Testbericht

Phono-Vorstufe Tom Evans The Groove Anniversary

Zum 20-jährigen Firmenbestehen beschenkt Tom Evans die Analog-Fans mit The Groove Anniversary (um 2700 Euro) - einer klanglich herausragenden und anpassbaren MC-Phonostufe.

  1. Phono-Vorstufe Tom Evans The Groove Anniversary
  2. Die Krux mit der Anpassung
  3. Datenblatt
Phono-Vorstufe Tom Evans The Groove Anniversary

© Archiv

Tom Evans: "Mit der The Groove Anniversary wollen wir unser Jubiläum feiern, da der Kunde sie später leicht zu einer The Groove+ mit dem externen Netzteil SRX upgraden kann."

Ein Hersteller ist gewiss nicht schlecht beraten, wenn er zum Jubiläum das Produkt überarbeitet, mit dem er Kultstatus erlangte. Tom Evans feiert das 20-jährige Bestehen seiner Firma mit einer neuen Version der Phonostufe "The Groove". Als kleines "Geschenk an die Gemeinde" kostet die neue "The Groove Anniversary" mit 2690 Euro hierzulande 400 Euro weniger als der kultige Vorgänger.

Auf der Rückwand der Anniversary fallen sogleich DIP-Schalter auf, mit denen sich der Eingangswiderstand in neun Stufen im sinnvollen Bereich zwischen 112 und 1000 Ohm verändern lässt. Diese Flexibilität ist für Tom Evans ein Novum, da er bisher auf fest eingebaute Widerstände setzte.

Variable Eingänge & mehr

Bei der Anniversary aber beugt er sich der Erkenntnis, dass trotz minimaler Klangverluste durch DIP-Schalter ein korrekt angepasster Abtaster nun einmal deutlich besser klingt als einer, der unter weniger optimalen Bedingungen arbeiten muss. 

Konsequenterweise ermöglicht Evans nun auch eine Veränderung der Eingangskapa-zität in fünf Stufen: zwischen 100 pF und 500 pF.

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© Archiv

Die Versorgungsspannungen werden vorgeregelt (1) um auf den Signalplatinen feingeregelt zu werden (2). Die Signalschaltung ist kompakt aufgebaut (3).

Doch nur mit variablen Eingängen ist noch nicht viel gewonnen. Eine zusätzliche Waffe ist da für Evans eine hochstabile Stromversorgung mit einem geschirmten, externen Trafo. Zudem wird die Betriebsspannung mehrfach geregelt und gesäubert: zuerst für beide Kanäle zusammen, dann auf Boards, die den kanalgetrennten Signalplatinen vor Ort aufgesetzt sind.

Die Grundschaltung, die das stereoplay Highlight Microgroove + (6/09, 59 Punkte) ziert, steckt auch in der Anniversary. So werkeln hier ebenfalls drei integrierte Verstärkerchips, die aber einer höheren Selektionsstufe entspringen. Die Verstärkung ist im Vergleich zur kleineren Microgroove + dezent verringert, um etwas mehr Übersteuerungsfestigkeit zu erlangen. Für die rein passive RIAA-Entzerrung nutzt Evans die gleichen hochwertigen Kondensatoren wie bei der Microgroove +, nur in einer höheren Selektionsstufe.

Beibehalten hat der Entwickler auch den DC-Servo, der am Ausgang Gleichspannungen eliminiert, wodurch ein Koppelkondensator überflüssig wird.

Mit Metallgehäusen hat Tom Evans keine guten Erfahrungen gemacht; deshalb bekam auch die The Groove Anniversary eine hochglänzende Behausung aus Acrylglas. Aber ganz ohne Schirmung geht es dann wohl doch nicht: Netzteil und Signalplatinen sind mit geerdeten, kupferkaschierten Epoxidharz-Platten umgeben, um Einstreuungen zu reduzieren. Die sind im stereoplay-Hörraum nicht zu vermuten. Dafür empfahl es sich - wie bei Phonoverstärkern üblich -, den externen Trafo weit von der Phonostufe weg zu stellen.

Lange Einspielzeiten

Zudem war es wichtig, die The Groove Anniversary mehrere Tage lang warm werden zu lassen, da sie frisch eingeschaltet zwar schon recht stimmig und druckvoll, aber noch nicht richtig frei klang.

Doch nach der Einlaufzeit verbreitete die Anniversary plötzlich einen unglaublichen Zauber. Sie zeichnete nicht nur exemplarisch natürliche Mitten, sondern konnte selbst feinste Betonungen so deutlich machen, dass wir im stereoplay-Referenzregal ganz schön weit nach oben greifen mussten: Die fantastische Ayre P 5 xe (1/09) ist ein echt harter Prüfstein.

Doch selbst von ihr ließ sich die Jubilarin kaum beeindrucken. Sie bot zwar nicht ganz den feinen Hochton der Ayre, dafür aber den satteren Unterbau, der nie ins Schwimmen kam und letztlich für die souveränere sowie stabilere Darstellung von Orchestergroßeinsätzen sorgte.

Da die Anniversary auch mit größerer Klangfarbenpalette malte, waren die Tester fast geneigt, ihr einen Klangpunkt mehr zu geben, was die Referenz Naim Superline/Supercap (10/08) mit einer etwas luftigeren und feineren Spielweise sowie noch tieferem Bass aber knapp verhinderte. Dennoch kam die The Groove Anniversary der Referenz sehr nah. Glückwunsch: zum Jubiläum, zu dieser grandiosen Phonovorstufe, zum stereoplay Highlight

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