Testbericht

Playstation Portable Go!Explore

Testergebnis
332.0 Punkte
299 EUR
Testverfahren: 1.0


31. März 2008

Sonys Playstation Portable wird jetzt zum Plug-&-Play-Navi. Kinderei oder echter Routenführer?

Sonys tragbare Daddelmaschine Playstation Portable (PSP) ist weit mehr als nur ein Zeitvertreib für Zocker. Seit 2005 auf dem Markt, beherbergt sie zum Beispiel einen Internet-Browser, der über WLAN Web-Inhalte zeigt; ­Videos spielt sie von der Sony-­eigenen UMD (Universal Media Disc) oder von Speicherkarte ab. Außerdem versteht sich die PSP als Musik-Player und präsentiert auf ihrem brillanten 4,3-Zoll-Display auch Fotos. Die ausgefeilte PSP-Technik verleitet nicht nur den User zum Spielen, auch die Entwickler hatten ihren Spaß: Sie bescherten dem Kistchen eine aufsetzbare 1,3-Megapixel-Kamera als Zubehör – man schießt Fotos, dreht Videos oder nutzt den neuen Dienst Go!Mes­senger für Videochats. Die schlankere und leichtere PSP Slim & Lite (seit Mitte 2007 erhältlich) unterstützt sogar die VoIP- und Messenger-Software Skype. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, kommuniziert die PSP auch mit der Next-Generation-Konsole Playstation 3. Filme, die auf der Festplatte der PS3 lagern, können auf die PSP gestreamt werden – egal, wo auf der Welt man mit dem kleinen Taschenspieler unterwegs ist.

Navigation in 3-D

3-D-Gebäude
Bild vergrößern 450 http://img2.magnus.de/3-D-Geb-ude-r450x256-C-ef93c029-25311118.jpg Die Allee zum Brandenburger Tor ist gesäumt von 3-D-Gebäuden.

Die Allee zum Brandenburger Tor ist gesäumt von 3-D-Gebäuden.

Aber was hat das Teil nun in einem Magazin für Navigation im Auto zu suchen? Ganz einfach – der Clou der Sony-Entwickler verwandelt das Medien-Gadget in einen mobilen Lotsen. Zusammen mit NavNGo hat Sony auf iGo-Basis die Navi-Software Go!Explore für die PSP gebas­telt. Sie läuft auf der PSP Classic und auf der Slim & Lite ab der Firmware-Version 3.80. Das Satellitensignal holt sich die PSP über einen GPS-Empfänger, der am USB-Anschluss oben am Gerät andockt und fest mit dem Gehäuse verschraubt wird. Die PSP als Navi-Hardware zu verwenden, liegt nahe. Schließlich ist das Teil auf Leistung ausgelegt: Eine 333-MHz-CPU (Central Processing Unit) und eine 166-MHz-GPU (Graphics Processing Unit) befriedigen wirklich sämtliche ­Bedürfnisse hardware-hungriger 3-D-Anwen­dun­gen. So ist es nur konsequent, wenn sich Sony die allerneuesten Karten von Tele Atlas holt, in denen komplette Städte wie London, Berlin, Barcelona und Paris dreidimen­sional hinterlegt sind. Sämtliche Gebäude sind originalgetreu als 3-D-Modelle nachgebildet und mit Texturen belegt. Die Grafik bekannter und berühmter Gebäude und Landmarks ist sogar noch aufwendiger und ­detailreicher. Die Liebe zur Sache erkennt man daran, dass Gebäude, die die Sicht auf die Straße ver­decken könnten, transparent dar­gestellt werden.

Daten
Bild vergrößern 450 http://img1.magnus.de/Daten-r450x255-C-885efdf5-25311115.jpg Kopieren Sie alle Daten auf den Speicherstick, das beschleunigt die Berechnungszeiten und die Darstellung.

Kopieren Sie alle Daten auf den Speicherstick, das beschleunigt die Berechnungszeiten und die Darstellung.

In Städten, die noch nicht vollständig „dreidimensionalisiert" wurden, bekommt man immer noch an fast jeder Ecke 3-D-Bauwerke und Landmarks zu sehen. Doch nicht nur Gebäude bekamen Plastizität eingehaucht, auch Berge, Hügel und Brücken erheben sich vom ehemals platten Untergrund gen Himmel. Und das Ganze ist keineswegs eine Spie­lerei, sondern dient eindeutig der besseren Orientierung. Besonders gut hilft einem die 3-D-Ansicht, wenn man zu Fuß mit der PSP unterwegs ist. Der Wieder­erkennungswert der Ge­bäude ist extrem hoch, die Positionierung recht genau. Eine flüssige Darstellung dieser Grafikpracht bekommt man, wenn man die Karten- und 3-D-Daten von der UMD auf die Spei­cher­karte der PSP kopiert. Lädt sie die Daten von der UMD, fallen die (Nach-)­Ladezeiten einen Tick länger aus. In Grenzen hält sich der Speicher­aufwand: Rund 300 MB braucht man für alle 3-D-Daten, Karten und POIs eines Landes.

Gutes Handling

Buchstabenausblendung
Bild vergrößern 450 http://img1.magnus.de/Buchstabenausblendung-r450x256-C-41abcfe3-25311112.jpg Bei der Zieleingabe vermisst man einen Touchscreen, aber die Buchstabenausblendung hilft enorm.

Bei der Zieleingabe vermisst man einen Touchscreen, aber die Buchstabenausblendung hilft enorm.

Nun besitzt die PSP zwar ein großes Display, doch ist dies kein Touchscreen. PSP-Zocker kommen auch ohne klar, denn die Navi-Bedienung über die Dreieck-, Kreis-, Viereck- und X-Tasten sowie über die analogen und digitalen Richtungstasten läuft wie bei nahezu jeder an­deren Playstation-Anwendung. PSP-Neulinge werden sich schnell daran gewöhnen und manche Funk­tionen wie das Scrollen und Zoomen oder das Wechseln der Ansichten schneller erledigen als auf Touchscreens – vorausgesetzt, sie nehmen das Gerät aus der Halterung und bedienen es mit zwei Händen. Lediglich bei der Zieleingabe vermisst man den berührungs­sensitiven Bildschirm und benötigt etwas Eingewöhnungszeit. Schätzenswert ist die Buchstabenausblendung.

Optimale Routenwahl

Routenplanung
Bild vergrößern 450 http://img4.magnus.de/Routenplanung-r450x256-C-76b83e9b-25311109.jpg Routen mit Zwischenzielen kann man nur über die Karte planen. Dafür gibt’s eine Turn-by-Turn-Streckenübersicht.

Routen mit Zwischenzielen kann man nur über die Karte planen. Dafür gibt’s eine Turn-by-Turn-Streckenübersicht.

Auf der Teststrecke dann die Überraschung: Die PSP wählte ausschließlich Hauptstraßen und führte auf optimalem Wege zwischen den vorgegebenen Wegpunkten. Verblüffend vor allem die Flüssigkeit, mit der die virtuelle Landschaft mit all ihren 3-D-­Elementen an dem Fahrzeugsymbol vorbeizieht. Auch in „vollgebauten" Städten kommt es zu keinerlei merklichen Einbrüchen bei der Performance. Die Darstellung ist brillant und kontrastreich, die Straßen, auch Parallelfahrbahnen, kann man selbst aus größerer Entfernung gut erkennen und vonein­ander unterscheiden. Allenfalls das spiegelnde Display verleidet einem bei Sonneneinstrahlung den Spaß. Alle notwendigen Infos wie Zeit und Distanz zum Ziel und Abstand zum nächsten Abbiegepunkt hat die PSP parat. Der Spurassistent hilft bei der Orientierung auf mehreren Fahrbahnen. Die Positionierung ist meist sehr präzise. Nur nach Tunneln, in ­denen die Navigation leider nicht simuliert wird, braucht das System etwas, um sich wieder zu orien­tieren. Die Sprachansagen beschreiben die kommenden Abbiegesituationen oft sehr ausführlich, das Timing geht in Ordnung. Die kleinen integrierten Lautsprecher können die Stimme aber nicht ­besonders laut wiedergeben. Rekordverdächtig die Berechnungszeiten: Strecken in Städten stehen nach 1 bis 3 Sekunden, quer durch Deutschland geht’s in 9 ­Sekunden! So flink zeigt sich die PSP auch bei der Neuberechnung nach verpassten Abbiegepunkten.

Mehrwert aus dem Netz

GPS
Bild vergrößern 450 http://img2.magnus.de/GPS-r450x385-C-54e369e8-25311121.jpg Der GPS-Empfänger dockt am USB-Anschluss an der Oberseite an und wird fest mit der PSP verschraubt.

Der GPS-Empfänger dockt am USB-Anschluss an der Oberseite an und wird fest mit der PSP verschraubt.

Auf erweiterbare Features, POIs aus der Community und standortbezogene Dienste via WLAN darf man sich künftig freuen. Vieles ­davon soll man bald online im Playstation-Store finden. Da es keine Europakarte auf UMD gibt, muss man die Karten ebenfalls im Online-Store kaufen. Wermutstropfen bleiben die fehlende TMC-Funktionalität und der Preis: 120 Euro kostet das Bundle aus Software mit regionalem Kartenmaterial und GPS-Empfänger, im Paket für 150 Euro sind noch eine Halterung und ein Kfz-Ladegerät dabei. Einsteiger greifen zum 300-Euro-Bundle inklusive PSP Slim&Lite. Erfahrungsgemäß sinken die Preise aber schnell.

Fazit

Die Routenwahl ist top, die 3-D-Ansicht sieht absolut genial aus: Die Go!Explore-Software verdient ­eine Empfehlung, auch wenn das fehlende TMC ins Kontor schlägt. Besitzt man bereits eine PSP, lohnt sich das Paket mit GPS-Empfänger, Halterung, Software und Lade­kabel, sobald der Preis seinen ers­ten Sturz erlebt hat. Wer mit der Anschaffung der multimedialen Daddelmaschine liebäugelt, hat jetzt noch einen Grund mehr, zuzuschlagen.

Video zur Playstation Portable Go!Explore - klicken Sie hier!


Technische Daten und Testergebnisse

Ausstattung
Navigation
Ableseeinstellung Monitor Kontrast/Winkel ja/ja
Alternativroute/manuelle Staufunktion nein/ja
Anzeige Straßenname aktuell/folgend ja/ja
Anzeige Distanz/Zeit zum Ziel ja/ja
dynamische Navigation TMC/TMC Pro/GSM nein/nein/nein
Farbdarstellung/Bildschirmdiagonale (Zoll) ja/4,3
Kartendarstellung/3-D ja/ja
Kreuzungs-/Auto-Zoom ja/ja
Pfeildarstellung/in Karte einblendbar nein/ja
Routenwahl kurz/schnell ja/ja
Routenausschluss Mautstrecken/Fähren ja/ja
Kurzwahl/konfigurierbar ja/nein
Zusatzkarten verfügbar nein
Anzahl Sonderziel-Rubriken 49
Reiseführerfunktion/enthalten nein/nein
POI-Warnfunktion/eigene POIs verwendbar nein/ja
Streckeninfo Text/Karte ja/ja
Zieleingabe Hausnummer/Kreuzung/Postleitzahl ja/ja/ja
Zieleingabe POI Standort/Zielort ja/ja
Zieleingabe Etappenziele ja
Zieleingabe Buchstabenausblendung/Vorselektion ja/nein
Zieleingabe Karte/Koordinaten ja/ja
Zieleingabe letzte Ziele (mehr als eins) ja
Zielspeicher bearbeitbar nein
Hardware
Schnittstellen USB Audio
Speichermedien/Speicherplatz gesamt (MB) 0
Entertainment
Anschlussmöglichkeiten Zusatzgeräte ja
Audio-Klangsteuerung/DSP nein/nein
CC/CD/MP3 nein/nein/ja
DVD-Video/DAB/DVB-T nein/nein/nein
E-Mail-/SMS-Funktionalität nein/nein
GSM-Anbindung möglich/integriert nein/nein
Telematik-Funktionen analog/digital nein/nein
Bild-/Videobetrachter/Kamera ja/ja/nein
Testergebnisse
Ausstattung max. 100 (84)
Navigation 70 70
Kommunikation 20 6
Unterhaltung 10 8
Handhabungmax. 150 (127)
Bedienung 60 56
Zieleingabe 60 51
Systemgeschwindigkeit 20 20
Sprachsteuerung 10 0
Zielführung max. 150 (129)
akustische Zielführung 50 43
optische Zielführung 75 65
Positionierungsgenauigkeit 25 21
Routenberechnung max. 100 (60)
Überland 30 30
Stadt 30 30
dynamisch 40 0
URTEIL max. 500 400 gut
Preis/Leistung befriedigend
getestet in Ausgabe: AC1/08

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