Testbericht

Phono-Vorverstärker Linn Uphorik

Die Schaltung des Linn Uphorik (2200 Euro) gibt es schon länger - allerdings nur als Einbauversion für den Linn LP12. Nun kommen endlich auch Besitzer anderer Plattenspieler in den Genuss des neuen Linn-Phonoverstärkers.

  1. Phono-Vorverstärker Linn Uphorik
  2. Datenblatt
Phono-Vorverstärker Linn Uphorik

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Einfach und gut: Das Alu-Gehäuse des Uphorik entspricht dem zahlreicher anderer Linn-Geräte, von der Endstufe bis zum DS-Netzwerkplayer. Das hilft, die Herstellungskosten zu senken.
Phono-Vorverstärker Linn Uphorik

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Vielseitigkeits-Prüfung: Die XLR-Eingänge bringen klanglich nur geringfügige Vorteile, die elektronisch symmetrierten XLR-Outputs empfehlen sich für längere Strecken. Im Hörtest lief der Uphorik folglich komplett Cinch-verkabelt.

Die Latte hängt hoch, und Linn hat sie da selbst hingehängt: Der unscheinbare Linn Linto galt seit seiner Vorstellung im Jahr 2003 (AUDIO 3/03) vielen Analogfans als letztes vernünftiges Wort in Sachen MC-Verstärkung. Mehr Rauschabstand hat seither keiner geschafft, etwas mehr Dynamik, vor allem im Bass, immerhin einige (Pass, Naim) - dann aber zum dreifachen Preis.

Unterstützte der Linto nur MCs, denen er mit einem nicht veränderbaren Abschlusswiderstand von 100Ω mehr oder weniger entgegenkam, ist der Uphorik der Inbegriff von Flexibilität: Verstärkung, Widerstand und Kapazität lassen sich, für MM und MC getrennt, auf einer opulenten DIP-Klaviatur vorwählen; sogar seltene Optionen wie eine Variation des MM-Eingangswiderstands (45, 47, 49 und 51kΩ) oder zusätzliche Kapazität am MC-Input (0.47. 1, 1.5 und 2nF) lassen sich im Handumdrehen austesten. Einmal gefunden, lässt sich der Idealwert fest in die Schaltung einlöten.

Phono-Vorverstärker Linn Uphorik

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Doppel-Mono: Ganz links im Gehäuse das Linn-eigene Schaltnetzteil, rechts die beiden Kanäle auf getrennten Platinenbereichen.

Klang zum Schwelgen

Im Direktvergleich zum Linto lieferte der Uphorik einen untenherum merklich fülligeren, obenrum seidigeren, dabei aber noch informativeren Klang - vollendete Natürlichkeit ohne den geringsten Hauch von Anstrengung. Die am Linto immer wieder faszinierende Klarheit im Hochtonbereich entpuppte sich erst jetzt, mit dem noch besseren Uphorik nebendran, als einen Hauch zu kristallin, auch konnte der Alte mit der sehr weiträumigen Abbildung des Uphorik nicht mithalten.

Phono-Vorverstärker Linn Uphorik

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Der Uphorik ist mit 77dB Störabstand (MC) drei Dezibel weniger rauscharm als sein Vorgänger Linto, gehört aber immer noch zu den rauschärmsten Vorstufen am Markt. Auch mit MMM-systemen bietet der Linn satte 83,5dB Rauschabstand, die kaum zu überbieten sind. Die Klirrspektren sehen blitzsauber aus, der Analyzer findet lediglich Spuren von gutmütigem k2. Der fest eingebaute Rumpelfilter ist im Hörbereich perfekt ausgewogen (-3dB bei 10Hz)

Der Klang ließ sich noch subtil optimieren, wenn man die zunächst vom Linto übernommenen (und zur Herstellerempfehlung für das DL-103 gut passenden) 100Ω Abschlusswiderstand zugunsten eines etwas höheren Wertes (170Ω) verließ, aber allgemeingültige Empfehlungen lassen sich daraus nicht ableiten. Das feine Spiel der Widerstände und Kapazitäten bleibt Feintuning und damit auch Geschmackssache.

Die Überlegenheit, die der Uphorik gegenüber den meisten anderen Phono-Pres - inklusive dem eigenen Vorgänger - an den Tag legt, ist dagegen eindeutig und bewegt sich jenseits individueller Präferenzen. Teuer ist er trotzdem - wer ihn sich noch nicht leisten kann, sollte jetzt auf gebrauchte Lintos achten.

Linn Uphorik

HerstellerLinn
Preis2200.00 €
Wertung120.0 Punkte
Testverfahren1.0

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