Testbericht

Pioneer SC-LX 71

Die Ausstattungsliste des Mini-Susanos LX_71 kann sich sehen lassen.

  1. Pioneer SC-LX 71
  2. Datenblatt
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© Archiv

Pioneer nutzt die Möglichkeit der Taktkontrolle per HDMI bei den neuen "Mini-Susanos" wie dem SC-LX_71 und SC-LX_81; so betitelt, weil sie dem großen Über-Amp SC-LX_90, Spitzname Susano (AUDIO 9/08), nicht nur äußerlich ähneln. 

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Die Schaltendstufen sitzen in einem eigenen Unterdeck. Darüber lagert die restliche Elektronik wie das große Digital-Board

Der schwarzglänzende, eisglatte Korpus, das zweigeteilte Innenleben mit Vorstufen-Deck und dem mit ICEpower-Schaltendstufen bestückten Unterdeck und das "Air Studios Monitor"-Logo auf der Front - mit dem darin enthaltenen Hinweis auf die Feinabstimmung und Zertifizierung durch die Londoner Air Studios - gleicht verblüffend dem Konzept des LX_90.  Das hauseigene MCACC-Einmessprogramm erlaubt nicht nur eine automatische Angleichung der Akustik an die architektonischen Gegebenheiten; es bietet auch eine umfangreiche Ausrüstung zur Jagd auf stehende Wellen und Phasenfehler in Lautsprechern. Mit seinem Ethernet-Anschluss holt sich der SC-LX_71 auch gerne Musik aus dem heimischen Netzwerk heran und spielt alles ab, was nicht explizit DRM-geschützt ist; darunter auch verlustfrei gespeicherte FLAC-Dateien. Mit Zugang zum Internet erweitert der Pio-neer das Musikangebot zusätzlich um zig tausend Web-Radiostationen, die in der vTuner-Datenbank abgelegt sind oder gar über "Neural Music Direct" Surround-Klänge streamen. iPod-Besitzer können ihren Porti per Datenkabel und USB am Receiver einstecken - und die darauf gespeicherten Musikschätze nicht nur bequem per Fernbedienung ansteuern, sondern auch noch elegant an den iPod-eigenen D/A-Wandlern vorbei lotsen.

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Der Pioneer bietet vier HDMI-Eingänge

Mit PQLS

Zudem bringt der LX_71 eine technische Neuheit, die der große Bruder Susano nicht zu bieten hatte: PQLS. Das "Precision Quartz Lock System" soll die Zweikanal-PCM-Wiedergabe über HDMI verbessern - also genau die HDMI-Taktprobleme beheben. Ein passender Blu-ray-Player, der PQLS versteht, ist der Pioneer BDP-LX_71 (AUDIO 9/08). Oder der baugleiche, aber ungleich schmuckere und nur in Europa erhältliche BDP-LX_08. Wie aus einem exotischen Monolithen gemeisselt, fügt sich der LX-08 perfekt in das Receiver-Design ein; ja, er wirkt sogar wie ein Teil davon. 

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Die ausklappbare Fernbedienung steuert auch einen Pioneer Blu-ray Player

Nun also flugs Receiver und Player per HDMI verkabelt, in beiden Set-Up-Menüs "CEC" und "PQLS" aktiviert, und schon kann der geregelte Audioverkehr losgehen. Und tatsächlich: Wirkte der CD-Klang ohne das in beiden Displays beruhigend leuchtende PQLS noch etwas fahrig und limitiert in den Höhen, öffnete sich mit der Taktkontrolle plötzlich eine breitere Bühne, hallten Stimmen und Hi-Hats länger, kamen mehr Details beim Hörer an. Die PQLS-Variante ähnelte verblüffend der analogen Ausgabe; doch schien sie fast ein bisschen mehr zu offenbaren, der Musik einen Hauch mehr Leben zu schenken.

Über seine vier HDMI-Eingänge könnte der Pioneer SC-LX_71 auch die Ein-Bit-Signale einer SACD empfangen und dekodieren. Dafür ist freilich ein Player nötig, der DSD auch digital über HDMI ausgibt.

Klang

Die Kraft der ICEpower-Endstufen trieb den LX_71 zu fulminanten Höhenflügen, besonders mit HD-Ton. Dann verlieh er beispielsweise Streichern dreidimensionale Körper und ließ die Bögen nur so schnurren. Erst als der Onkyo TX-NR_906 (AUDIO 12/08) auf den Plan trat, musste der Receiver dessen zugleich kraftvolle und filigrane Musizierkunst neidlos anerkennen. Zusammen mit seinem Partnern aber ist der Pioneer mehr als nur ein Glied in einer Kette.

Pioneer SC-LX 71

HerstellerPioneer
Preis1700.00 €
Wertung90.0 Punkte
Testverfahren1.0

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