert.

Panasonic setzt also nicht auf Masse, sondern auf Klasse: Das Eluga ist das Auftaktmodell einer ganzen Reihe von Smartphones, mit denen die Japaner in Europa im High-End-Segment eine Rolle spielen wollen. Und auch das zweite Modell, das technisch eine Klasse hochwertigere Eluga Power steht bereits in den Startlöchern.

Panasonic Eluga

Das Panasonic Eluga misst 124 x 62 x 8 Millimeter

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Panasonic Eluga: Großes Display

Was das Panasonic Eluga besonders auszeichnet, ist der gelungene Spagat zwischen großem Bildschirm und handlichem Format. Das Eluga ist kaum größer als ein iPhone, hat aber gleichzeitig ein deutlich größeres Display, nämlich 4,3 gegenüber 3,5 Zoll. Die Anzeige zieht sich weit nach außen, beinahe die komplette Front besteht aus Display.

Laut Panasonic nimmt der Bildschirm 66 Prozent der gesamten Gehäuseoberfläche ein. Viel Platz also, um bequem im Web zu surfen, Nachrichten zu schreiben, Spiele zu spielen oder Fotos und Videos zu schauen. Das OLED-Display des Panasonic Eluga mit 540 x 960 Pixeln Auflösung stellt Farben schön kräftig dar; der Kontrast ist hoch, Inhalte sind selbst bei schrägem Blickwinkel gut zu erkennen. Nur wer ganz genau hinschaut, sieht, dass Schriften ein kleines bisschen ausfransen – im Alltag fällt das aber kaum auf.

Alle installierten Anwendungen lassen sich im Schnellauswahl-Widget durchscrollen.
Alle installierten Anwendungen lassen sich im Schnellauswahl-Widget durchscrollen.

Auch der Touchscreen macht seine Aufgabe sehr ordentlich und reagiert zügig auf Fingereingaben. Es gibt zwar schnellere Smartphones, doch insgesamt ist das Arbeitstempo des Panasonic Eluga flott. Der Dualcore-Prozessor arbeitet souverän: Apps starten zügig, Webseiten laden schnell und die Kamera ist nach nur einer Sekunde startklar. Letztere geht mit einem 8-Megapixel- Objektiv auf Motivjagd, bringt aber kein Fotolämpchen mit. Folglich rauschen Aufnahmen in weniger gut beleuchteter Umgebung; an hellen Sonnentagen wiederum gelingen sehr schöne Fotos.

Panasonic Eluga: Zu wenig Speicher

Gegen den Trend hat Panasonic auf eine Frontkamera verzichtet – und leider auch auf einen Speicherkartenslot. Von den nominellen 8 Gigabyte an internem Speicher sind weniger als 6 GB frei nutzbar – das ist einfach zu wenig. Wer häufig Apps herunterlädt und Musik, Bilder sowie Videos mitnehmen will, stößt beim Panasonic Eluga schnell an die Grenzen.

Windows-Phone-Smartphones haben den Vorgaben von Microsoft geschuldet zwar ähnliche Kapazitätsprobleme, der Software-Gigant bietet Nutzern aber immerhin 25 Gigabyte kostenlosen Onlinespeicher auf dem hauseigenen Skydrive. Eine vergleichbare Lösung gibt’s für das Eluga nicht.

Panasonic Eluga: Trotz Schwächen kein Blender

Apropos Software: Out of the Box ist Android 2.3 mit leicht überarbeiteter Optik installiert. Viel hat Panasonic nicht verändert, weder an der Oberfläche noch am Software-Paket. Das ist aber auch gut so: Android-Updates lassen sich schneller anpassen und bereitstellen; Android 4.0 ist für den Sommer versprochen.

Das Eluga kann Funkschnittstellen automatisch abschalten oder die Bildschirmhelligkeit herunterregeln.
Das Eluga kann Funkschnittstellen automatisch abschalten oder die Bildschirmhelligkeit herunterregeln.

Besonders gut gefallen haben uns das Schnellauswahl-Widget und der individuell einstellbare Stromsparmodus. Der ist auch ziemlich wichtig, denn die Laufzeit des Eluga ist durchwachsen. Bei intensiver Nutzung ist der Akku schnell leer.

Beim Energiemanagement wie auch bei den UMTS-Funkeigenschaften ist noch Luft nach oben. Dafür ist der Klang beim Telefonieren in Senderichtung hervorragend, in der Gegenrichtung jedoch nur mittelprächtig. Warum der Lautsprecher nicht mittig platziert ist? Gute Frage! Wir wissen es nicht.

Panasonic Eluga: Fazit

Trotz seiner kleinen Schwächen ist das Eluga ein tolles Smartphone. Es glänzt zwar nicht mit tech­nischen Superlativen, sticht dafür aber optisch heraus und überzeugt mit großem Screen bei gleichzeitig schlankem Design und handlichem Format. Allerdings ist der kleine,  nicht erweiterbare Speicher ganz klar seine Achillesferse.

Alles in allem ist der erste Akt von Panasonics Comeback auf europäischer Bühne gelungen – und auf jeden Fall sehenswert.

 
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Inhalt
  1. Panasonic Eluga im Test: Showtime
  2. Datenblatt
  3. Wertung
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