Testbericht

Plattenspieler Clearaudio Performance

Clearaudio beschert uns mit der Kombination aus dem Laufwerk Performance, dem Tonarm Satisfy Carbon und dem Abtaster Maestro ein Paket für 1950 Euro, das klanglich hält, was es optisch verspricht.

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  2. Datenblatt
Clearaudio Performance

© Archiv

Clearaudio Performance

Firmenpatriarch Peter Suchy  hat ungewöhnliches Glück: Seine drei Kinder arbeiten alle begeistert bei Clearaudio mit und sorgen für stetige Innovationen. Der neue Plattenspieler Performance scheint doppelt interessant: Er kostet inklusive Tonarm Satisfy Carbon und Abtaster Maestro friedliche1950 Euro und bringt echte High-Tech-Neuerungen mit.

Clearaudio Performance Lager

© Julian Bauer

Reibungsfrei: Durch die zwei Magnetringe aus Neodym schwebt beim Performance das Lager und somit auch der daraufliegende Acrylteller.

Die bedeutendste ist dabei das invertierte Magnetlager, auf dem sich der drei Kilogramm schwere Acryl-Teller des Performance dreht: Im Edelstahl-Subteller sitzt ein starker Neodym-Magnetring, der sich von einem gegenüber auf der Grundplatte montierten Pendant abstößt. Dadurch minimierten die Suchys die Reibung und lassen den Teller schweben. Um auch Verschleiß im Lager selber zu verhindern, wählten die Erlanger Entwickler als Büchsenmaterial Bronze und harte Keramik für die Lagerachse.

Wie reibungsarm diese Konstruktion läuft, lässt sich feststellen, indem man den Teller von Hand ohne Riemen anschiebt und dann staunt, wie er sich minutenlang dreht. Ein Kritikpunkt wäre höchstens, dass die Suchys die Magneten nicht abschirmten, was ein merkliches Feld direkt über dem Lager zur Folge hat. Es befindet sich zwar im Labelbereich, wo keine Abtastung stattfindet, und innerhalb der Nadelzone lässt es sich nicht mehr nachvollziehen, doch bleibt ein ungutes Gefühl, das Magnetfeld könne dennoch minimal einwirken.

Für die Grundplatte, die auf drei höhenverstellbaren, mit Silikonkugeln entkoppelten Füßen steht, wählte Suchy ein Brett aus zwei Lagen hochverdichtetem Holzfasermaterial (HDF), die eine Platte aus Aluminium umschließen. Um dann eine noch resonanzärmere Basis zu erhalten, ist dieses Sandwich von zwei Lagen Kunststein (Staron) umgeben. Dabei kann der Clearaudio-Kunde zwischen den Farben Weiß und Schwarz wählen.

Clearaudio Performance Motor

© Archiv

Der im Metallgehäuse untergebrachte laufruhige Motor dreht per Silikon-Rundriemen den Teller des Performance. Eine Edelstahl-Basis fördert dabei die Standfestigkeit.

Beim externen Motorantrieb entschied sich Suchy für einen bewährten Synchrontypen, den er mit einer Phasenschieberschaltung ansteuert und in einen massigen Metallblock einbaut. Doch auch hier orderte er bei dem Hersteller, den er keinem Konkurrenten verraten will, keine Standardware, sondern ein bseonders laufruhiges, Clearaudio-spezifisches Modell mit Keramikachse.

Der Tonarm Satisfy Carbon ist eine komplette Eigenentwicklung. Die Fans kennen ihn eigentlich schon vom Clearaudio Emotion (Test in stereoplay 11/03) her. Doch wie der Beiname "Carbon" andeutet, besitzt der Tonarm des Performance ein Rohr aus verwindungsteifem und leichtem Kohlefasergeflecht.Die berührungsfreie, magnetische Antiskating-Kompensation, das Vertikallager mit Wolfram-Spitzen, die in Saphir-Schalen stecken, und die Horizontal-Kugellager behielt Suchy bei. Schlauerweise auch die durchgehende Verkabelung zwischen den Anschlusspins des Abtasters und den Cinchsteckern, womit klangverschlechternde Lötstellen entfallen.

Da die Erlanger auch Tonabnehmer fertigen, lag es nahe, dem Performance-Paket die Top-MM-Zelle Maestro beizulegen. Diese besticht mit Clearaudios eigener Micro-HD-Diamantnadel, die auch die teuren MC-Systeme tragen, einem steifen Bor-Nadelträger und einem Gehäuse aus Satinee-Holz, das 20 Jahre lagerte und aus dem auch Geigenbögen bestehen.

Da netterweise jedem Paket die "Testrecord 1: Depth Of Image" von Opus 3 beiliegt, starteten die Tester den Hördurchgang mit dem Klassiker "Tiden Bara GAR". Und schon hier zeigte das Performance-Paket seine Stärken. Fein aufgelöst und gleichmäßig ausklingend konnte man den Triangel am Anfang vernehmen, der gezupfte Bass kam konturiert und besaß auch einen angenehmen Holzton, während die Trommeln anspringend schnalzten und die Stimme fein nuanciert erklang. Dass vom natürlichen Hall des Aufnahmeraums nichts verlorenging, zeigte ebenfalls, dass hier ein Ausnahme-Spieler am Werke war.

Zudem konnte der Performance in leisen Passagen viel klangliche Ruhe verbreiten, wodurch er Pianostellen spannend werden ließ. So brachte er stimmungsvolle Lieder wie etwa "Saints" von Gravenhurst ("The Western Lands"; Warp Records) einnehmend dar, da er die feinen Gitarrenläufe und die sanfte Stimme Nick Talbots klar und lebendig aus den Rillen zauberte und dennoch die Schlagzeugarbeit Dave Collingwoods nicht vernachlässigte. Dabei baute sich das Klangbild nicht vordergründig-direkt auf, sondern ging eher in die Tiefe hinter den Lautsprechern.Die marginale Schwäche des Performance, Klangfarben dezent kühl darzustellen, ging hinsichtlich des günstigen Paketpreises völlig in Ordnung. Nur  teurere Kombinationen sind hier stilsicherer, und zum Problem wird es höchstens für Besitzer sehr hell klingender Ketten.

So verliehen die Tester der Performance-Triga gerne ein stereoplay Highlight, da man solch einen glänzenden Auftritt ansonsten nur in höheren Preisklassen findet, und freuen sich auf weitere Familienangelegenheiten auf diesem Niveau aus Erlangen.

Clearaudio Performance + Satisfy + Maestro

HerstellerClearaudio
Preis1950.00 €
Wertung50.0 Punkte
Testverfahren1.0

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