Testbericht

Plattenspieler Rega P 1 + Tonarm RB 100 + Abtaster Ortofon OM 5 E

Kein Schnickschnack, aber super Klang: Für nur 350 Euro inklusive Tonabnehmer lässt der Rega P 1 die Puppen tanzen.

  1. Plattenspieler Rega P 1 + Tonarm RB 100 + Abtaster Ortofon OM 5 E
  2. Datenblatt
Rega Planar 1

© Archiv

Rega Planar 1

Rega: Dieser Name steht seit über 30 Jahren für Plattenspieler, die, reduziert auf ihre Funktion, viel Musikvergnügen für wenig Geld bieten. Und obwohl die Firma, die nach den ersten zwei Buchstaben der Nachnamen ihrer Gründer Tony Relph und Roy Gandy benannt wurde, als typische Garagen-butze mit tatkräftiger Unter-stützung von Gandys Eltern in Feierabendarbeit begann, mauserte sie sich über die Jahre zu einer modernen Manufaktur, die auch Elektronik und Lautsprecher baut. So horcht die Analoggemeinde auf, wenn der mittlerweile alleinige Firmenchef Gandy das neue Modell P 1 mit dem ebenfalls neu entwickelten Tonarm RB 100 und Abtaster Ortofon OM 5 E vorstellt - alles zusammen für nur 350 Euro.

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© Julian Bauer

Der P 1 zeigt sich als typischer Rega: keine unnötigen Bauteile, ein mit leichtläufigen Lageren ausgestatteter Tonarm und ein Kunstoff-Subteller, den ein Synchronmotoer mittels Rundreimen antreibt. Zur Drehzahländerung muss man Hand anlegen.

Gandy nutzte dabei die Synergieeffekte seines Baukastensystems, so dass man in Essex keine Maschinen umprogrammieren oder gar neue Werkzeuge anschaffen musste. Viele Bestandteile des P 1 finden sich auch im fantastischen P 2 (Test 8/02), zum Beispiel die Grundplatte aus Presspan: Sie ist günstig und hat sich gut bewährt. Die Gummifüße zierten schon den Ur-Planar 3.

Dass Gandy auch weiterhin auf einen Synchronmotor von Precision Motor Technology (Premotec) setzt, erstaunt ebenfalls nicht sonderlich. Denn die Stückzahlen, die Rega bei diesem holländischen Unternehmen einkauft, erlauben ein genau auf die Planar-Anforderungen zugeschnittenes Modell. Die Ansteuerung des Motors fiel mit einer passiven Phasenschieberschaltung der Preisklasse entsprechend einfach aus. Da der Motor für 110 Volt ausgelegt ist, schaltete Gandy einen Kondensator und einen Widerstand vor, damit sich der Planar 1 direkt an die in Europa üblichen 230 Volt anschließen lässt. Für die USA mit ihrem 110-Volt-Netz entfallen diese Bauteile ganz einfach.

Das Lager mit in einer Bronzebüchse steckenden polierten Edelstahlachse, die sich auf einer Edelstahlkugel dreht, sowie den Kunststoffinnenteller behielt Rega bei. Bemerkenswert ist, wie langsam der Subteller im Lager verschwindet, was von sauberer Fertigung und geringer Toleranz des Lagers zeugt.

Der Plattenteller des P 1 besteht aus Holzfasern, die aber nicht ganz so dicht gepresst sind wie beim P 2, wodurch das Gewicht des P-1-Tellers von 1,0 auf 0,85 Kilogramm schrumpfte.

Rega P 1 Headshell

© Julian Bauer

Die Kunststoffheadshell wirkt bei dem ansonsten rigiden Tonarm RB 100 ungewöhnlich. Klanglich lohnt die Aufrüstung des Abtasters mit der Nadel OM 10 E.

Einsparungen erlitt auch der Tonarm RB 100. So besitzt er nicht wie der RB 250 die Headshell-Tonarmrohr-Einheit aus Aluminium-Druckguss, sondern eine Kunstoff-Headshell, die in das Aluminiumrohr geklebt ist. Leicht laufende und recht eng tolerierte Kugellager spendierten die Engländer aber auch ihrem kleinsten Model.

Als Plug & play-Version kommt der P 1 mit einem sauber montierten MM-Abtaster Ortofon OM 5 E. Wodurch der stolze Besitzer nur noch den Plattenspieler auf seinem Untergrund austarieren und das berührungslos-magnetische Antiskating sowie die Auflagekraft einstellen muss, bevor er seine Platten neu entdecken kann.

Da der P 1 nicht vom Untergrund entkoppelt ist, reagierte er im Hörraum nachvollziehbar auf den Untergrund. Stabilität gewann man durch einen massiven Holztisch oder Spezialkonstruktionen wie etwa den TimeTable (10/07). Auf diesem hervorragenden Tisch beeindruckte er sogleich mit Rega-typischen Eigenschaften wie sehr direkter Ansprache und unmittelbarer Musikalität. So erklang etwa Gravenhursts "Hollow Man" ("The Western Lands", siehe LP- Kritiken) sehr anspringend mit wundervoll druckvollen Gitarren, gleichzeitig kam die feine Stimme Nick Talbots völlig unverkrampft.

Den Vorwärtsdrang des Neulings bremste erst das stereoplay Highlight Pro-Ject Xpression (12/03), der den Hochton ein wenig feiner zeichnete und das  Klangbild in Tutti-Passagen stabiler hielt. Dass dies aber nicht am Planar 1 selber lag, zeigte der Wechsel auf die Nadel von einem Ortofon OM 10 E. Nun erklangen der Hochton feiner und laute Orchesterpassagen weniger gedrängt. Dies änderte nichts daran, dass der Planar 1 auch in der Standardversion ein stereoplay Highlight für seine mitreißende Musikalität bekam und so ein heißer Tipp für alle ist, die viel Musik für wenig Geld suchen.

Rega P 1 + RB 100 + Ortofon OM 5 E

HerstellerRega
Preis350.00 €
Wertung35.0 Punkte
Testverfahren1.0

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