Testbericht

Phono-Vorstufe Moon LP 3.5 RS

Die Moon LP 3.5 RS (1600 Euro) zeichnet sich nicht nur durch piekfeinen Aufbau, sowie Universalität aus, sondern beeindruckt zudem mit feinem, elegantem Klang.

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  2. Datenblatt
Phono-Vorstufe Moon LP 3.5 RS

© Archiv

Phono-Vorstufe Moon LP 3.5 RS

Nach dem Erfolg der kleinen Schwester LP 3 war klar, dass in diesem Test nun die deutlich teurere LP 5.3 RS ihren Platz findet. Und so bestand der erste Griff in der Beseitigung des Gehäusedeckels, um einen Blick ins Innere zu werfen und festzustellen, was die Kanadier anders gemacht haben.

Phono-Vorstufe Moon LP 3.5 RS

© Julian Bauer

Über Steckbrücken lässt sich bei der LP 5.3 RS die Verstärkung in fünf Stufen verändern.

Dabei erfreute schon mal der gleiche professionelle Aufbau mit minaturisierten, oberflächenmontierten Bauteilen ohne zusätzliche Anschlussdrähte, die sich hierzulande als Kürzel SMD eingedeutscht haben. Respektabler ist das Netzteil geraten, das bei der LP 5.3 RS im gleichen Gehäuse wie die Verstärkerelektronik untergebracht ist, davon aber mit einem Alublech getrennt. Aufwendiger auch die Anpassungsmöglichkeiten: Es gibt die Wahl zwischen fünf praxisgerechten Eingangswiderständen, drei Kapazitätswerten und fünf unterschiedlichen Verstärkungen (wobei Moon auf der Platine vier beschreibt).

Darüber hinaus kann man sich auch noch zwischen einer reinen RIAA-Entzerrung und einer nach IEC-Norm entscheiden, die ein Bassfilter zur Unterdrückung der Tiefenresonanz des Tonarm-Abtaster-Verbunds besitzt. Die Eingangsschaltung mit einer diskreten Symmetrierstufe und OP INA 163 ist mit der LP 3 identisch. Damit aber dann die Symmetrie bis zum Ausgang erhalten bleibt, spendierte Moon bei der größeren Schwester einen zusätzlichen OP-Kreis.

Dieser Aufwand lohnte sich, da beim Anschluss an die vollsymmetrische Thorens TEP 3800 (5/08) die LP 5.3 RS über die XLR-Ausgänge noch feiner und ausdrucksvoller erklang. Durch die niedrige Eingangskapazität harmonierte sie sowohl mit dem Reca-MM-System als auch mit dem High-Output-MC ACE H 2.

Phono-Vorstufe Moon LP 3.5 RS

© Julian Bauer

Mehr als nur eine Alternative sind die symmetrischen Ausgänge bei der LP 5.3. Sie können bei vollsymmetrischen Eingängen nochmals mehr Klangqualität bieten.

Sie verbreitete wohlige Schauer, da sie Klangverästelungen sehr elegant mit einem sehr feinen Pinsel nachzeichnete. Selbst dem stereoplay Highlight Trichord Dino Mk II nebst Netzteil NC war sie überlegen, da sie Hochtönen mehr Aura verlieh, komplexe Passagen besser entwirrte und Einzelinstrumente noch klarer umriss.

Der MC-Durchgang geriet dann sogar noch überzeugender. Hier heimste die LP 5.2 RS einen weiteren Klangpunkt ein, da sie selbst der hervorragenden Linn Linto (4/98) Paroli bot. Zwar besaß sie nicht ganz die Unmittelbarkeit und Spielfreude des schottischen Heißsporns, dafür eine üppigere Farbenpalette sowie mehr Eleganz, da die Linto fast schon zu preußisch-zackig daherschritt.

Dass es Sinn macht, zwei unterschiedliche Entzerrungen anzubieten, zeigte ein Klangversuch mit unterschiedlichen Lautsprechern. Erklang die Moon im RIAA-Modus an der Magico V 3 (6/08) harmonischer, zogen die Tester an der bassgewaltigen Focal Grande Utopia EM aus diesem Heft klar die IEC-Filterung vor. So war klar, dass die Moon LP 5.3 RS sowohl mit ihrem Klang als auch durch ihre Universalität ein stereoplay Highlight verdient hat.

+ Stärken

Umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten. Gute symmetrische Ausgänge. Seidiger, feiner Klang.

Moon LP 5.3 RS

HerstellerMoon
Preis1600.00 €
Wertung59.0 Punkte
Testverfahren1.0

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