Testbericht

Phono-Vorverstärker Chord Chordette Dual

Die Phonostufe Chord Chordette Dual (950 Euro) zeigt, dass sich technische Größe und kompakte Bauweise nicht ausschließen müssen.

  1. Phono-Vorverstärker Chord Chordette Dual
  2. Datenblatt
Phono-Vorverstärker Chord Chordette Dual

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Phono-Vorverstärker Chord Chordette Dual
Phono-Vorverstärker Chord Cordette Dual

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Perfektes Finish: Die gefrästen Minigehäuse sind echte Handschmeichler. Bullaugen gewähren Einblick in das ebenfalls piekfeine Innenleben. Ungewohnt für Phonofans: USB- und Toslink-Ausgänge neben den Analog-Outs.

Der Chordette Dual ist eine erste Kostprobe, eine Sneak Preview auf die komplette Chordette-Kette, die AUDIO in einem der nächsten Hefte exklusiv vorstellen wird. Auffälligstes Merkmal der Gerätefamilie, neben der spektakulären Optik: An jedem Gerät findet sich irgendwo eine USB-Schnittstelle. An manchen sogar mehrere: Eines der  Herz- und Prachtstücke des Chordette-Programms wird ein veritabler, lautloser Multimedia-PC sein, den der englische Hersteller irgendwie in das edle Minigehäuse geschuhlöffelt hat. Diesem - aber auch jedem anderen PC oder Mac - kann der Chordette Dual dann die gerade abgespielte Platte fix und fertig digitalisiert weitergeben.

Das ist für sich genommen nichts Neues, angesichts von Mini-Diascannern, Plastik-Plattenspielern und Cassetten-Digitalisierern mit USB-Anschluss. Chord hat beim Dual den Schwerpunkt aber deutlich verschoben: Dies ist keine USB-Soundkarte mit integriertem Alibi-Phonoteil, sondern eine sehr hochwertige Phonostufe mit integriertem A/D-Wandler.

Phono-Vorverstärker

© Herbert Härle

In die Vollen: Auch wenn man die (SMD-) Bauteile kaum sieht, stecken im Chordette Dual beträchtlicher Aufwand und originelle Details.

MC-Spezialist

Den Erfordernissen des Wandlers sind auch die drei "Gain"-Schalter an der Front geschuldet: Eine genauere Betrachtung der in die Frontplatte eingefrästen Beschriftung verrät, dass der Dual ausschließlich für die leisen MC-Systeme vorgesehen ist, dort aber eine ungewöhnlich feine Verstellbarkeit in vier Schritten a 5dB aufweist - von 60 bis 75dB. So lässt sich die Auflösung des A/D-Wandlers optimal ausnutzen, ohne dessen Übersteuerung zu riskieren. Der Dual besitzt keine eigene Aussteuerungsanzeige, braucht diese aber auch nicht: Sobald auf dem angeschlossenen Rechner ein Aufnahmeprogramm läuft (AUDIO empfiehlt das sehr gute, kostenlose Audacity), stellt dieses die benötigten VU-Meter zur Verfügung.

Parallel zu USB stehen die Ausgangssignale auch noch über eine optische TOSlink-Buchse zur Verfügung, die man für altmodische MD- und CD-Recorder oder für Monitorzwecke nutzen kann. Neben der Verstärkung lässt sich auch die Abschlussimpedanz über Schalter an der Front anpassen, ferner kann man eine - bei manchen MCs sinnvolle - Extra-Kapazität von 200pF zuschalten sowie ein sehr effizientes Rumpelfilter aktivieren.

Phono-Vorverstärker

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Messlabor: Das AUDIO-Messlabor hatte zunächst Probleme beim Ermitteln des Frequenzgangs - Hintergrund ist der feste Rumpelfilter (ein weiterer ist zuschaltbar), der neben der Frequenz auch die Phasenlage der Bass-Signale von linkem und rechtem Kanal berücksichtigt. Von dieser Besonderheit abgesehen misst sich der Dual unauffällig und rauscharm (-74dB). Der Bassabfall ist messtechnisch bedingt,

Im Hörtest zeigte der Chordette Dual, dass digitale und analoge Komponenten auch in einem sehr kompakten Gerät problemlos koexistieren können: Der Chord lieferte eine sehr neutrale, rauscharme Wiedergabe aller verwendeten MC-Systeme, neben der preiswerte Phonokästchen klangen, als wären sie defekt. Aus dem silbernen Kästchen kam ein eher schlanker, aber bis in tiefste Lagen sehr gut durchgezeichneter Klang heraus - cremig-sanft, ohne im Bass unnötig aufzuweichen, dabei prickelnd lebendig, ohne obenrum je ins Rauhe oder gar Ordinäre zu kippen. Mit diesem sehr ausgewogenen, nicht auf den schnellen Effekt, sondern auf langfristige, zuverlässige Klang-Partnerschaft optimierten Klang schaffte es der kleine Chord mühelos bis mitten in die Refenzklasse.

Da der Dual mit 12 Volt Gleichstrom aus einem kleinen Steckernetzteil läuft, bot sich ein Experiment mit dem Musical Fidelity V-PSU an, das dieselbe Spannung liefert. Also flugs einen Adapter gebastelt, angeschlossen und gestaunt: Der Dual klang nun, trotz aufwendiger Stabilisierung im Gerät, sogar noch etwas besser.  Auch Chord denkt bereits über ein größeres Netzteil nach, das dann mehrere Chordette-Produkte versorgen kann. Und das natürlich das gleiche, bildhübsche Gehäuse tragen wird.

Chord Chordette Dual

HerstellerChord
Preis950.00 €
Wertung115.0 Punkte
Testverfahren1.0

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