Testbericht

Phonovorverstärker Clearaudio Balance+ & Accu Power Supply+

Clearaudio stellt mit der Balance+ eine höchst interessante Phonostufe mit Lautstärkeregelung und Kopfhörerausgang vor. Ob dies den Klang schmälert, verrät der folgende Test.

  1. Phonovorverstärker Clearaudio Balance+ & Accu Power Supply+
  2. Datenblatt
Clearaudio Balance+

© Archiv

Clearaudio Balance+
Clearaudio Balance+

© Julian Bauer

Die Balance+ lässt sich als Phono-Vor-Vorstufe mit fester Verstärkung an einen Hochpegeleingang anschließen oder bei aktivierter Lautstärke- regelung direkt mit einem Endverstärker verbinden. Für den Kopfhörerbetrieb kann man praktischerweise die Ausgänge per Knopfdruck stummschalten.

Phonostufen spielten beim Analogspezialisten Clearaudio schon immer eine große Rolle. Logisch: Ohne guten Phonoeingang nützt auch der beste Tonabnehmer wenig. Gleich sieben dieser Spezialvorstufen führen die Erlanger im Programm,  und die neueste unter ihnen, die Balance+, ist dank des umfangreiche Ausstattungspakets fast die interessanteste. 1600 Euro kostet das schmucke Kästchen, das eine Lautstärkeregelung besitzt (somit direkt Endstufen ansteuern kann), einen Kopfhörerausgang aufweist und sich für 550 Euro Aufpreis nachträglich mit einer Akkuversorgung aufrüsten lässt. Phonofan, was willst du mehr?

Dass aber eine umfangreiche Ausstattung nur die halbe Miete ist, weiß auch Firmensenior Peter Suchy. Die Balance+ legte er deshalb dem Namen folgend symmetrisch aus. So finden sich neben den asymmetrischen Ein- und Ausgängen auch XLR-Buchsen für die symmetrische Arbeitsweise. Kombinieren kann man diese Arbeitsarten nicht, also benötigt man ein Phonokabel mit XLR-Steckern, um in den Genuss der symmetrischen Schaltung zu kommen.

Anschluss finden aber sowohl MC- als auch MM-Abtaster. Dafür lässt sich die Balance+ an der Unterseite umschalten, wodurch gleichzeitig Eingangswiderstand wie auch Verstärkung verändert werden. Eine Möglichkeit,  die Kapazität für MM oder den Eingangswiderstand für MC noch weiter zu verändern, gibt es hingegen nicht.

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© Julian Bauer

urch Schalter an der Unterseite der Balance+ kann man zwischen MM- oder MC-Betrieb, symmetrischer oder asymmetrischer Arbeitsweise wählen sowie das Subsonic-Filter aktivieren.

Sowohl im MC- als auch im MM-Modus durchläuft das Signal die gesamte Schaltung, nur wird für die kleineren MC-Spannungen die Verstärkung der ersten Stufe hochgesetzt. Die RIIA-Entzerrung ist wie bei Clearaudio üblich eine Kombination aus einer passiven Version mit einem Kondensator zwischen der ersten und zweiten Verstärkerstufe und einer aktiven Variante in der Gegenkopplung der zweiten Verstärkerstufe.Eine Gleichstrom-Servoregelung verhindert danach, dass keine weiteren Kondensatoren im Signalweg nötig sind. Die Lautstärkeregelung ist der letzten Treiberstufe vorgeschaltet, was den niedrigen Ausgangswiderstand nicht verändert und so die Balance+ zur puristischen Vorstufe macht.

Im stereoplay-Messlabor hinterließ sie einen sehr guten Eindruck, zeichnete sich durch extrem niedrigen Klirr und geringes Rauschen aus. Ein kleiner Kritikpunkt war hingegen die etwas hohe Eingangskapazität im MM-Betrieb.

Dies machte sich auch im stereoplay-Hörraum bemerkbar. Denn als der Referenz-Plattenspieler Linn Sondek LP 12 SE (3/07) in seinem Tonarm Ekos SE das stereoplay Highlight Reson Reca trug, gefiehl die Balance+ zwar mit druckvollem und direktem Klangbild, doch präsentierte sie die Höhen minimal zu vordergründig. Stimmiger geriet die Kombination mit dem High-Output-MC und stereoplay Highlight Benz Micro ACE H 2 (10/05). Nun konnte sie ihre kraftvolle und dynamische Wiedergabe auch mit ausgeglicheneren Klangfarben würzen.

Clearaudio Balnace+ & Accu+ Innenansicht

© Julian Bauer

Da das Accu Power Supply+ keine Netzverbindung hat, benötigt die Balance+ auch im Akkubetrieb das Standardversorgungsteil, welches dann den Ladevorgang übernimmt. Bei den Akkus handelt es sich um gängige 9-Volt-Standardblöcke, die leicht getauscht werden können.

Doch bildete dieser Durchgang nur die Aufwärmrunde. Ernst wurde es mit dem Referenz-Abtaster Lyra Titan i (6/06). Schon asymmetrisch verkabelt ließ die Balance+ ihrer Vorgängerin Balance (1/01), selbst wenn diese mit symmetrischen Kabeln mit der Vorstufen-Referenz Thorens TEP 3800 (5/08) verbunden war, keine Chance. Zwar versuchte sich die Balance mit feiner Detailauflösung und stimmigen Klangfarben zu wehren, doch die Balanace+ holte ihre Pluspunkte mit deutlich lebendigerer Spielweise und stabilerer Raumdarstellung. Zudem kam sie bei Tuttistellen weniger in Bedrängnis und bildete Einzelinstrumente exakter ab. Da sie dabei auch Stimmen artikulierter zeigte, kamen unterm Strich zwei Klangpunkte mehr zusammen.

Als die Balance+ dann komplett mit gleichen Kabeln symmetrisch verdrahtet wurde, stieg die Detaildarstellung, wodurch Saiten nachvollziehbarer ausschwangen und Betonungen deutlicher zu Tage traten.Nochmals besser klang es, als die Tester das Accu Power Supply+ anschlossen: Das Klangpanorama geriet nochmals stabiler sowie gleichzeitig weiter und tiefer; der Bass gewann an Kontur, Becken klangen länger aus.

Das Sahnehäubchen bewahrten sich die Tester für den Schluss auf und schlossen die Balance+ direkt an die Referenz-Endstufen Thorens TEM 3200 (1/06) an. Sprich: Wie hoch ist der Klangverlust, wenn man teure Vorverstärker wie die Referenz Thorens TEP 3800 für 15_000 Euro einfach weglässt? Das Ergebnis wird jeden Phonofreund triumphieren lassen: Es waren nur vernachlässigbar weniger Feininformationen zu vernehmen.

Clearaudio Balance+ & Accu Power Supply+

HerstellerClearaudio
Preis2150.00 €
Wertung58.0 Punkte
Testverfahren1.0

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