Testbericht

Plattenspieler Rega P3-24 Piano Edition

Am Anfang einer jeder Anlagen steht ein Zuspieler. AUDIO nahm sich des neuen Rega P3-24 Piano Edition an, der mehr ist als nur eine modellgepflegte Variante des Rega-Klassikers P3 (den AUDIO zuletzt in der Ausgabe 6/2002 testete), und wollte erfahren was der Neue von Rega besser kann.

  1. Plattenspieler Rega P3-24 Piano Edition
  2. Datenblatt
Rega P3-24 Piano Edition

© Herbert Härle

Rega P3-24 Piano Edition

Unser Testgerät kam in bezauberndem Hochglanz-Orange, das den Mehrpreis von 100 Euro gegenüber der mattschwarzen Standardversion allemal wert ist. Im Vergleich zum 2002er-Modell ist der P3-24 Piano Edition ein technisch aufwendigerer, wesentlich leistungsfähigerer Spieler, der nur zufällig sehr ähnlich aussieht. Selbst das unverändert wirkende "Brett" besitzt unter dem Lack eine neue, noch steifere und leichtere Struktur.

Die Grund-Philosophie freilich bleibt unverändert: Ein Plattenspieler wandelt letztlich Motor-Antriebsspannung in Signalspannung um, und das sollte er für Rega so effizient wie möglich tun. Jeder noch so geringe mechanische Verlust, sei es durch Dämpfung, durch spielbehaftete Baugruppen oder ungünstige Materialpaarungen, lasse einen Teil des Ausgangssignals unwiderruflich verschwinden, argumentieren die Engländer.

Rega P3-24 Piano Edition

© Archiv

Intensive Farben: Mutige High-Ender kaufen den P3-24 in Rosa oder Grün. Der Autor empfiehlt Orange.

So baues die ihre Spieler deshalb seit jeher reduziert, leicht und steif wie Rennautos, gießen ihre Tonarmrohre in einem Stück und spannen sie in groß dimensionierte (13mm) Präzisions-Kugellager. Durch eine bessere Antriebs-Steuerung entfällt beim neuen P3 nun auch die Notwendigkeit eines elastischen Motorlagers: Der Synchronmotor des P3-24 Piano Edition läuft so ruhig, dass die Briten ihn direkt ans Chassis kleben können.

Weniger ist Ruhiger

Der minimalistische Ansatz überzeugt in der Praxis selbst da, wo man eigentlich seine Schwächen vermutet: Klopfen Sie mal an den Tisch, auf dem ein P3-24 spielt. Ruhig etwas kräftiger. Gern auch mal direkt auf das Brett. Machen Sie das gleiche mit einem zehnmal so schweren "Masselaufwerk". Raten Sie mal, welcher der beiden Spieler sich nach der Störung schneller beruhigt, und welcher sie stärker hörbar macht.

Was man auf dem P3-24 dagegen bestens hört, sind allerfeinste Regungen in der Vinyl-Rille. Da, wo eine digitale Quellen mit der Dynaudio DM 2/7 schon weiträumige, fein strukturierte Musiklandschaften zeichnete, drehte der Rega nochmal jedes Steinchen um und fand unter jedem einen unverhofften Mikrokosmos voller Leben.

Besonders weit ins Klang-Universum hineinhorchen kann man mit hoch auflösenden Top-Tonabnehmern, die der zeitlos stabile, perfekt spiel- und reibungsfreie Rega-Arm auch absolut adäquat zu führen vermag. Für den Einstieg, der sich ruhig über Jahre hinziehen darf, reicht aber schon der Werks-Abtaster Elys 2, den es im Paket zum halben Preis, also für 100 statt 200 Euro extra gibt.

Rega P3-24 Piano Edition

© AUDIO

Exzellenter Gleichlauf, Rumpelspektrum (o.Abb.) jedoch durch leichte Motorvibrationen geprägt.

Extreme Auflösung und Verzerrungsarmut bietet dann das Goldring 2500 für 350 Euro, das selbst vor lauten Klavieranschlägen auf den letzten Rillen nicht zurückschreckt. AUDIO empfiehlt allerdings stets mit einem kleinen System anfangen und erstmal prüfen, in welche Richtung ein Upgrade tonal gehen soll. Kommen die Lautsprecher zum Beispiel akustikbedingt eher schlank rüber, wäre ein Benz Ace H (590 Euro) mit seinem knorrigen MC-Bass die bessere Wahl. Auf eines können Sie sich beim Rega verlassen: Was immer Sie am Tonabnehmer ändern, ob durch Tausch oder Justage, Sie werden immer eine kristallklare, eindeutige akustische Rückmeldung bekommen.

Rega P 3 24 + RB 301 + TT PSU

HerstellerRega
Preis950.00 €
Wertung90.0 Punkte
Testverfahren1.0

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