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Praxistest

Pearl Touchlet X2 GPS im Praxistest

Pearl Touchlet X2
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Ein Android-Webpad für 170 Euro? Das geht nur mit Kompromissen! Der Praxistest zeigt, wo Sie beim Touchlet X2 ein Auge zudrücken müssen

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Der Elektronikversender Pearl, traditionell für günstige Ware abseits der bekannten Marken bekannt, bereichert das wachsende Angebot an Android-Webpads um ein Low-Budget-Modell. Während für ein Samsung Galaxy Tablet über 500 Euro fällig sind, gibt’s die einfachste Variante des Touchlet X2 für weniger als die Hälfte. Ab 170 Euro geht’s los, wer das Gerät mit GPS-Empfänger will, zahlt 200 Euro und erhält noch eine Navigationssoftware für Deutschland. Für 250 Euro gibt’s das Paket mit Navigation für ganz Europa.

Klar: Bei diesen Preisen muss man Kompromisse in Kauf nehmen. Zum Beispiel beim Touchscreen. Der wirkt mit seiner Auflösung von 800 x 480 Pixel auf kurze Distanz etwas grob und spiegelt zudem recht kräftig. Die Anzeige misst in der Diagonalen 17,4 Zentimeter, ist damit auch noch aus einem halben Meter Entfernung gut ablesbar und macht das Touchlet X2 zum Surfen-Tablet fürs Sofa. Dass die Anzeige auf sanften Druck statt auf bloße Berührung reagiert, ist zwar nicht ganz so elegant aber gut verschmerzbar.

Auch bei der Rechenleistung kann das Touchlet nicht mit Hightech-Modellen á la iPad mithalten. Auf dem Papier steht ein 800-Prozessor mit 256 MB SDRAM. Im Alltag mit dem Touchlet bedeutet das kleinere Wartezeiten. Beim Aufruf des Hauptmenüs ist das eine knappe Sekunde, bei Texteingaben kam es im Test teilweise zu kleinen Hängern. Auch damit lässt sich leben. Was schwerer wiegt: Im Test hat das Touchlet gelegentlich ungefragt Anwendungen beendet.

Android 2.2 ohne Google-Dienste

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Zum Einsatz kommt hier Android 2.2, das allerdings abgespeckt wurde. So fehlen sämtliche Google-Dienste, angefangen bei Google Maps, dem Mail- und Kalender-Dienst bis hin zu Youtube. Selbst der Android-Market mit Zusatzsoftware fehlt. Als Alternative findet sich ein „App Center". Dahinter steckt das Portal Android-Pit, mit seinem App-Angebot. Auch hier fehlt dann allerdings Google Maps. Praktisch: Als Zahlungsoptionen stehen Click and Buy, Paypal oder auch Gutscheincodes zur Auswahl.

Google fehlt, dafür gibt es Dinge, die wir sonst vermissen: Etwa einen Taskmanager zur Überwachung der aktiven Anwendungen oder einen Dateimanager, mit dem sich die Verzeichnisse auf dem Gerät oder einer optionalen Speicherkarte (MicroSD) durchsuchen lassen. Ins Internet geht's per Wireless LAN. Wer abseits von WLAN-Zugangspunkten ins Netz will, kann per Bluetooth die Datenverbindung seines Handys anzapfen. Oder kann direkt an die integrierte USB-Buchse einen UMTS-Sticks an das Tablet anschließen. Als Navigationssoftware legt Pearl bei den entsprechenden Paketen Navgear mit Kartenmaterial von Navteq bei - allerdings auf CD, die Software muss dann über den PC aufs Touchlet gespielt werden.

Die Verarbeitung ist in Ordnung, das Touchlet X2 steckt in einem solide verarbeiteten Gehäuse mit Softtouch-Oberfläche. Die verleiht dem 398 Gramm schweren Webpad den nötigen Halt in der Hand. Die Bedienelemente reagieren allesamt mit einem klaren Druckpunkt. Pearl bietet zudem gleich ein ganzes Sortiment an Zubehör rund um das Touchlet, vom der Schutztasche bis zur Autohalterung.

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Im Alltag zeigen sich dann noch kleinere Ungereimtheiten, mit denen sich aber leben lässt: Die Bedienungsanleitung ist äußerst knapp gehalten und der Steckplatz für die MicroSD-Karte ist dem in Europa nicht mehr gebräuchlichen Begriff TF (Transflash) bezeichnet. Während sich die Bildschirmausrichtung in tieferen Menüebenen automatisch anpasst, je nachdem, ob man das Touchlet im Quer- oder Hochformat hält, bleiben Hauptmenü und Startbildschirm immer im Querformat. Der Startbildschirm lässt sich übrigens wie bei Android üblich mit Shortcuts zu wichtigen Funktionen belegen.

Fazit: Für Technik-Fans mit kleinem Budget

Für 170 Euro darf man keine echte iPad-Alternative erwarten. Dass das Display nicht der letzte Schrei ist, damit kann man leben. Schwerer wiegen die regelmäßigen Abstürze von einzelnen Anwendungen. Damit empfiehlt sich das Touchlet eher für technikaffine Sparfüchse, die dem Android-Tablet ein gewisses Eigenleben zugestehen. Dass keine Google-Dienste installiert sind, dürfte manchem sogar gefallen. Zum Surfern auf dem Sofa, betrachten Filmen unterwegs in der Bahn oder einfach nur als digitaler Bilderrahmen

 
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