Testbericht

Pioneer PDX-Z9

Mit einem Wisch macht der Pioneer PDX-Z9 viele andere Komponenten überflüssig. Er ist Mitbegründer einer neuen Spezies in der HiFi-Welt.

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© Archiv

Im Mai 2008 auf der HiFi-Messe HIGH END zeigte Pioneer eine wahre Multifunktionsorgie in einem einzigen Produkt: einen SACD-Netzwerk-Player-Internet-Radio-iPod-Dock-Receiver - eine Eier legende Wollmilchsau im schwarzen HiFi-Pelz. All das für rund 1000 Euro. Und, so viel sei schon vorweggenommen, das Komplizierteste daran ist der Name: PDX-Z9.

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Fast alles dran, was man braucht: Netzwerkbuchse, Lautsprecher-Klemmen, iPod-Dock und analoge Eingänge

Bereits der Blick auf das edle Punkt-Matrix-Display lässt eine höhere Bestimmung vermuten, als es die Bezeichnung "CD-Receiver" vorgibt. Alleine für die Wiedergabe von CD oder SACD ist ein so kontrastreiches Anzeigefenster nicht nötig. Geht es jedoch um die Darstellung von Titel- und Interpreten-Namen aus dem Netzwerk oder vom iPod, wird die gute Lesbarkeit enorm wichtig. Zumal die Größe des Displays den Bewegungsradius des Betrachters ohne Fernglas auf einige Meter einschränkt.

Insgesamt präsentiert sich der Z9 mit kleinen, feinen Extras: Auf der Geräteoberseite finden sich keine langweiligen Knöpfe, sondern Sensor-Tasten; werden sie berührt, bestätigt dies eine elegant aufblitzende Leuchtdiode. Den Unterboden ziert jenes wabenförmige Muster, das schon die Pioneer-HiFi-Klassiker kennzeichnete. Und rechts oben auf dem Gerätedeckel findet sich sogar das Emblem der "Air Studios". In der legendären Londoner Tonwerkstatt des Beatles-Produzenten Sir George Martin wurde so lange am Klangtuning des Z9 gearbeitet, bis dieser sich den Qualitätsstempel des Studios verdient hatte. Allerdings nur die Basis-Variante jener Auszeichnung; die höheren Einstufungen "Monitor" oder gar "Reference" bleiben anderen Kalibern von Komponenten vorbehalten.

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Der Signalweg zu den Endstufen ist immer digital

Alles Digital

Zwar gewährt der Pioneer auch analogen Quellen durch einen Line- und sogar einen Phono-MM-Eingang Anschluss, er ist in seinem Innern aber ganz auf Digitalkost eingestellt. Seine Schaltendstufen erhalten ihre Signale von einem digitalen Audio-Prozessor. Analog eingehende Signale werden dementsprechend in Nullen und Einsen übersetzt. Alles, was seinen Weg durch den Tape-Ausgang oder den 3,5-mm-Kopfhörerausgang finden soll, wird vorher von einem Burr-Brown-Wandler wieder in die passende Form gebracht. Die rein digitale Signalverarbeitung hat durchaus ihren Sinn bei einem Receiver, der seine Musikkost vornehmlich von CD oder Festplatten bezieht.  Auch der iPod dockt dank beiligendem Datenkabel unkompliziert am Z9 an. Allen iPod-Gegnern seien der USB- und der 3,5-mm-Klinkeneingang des Z9 ans Herz gelegt. Dort finden auch USB-Sticks und MP3-Player ohne Apfel-Logo den richtigen Anschluss.

Weltweites Spiel

Ein lokales und das weltweite Netzwerk eignen sich ebenfalls hervorragend als Spielwiese für den Z9. Per Ethernet-Kabel an einen Router angedockt (der auch schon in vielen DSL-Modems eingebaut ist), findet der Pioneer selbstständig jede verfügbare Datenquelle. Dabei kann es sich um eine NAS (Network Attached Storage) handeln - eine Festplatte mit eigenem Betriebssystem, unabhängig vom PC - oder um einen Ordner auf einem Computer. Die Audiodateien können in nahezu jedem beliebigen Format vorliegen - der Pioneer akzeptiert fast alles und spielt sich brav durch das Alphabet. 

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Das Datenkabel für den iPod liegt bei

Leider fehlt auf der Fernbedienung des Z9 eine Möglichkeit, nach Anfangsbuchstaben zu suchen - eine Datenmenge wie jene auf der AUDIO-Test-NAS kann da schnell unübersichtlich werden. Hilfe bietet in diesem Fall meist schon eine kleine Einstellung bei der Server-Software, die den Datenaustausch mit dem Z9 regelt. Hier finden Sie eine Anleitung, wie Sie etwa einen Twonky-Server, der fast auf jeder NAS-Platte zu finden ist, für einen Schnellzugriff konfigurieren. Wünschen Sie noch mehr musikalische Abwechslung, stehen Ihnen unzählige Internetradio-Stationen zur Verfügung.

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Die Fernbedienung ist elegant, hat aber leider keine Scroll- oder Suchfunktion für das Netzwerk

Doch wie klingt nun das HiFi-Wunderding? Sehr angenehm, lautet die Antwort - wenn die richtigen Boxen das Kästchen flankieren. Die Schaltendstufen sind ziemlich wählerisch, sie klingen mit der falschen Box stellenweise zu hell - weil dann die Mitten an Schwung verlieren, hohe Töne aber ihre volle Präsenz bewahren. Stimmen wirken so mitunter verschnupft, auch die Feindynamik leidet. Mit dem richtigen Lautsprecher aber klingt der Z9 harmonischer und bietet ein solides Bassfundament, das speziell mit Pop und Rock begeistert. Gut, ganz so kräftig und weich wie beim DVD-Receiver NAD L54 tönt's nicht. Aber die Fülle an Details und die schöne Transparenz des Pioneer machen einiges wieder wett. Über das Netzwerk spielte der Z9 übrigens noch einen Tick dynamischer und fülliger als mit CD. Er ist vielleicht nicht audiophil, aber gewiss "audio-viel".

Pioneer PDX-Z9

HerstellerPioneer
Preis1000.00 €
Testverfahren1.0

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