Testbericht

Panasonic Lumix DMC-CM1 im Test

Die Panasonic Lumix DMC-CM1 möchte eine ernstzunehmende Fotokamera im Retro-Style und ein starkes Android-Phone in einem sein und sich im Test von beiden Seiten im besten Licht zeigen.

  1. Panasonic Lumix DMC-CM1 im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
Panasonic Lumix DMC-CM1

© Panasonic

Panasonic Lumix DMC-CM1

Pro

  • exzellente Verarbeitung
  • Kamera mit 28 mm Leica-Objektiv
  • rauscharme Fotos in hellerer Umgebung
  • sehr gute Sende-/Empfangsleistungen

Contra

  • relativ schwer und unhandlich
  • mittelmäßige Ausdauer
  • fest verbauter Akku
83,8%

Auf den ersten Blick erinnert das Panasonic Lumix DMC-CM1 an Zeiten, als der Fotoapparat Kind und Kegel auf Kleinbildfilmen festhielt und Technik für die Ewigkeit gebaut wurde. Das klassische Gehäusedesign und der Materialmix aus einem griffigen Kunststoffbezug in schwarzer Lederoptik und edlen Aluminium- Elementen wecken auch in Bezug auf die Qualitätsstandards nostalgische Gefühle, die sich keineswegs als oberflächlich erweisen.

Gehäuse und Verarbeitung

Mit den Topmodel-Maßen der smartesten Phones kann die Retro-Kombi freilich nicht dienen: Das Gehäuse ist 16 mm stark, im Objektivbereich bei eingefahrenem Tubus sogar 21 mm dick. Dafür scheint der knapp über 200 Gramm schwere Korpus die Langlebigkeit der mechanischen Kameras von einst ins Hier und Heute zu übertragen.

Sämtliche Bestandteile fügen sich perfekt zusammen. Gehäuseinstabilitäten sind nicht mal ansatzweise auszumachen. Der markante Steuerring, der die Leica- Festbrennweitenoptik säumt und unter anderem bei der manuellen Einstellung des Bildausschnitts und der Belichtung zum Einsatz kommt, flößt mit einer feinen, hörbaren Rasterung Vertrauen ein.

Panasonic Lumix DMC-CM1

© Panasonic

Die Panasonic Lumix DMC-CM1 ist wirklich edel verpackt.

Display

Die Wertigkeit ist also durchaus so hoch, wie der anvisierte Preis von 899 Euro erwarten lässt. Die komplette Rückseite veredelt ein mit 325 cd/m2 recht helles, klares 4,7-Zoll-TFT-Display mit stattlicher Full-HD-Auflösung und respektablem Kontrast. Trotz merklicher Spiegelungen ist die Ablesbarkeit okay, es sei denn, man nutzt die Anzeige an sonnigen Tagen draußen.

Smartphone-Ausstattung

Im Retro-Gehäuse steckt alles, was ein Smartphone für gehobene Ansprüche haben muss. Der Systemchip MSM8974AB stammt aus der leistungsfähigen Snapdragon-801-Serie von Qualcomm und enthält einen bis zu 2300 MHz schnellen Vierkernprozessor. Dazu gibt's großzügige 2 GB Arbeitsspeicher.

Software

Insgesamt hat das Kamera-Phone mächtig Power unter der Haube. Der Umgang mit der mittlerweile antiquierten Android-Version 4.4.4 und dem typischen Google-App-Paket läuft stets sehr flott. Das für Mai angekündigte Upgrade auf Android 5.0 war für diesen Test noch nicht verfügbar. In der vorliegenden Version verzichtet Panasonic auf nennenswerte Modifikationen der Original-Benutzeroberfläche und auf Zusatzanwendungen von zweifelhaftem Nutzwert. Gut so!

Panasonic Lumix DMC-CM1

© Panasonic

Mein lieber Schieber: Der smarte "Camera"-Schalter erleichtert den schnellen Wechsel zwischen Phone- und Fotomodus. Genauso praktisch ist der zweistufige mechanische Auslöser (große Taste).

Das Programmangebot bleibt übersichtlich und die Smartphone-Bedienung einfach. Etwas Nachschlag gibt's dennoch - in Form von fünf Foto-Apps. Dazu zählt Timelapse, das in wählbaren Zeitabständen immer wieder ein Foto desselben Motivs erstellt. So entsteht ein Zeitraffer-Video, das lange Vorgänge in einigen Sekunden zeigt.

Speicher

Die vorinstallierte Software beansprucht rund 5 GB, sodass rund 11 GB zur freien Verfügung stehen. Wer mehr Speicherplatz benötigt, legt sich eine Micro-SD-Karte zu. Der zugehörige Steckplatz ist wie der benachbarte Micro-SIM-Einschub über eine stabile Abdeckung geschützt und von außen zugänglich.

Das Einstecken der eigenen Hitsammlung lohnt sich. Denn bis auf den etwas niedrigen Lautsprecherpegel bringt das Panasonic messtechnisch alles mit, was einen guten Audio-Entertainer auszeichnet: geringe Verzerrungen, hohe Rauschabstände und einen tadellosen Frequenzgang. Ein Headset fehlt aber ebenso wie ein USB-Datenkabel für die PC-Verbindung.

Ausdauer

Das Steckernetzteil zum Laden des fest eingebauten 2600-mAh-Akkus zeigt sich mit zu üppigen Abmessungen nicht in Bestform. Im praxisbezogenen connect-Mix erreicht das Durchhaltevermögen nur überschaubare 5:47 Stunden. Die Ausdauerwerte bei Telefongesprächen bewegen sich dagegen durchgängig auf vorbildlich hohem Niveau.

Funkausstattung

Der Datenaustausch via Mobilfunk kann dank HSPA+ und LTE der Kategorie 4 in den jeweils höchsten verfügbaren Geschwindigkeiten erfolgen. Bei der Anbindung an den WLAN-Router zu Hause oder in der Firma geht das Panasonic als hervorragender Netzwerker, der fit für die Standards IEEE 802.11 a/b/g/n/ac ist, im 2,4-GHz- und 5-GHz-Band ebenfalls jedes Tempo mit. Neben dem NFC-Standard werden auch die gängigsten Bluetooth-Profile unterstützt. Allerdings ist die Micro-USB-Schnittstelle nicht Host-fähig. Das Handy kann also mit direkt angedockten USB-Speichermedien nichts anfangen.

Panasonic Lumix DMC-CM1

© Panasonic

Die Smartphone-Seite der Panasonic Lumix DMC-CM1.

 

Labormessungen

Die Gesprächsqualität beim Telefonieren überzeugte - vor allem in Empfangsrichtung. Bei der Akustik in Senderichtung gibt die etwas geringe Lautstärke Anlass zu leiser Kritik. Fast die optimale Punkteausbeute verdienten sich die Sende- und Empfangsleistungen in den 3G- und 4G-Netzen; im GSM-Test war das Ergebnis gut. Insgesamt fällt das Laborzeugnis für das DMC-CM1 sehr gut aus.

Beeindruckende Kamera

Hut ab: Die Fotoabteilung der Lumix DMC-CM1 hat eine Menge auf dem Kasten. Der 1 Zoll große CMOS-Sensor mit 20 Millionen Pixeln verfügt über eine größere lichtempfindliche Fläche als übliche 1/3-Zoll-Wandler. Auf einen optischen Zoom verzichtet Panasonic zugunsten einer recht lichtstarken Leica-Weitwinkel-Optik, deren Festbrennweite sich, übertragen auf das Kleinbildformat, auf 28 mm beläuft.

Praktisch: Den spontanen Start der Kamera aus dem Standby-Modus ermöglicht ein Schiebeschalter. Eine mechanische Auslösetaste erleichtert gelungene Schnappschüsse ebenso wie die kurzen Zeitverzögerungen beim Knipsen. Damit taugt diese Kamera auch für Sport- und Actionaufnahmen.

Die Einstelloptionen der vielfältigen Funktionen zur aktiven Bildgestaltung sind auf mehrere Menüs verteilt, was die Bedienung über das in der Sonne kaum ablesbare Touchdisplay etwas erschwert. Gut: Mit einer Fingerberührung lässt sich die Helligkeit der Anzeige maximieren. Wer möchte, kann seine Fotos für die professionelle Nachbearbeitung auch als RAW-Dateien speichern.

Bildqualität

Bei Tageslicht sind die Aufnahmen für Smartphone-Verhältnisse spitze - extrem rauscharm und bis zu unscheinbaren Details im Hintergrund bestechend klar. Zudem malte die DMC-CM1 in kräftigen Farben. Verschlechtern sich die Lichtverhältnisse zunehmend, können Bildrauschen und Farbabweichungen bei kontrastarmen, fein strukturierten Motiven auftreten. Bei Empfindlichkeiten ab ISO 800 oder auch bei Verwendung der Leuchtdiode, die als Foto- und Videolicht dient, kann die ansonsten exzellente Bildqualität leiden.

Videos im 4K-Modus flackerten aufgrund der geringen Bildrate (15 fps) bei der Wiedergabe. Die Full-HD-Videoaufnahmen bei Tageslicht überzeugten dagegen.

Fazit

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Ein seriöses Kamera-Phone mit opulenter Optik ist nun mal etwas schwerer und voluminöser. Darunter leidet auch das Handling beim Smartphone-Einsatz und beim Fotografieren. Wer damit leben kann, bekommt mit dem Lumix DMC-CM1 ein leistungsfähiges, vorzüglich verarbeitetes Android-Phone und eine solide Kamera, deren Funktionsvielfalt und Bildqualität gängige Phone-Knipsen in den Schatten stellt. So gesehen geht auch der Preis in Ordnung, zumal dann die Anschaffung eines zweiten Einzelkönners flach fällt.

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