AR-Game für Android und iOS

Pokémon GO im ersten Test: Habt ihr sie schon alle?

Pokémon GO ist ein Phänomen: Noch nie hat ein Smartphone-Game für so einen Hype gesorgt. Zu recht? Hier unser Test.

  1. Pokémon GO im ersten Test: Habt ihr sie schon alle?
  2. Technik und Performance
  3. Test-Fazit
Pokémon GO Test

© Niantic / Screenshot & Montage: connect.de

Pokémon GO im Test: Wir schildern unsere Spieleindrücke nach einer Woche Pokémon-Jagd.

Pokémon GO war noch gar nicht offiziell in Deutschland erhältlich, da schwappte die Bugwelle des Hypes schon zu uns: Wohl mehrere Hunderttausend Nutzer installierten das Spiel vorab über Umwege auf ihren Smartphones - sei es via APK-Download auf Android-Geräten oder über einen ausländischen App-Store-Account auf einem iPhone.

Auch wir waren darunter und haben nun eine Woche Spielzeit mit Pokémon GO gesammelt. In unserem Praxistest schildern wir unsere Spieleindrücke und geben ein erstes Fazit.

Zur Einordnung vorab: Ich schreibe diesen Test von Pokémon GO als absoluter Pokémon-Neuling. Die Gameboy-Titel habe ich nie gespielt. Dagegen bin ich bei Ingress, dem ebenfalls von Niantic Labs entwickelten, spielmechanischen Vorgänger, seit 2013 aktiv. Für ein Videospiel über Stadt und Land zu laufen, war also keine Neuheit für mich.

Pokémon GO - worum geht es?

Laufen - da wären wir auch schon beim Stichwort: Pokémon GO ist ein Augmented-Reality-Spiel (AR), bei dem man sich aktiv draußen bewegen muss. Das Spielfeld ist die reale Welt, die Spielelemente sind jedoch nur über die Smartphone-App zu sehen.

Pokémon GO stellt hierfür eine auf Google Maps basierende Kartenansicht der aktuellen Umgebung des Spielers dar - mit Straßen, Gewässern und so weiter. Auf dieser AR-Karte begibt sich der Spieler nun auf die Jagd nach den Pokémon-Fantasiewesen.

Lesetipp: Was ist Pokémon GO? - 3 Fragen, 3 Antworten

Pokémon (eine Kurzform für "Pocket Monster"- dt. Taschenmonster) das sind die Hauptprotagonisten der gleichnamigen Videospielreihe, die auf Konsolen von Nintendo ein großer Erfolg war. Der Spieler übernimmt in Pokémon GO die Rolle eines Pokémon-Trainers. Die Ziele sind es, möglichst viele und starke Pokémon zu fangen, sie zu verbessern und in Arenen gegen andere Pokémon antreten zu lassen. Ein wirkliches Spielende gibt es wie bei den meisten MMO-Spielen nicht.

Pokémon GO - Kartenansicht

© Niantic / Screenshot: connect.de

“Bleibe wachsam”: Ein Warnbildschirm ermahnt Spieler beim App-Start, bei der Pokémon-Jagd die Umwelt nicht aus den Augen zu verlieren.

Sammeln, sammeln, sammeln ...

Hat der Spieler seine Spielfigur erstellt, geht es auch gleich los. Nach einigen einleitenden Worten von Professor Willow in einer Art Mini-Tutorial kann man einen von drei Start-Pokémon wählen Bisasam, Glumanda und Schiggy (mit einem Trick gibt es auch Pikachu als Starter-Pokémon). Dabei lernt der Spieler, wie sich wilde Pokémon fangen lassen: Wenn ein Pokémon in Reichweite ist vibriert das Smartphone. Man tippt das Pokémon an und die App wechselt in die Fang-Ansicht. Diese zeigt das aktuelle Kamerabild an - samt Pokémon.

Der Spieler muss nun versuchen durch das Werfen von Pokébällen das Monster einzufangen. Dazu wischt er mit dem Finger den Ball in die Richtung des Pokémons - ein wenig wie beim bekannten Casual Game Paper Toss. Wird das Pokémon richtig getroffen, landet es in der Sammlung.

Um weitere Pokémon zu entdecken, muss der Spieler nun laufen. Die quietschbunten Monsterchen sind überall in der AR-Spielewelt versteckt. Eine kleine Anzeige am unteren Displayrand zeigt dabei an, welche Exemplare gerade in der Nähe sind.

Lesetipp: Pokémon GO: Level-Belohnungen und Item-Freischaltungen (PC Magazin)

Für jeden Fang erhält der Spieler Erfahrungspunkte, um sein Trainer-Level zu steigern. Das aktuelle Maximum liegt bei Level 25. Je höher das Level, desto stärker sind die gefangenen Pokémon. Diese Stärke wird in Wettkampfpunkten (WP) angegeben und sie wird beim Kampf gegen andere Pokémon entscheidend.

pokemongo level aufstieg erfahrungspunkte

© Niantic / Screenshot: connect.de

Level up: Erfahrungspunkte gibt es unter anderem für das Fangen neuer Pokémon.

Pokéstops zum Aufrüsten

Auf der AR-Spielkarte lassen sich nicht nur wilde Pokémon finden, sondern auch Pokéstops und Arenen.

Die Pokéstops basieren auf den Portalen aus Ingress und sind an großen und kleinen Sehenswürdigkeiten zu finden - etwa Statuen, Brunnen oder Wandfresken. Durch eine kurze Wischinteraktion erhalten Spieler hier Gegenstände, wie Pokébälle oder Tränke.

Dazu bieten Pokéstops einen Modul-Slot, in den ein Lockmodul gesetzt werden kann. Dadurch werden für eine halbe Stunde verstärkt wilde Pokémon angezogen - und dadurch oft auch andere Spieler. Gerade in Großstädten werden Orte mit mehreren benachbarten Pokéstops, die mit Lockmodulen ausgestattet sind, schnell zu Treffpunkten für die Community.

pokemongo pokestop arena

© Niantic / Screenshot: connect.de

Die Orte in Pokémon GO: Ein Pokéstop mit aktiviertem Lockmodul (links), eine Arena samt dem aktuellen Arena-Champion (rechts).

Team-Wahl und Wettkampf um Arenen

Neben Pokéstops gibt es die von Weiten sichtbaren Arenen, in denen Spieler ihre Pokémon gegeneinander antreten lassen. Dies ist ab Trainer-Level 5 möglich.

Dann muss sich der Spieler auch für ein Team entscheiden: Team Intuition (Gelb), Team Weisheit (Blau) oder Team Wagemut (Rot). Noch hat die Wahl des Teams bis auf die Farbe keine Auswirkung auf die Spielweise. Allerdings kann sich dies durch kommende Updates noch ändern.

Durch die Wettkämpfe kann ein Spieler eine Arena für sein Team erobern - alleine oder zusammen mit anderen Spielern. Dafür wählt er die gewünschten Pokémon aus seiner Sammlung aus, um gegen die aktuellen Arena-Besatzer anzutreten. Das können die Monster mit den meisten WP sein, oder aber auch welche, die aufgrund ihres Typs Vorteile gegenüber dem Gegner haben. So haben Pokémon zahlreiche Eigenschaften und Attribute wie "Blitz", "Psycho", "Luft" oder "Wasser" die sich jeweils auf die Kampfeffektivität gegeneinander auswirken. Doch tiefer wollen wir an dieser Stelle gar nicht einsteigen.

pokemongo arena kaempfe

© Niantic / Screenshot: connect.de

Kämpfe in der Arena: Für das Besiegen anderer Pokémon gibt es Erfahrungspunkte

Catch them all

Hat man die Grundmechaniken verstanden, versucht man seine Pokémon-Sammlung zu vervollständigen. Im sogenannten Pokédex sind aktuell 151 verschiedene Monster aufgeführt, die es zu finden gilt. Die Pokémon haben unterschiedliche Seltenheitsgrade und sind teilweise nur an speziellen Orten zu finden - Wasser-Pokémon etwa in der Nähe von Gewässern.

Daneben gibt es noch eine Variante, an neue Pokémon zu kommen: Eier. Diese Items findet man ebenfalls in Pokéstops und kann sie in Inkubatoren ausbrüten. Ausbrüten heißt in dem Fall: Laufen - je nach Ei 2 km, 5 km oder 10 km. Hat man die erforderliche Distanz zurückgelegt, schlüpft ein zufälliges Monster - wobei die Seltenheit der schlüpfenden Pokémon mit der km-Zahl wächst. Ein cleverer Kniff, um Spieler zur Bewegung zu animieren ("nur noch 500 Meter, dann schlüft mein 5-km-Ei").

Pokémon GO: Pikachu als Starter-Pokémon

Quelle: PC Magazin
Anleitung: So können Sie gleich zum Start von Pokémon GO die beliebteste Figur einfangen

Einsteigerfreundlich? Jein

Doch genug der Theorie. Wie spielt sich Pokémon GO? Durch das äußerst knappe Tutorial ist der Einstieg in Pokémon GO vielleicht etwas unsicher. Doch durch die einigermaßen intuitive Bedienoberfläche oder kurzes Ausprobieren lassen sich die vielen Funktionen schnell erschließen.

Die fehlende Einstiegshilfe wird dabei gut durch den schnell aufkeimenden Entdeckergeist aufgefangen. Von "Was, vor meinem Haus ist ein Pokéstop?" bis zu "Huch, schau mal, was für ein Pokémon ich hier gefangen habe" gibt es viele Spielmomente, für die es keine Anleitung braucht.

pokemon go tutorial professor willow

© Niantic / Screenshot: connect.de

Einstieg in Pokémon GO: Das Tutorial durch Professor Willow ist sehr knapp gehalten.

Danach ist eine weitere Art der Hilfestellung nicht zu unterschätzen: Die Mitspieler. Durch das knappe Tutorial und die fehlende In-Game-Hilfe werden Spieler ermuntert, sich gegenseitig auszutauschen und weiterzuhelfen. Ob man sich an einem Pokéstop trifft oder in Chats und sozialen Medien organisiert - Möglichkeiten zum Austausch gibt es viele. In diesem Aspekt mag Pokémon GO ein wenig an die App Snapchat erinnern, bei der dieser Erfahrungsaustausch unter Nutzern mit zum Erfolg beigetragen hat.

Wer noch kein Veteran der Konsolen-Spiele ist und tiefer in Pokémon GO eintauchen will, kommt jedoch irgendwann nicht darum herum, sich im Netz auf einschlägigen Webseiten schlau zu machen. Spiele wie League of Legends haben gezeigt, dass dass kein Erfolgshindernis sein muss. Im Gegenteil.

Lesetipp: Pokémon GO: 7 Tipps für Einsteiger (PC Magazin)

Erfreulich ist, dass durch die In-App-Käufe keine unverhältnismäßig großen Vorteile erkauft werden können. Die erhältlichen Items erleichtern zwar an vielen Stellen das Spiel, mit mehr Zeitaufwand ist jedoch alles auch ohne Geld-Einsatz erreichbar. Zudem besteht die Möglichkeit, durch Pokémon in Arenen Münzen für den In-Game-Shop zu verdienen.

Pokémon GO: Das passiert im PokéStop

Quelle: Niantec / The Pokémon Company
So erhalten Sie Items aus einem PokéStop im Spiel Pokémon GO.

Überall wird gespielt

Bei unseren Pokémon-GO-Streifzügen in zwei Großstädten fiel uns schnell die Masse an Spielern auf. Abseits von größeren Events musste man bei Ingress schon genau hinsehen, um andere Mitspieler auf der Straße zu erkennen - etwa am Ersatzakku samt zur Teamfarbe passenden Kabel. Bei Pokémon GO sind die Spielertrauben an umkämpften Arenen oder Pokéstops mit Lockmodul dagegen oft nicht zu übersehen.

Das Treffen anderer Spieler auf der Straße ist ein Faktor, der wie bei Ingress  entscheidend zur Faszination von Pokémon GO beiträgt. Es entsteht das Gefühl, Teil einer verschworenen Gemeinschaft zu sein. Man nickt sich zu, erntet ein Lächeln und lernt nicht selten neue Leute kennen. Viele Spieler ziehen auch gleich mit ihren Freunden los und gehen gemeinsam auf Pokémon-Jagd.

pokemongo lockmodule spieler reallife

© Niantic / Screenshot: connect.de

Eng benachbarte Pokéstops mit Lockmodulen werden schnell zu Treffpunkten für Pokémon-GO-Spieler – wie hier in Augsburg beobachtet.

Ausbaufähige Langzeitmotivation

Nachdem wir uns in der Pokémon GO Welt zurechtgefunden hatten, nahm der anfängliche Entdeckerdrang ein wenig ab. Einige Spielmechanismen werden schnell eintönig. Wer nicht von der Jagd nach schnellen Level-Aufstiegen und noch besseren oder selteneren Pokémon angesteckt wird, bei dem wird Pokémon GO schnell zum Casual Game. Der Bus kommt erst in 10 Minuten? Noch ein paar Monster fangen.

Motivation schafft die Interaktion mit anderen Spielern. Etwa über gemeinsame Angriffe auf Arenen oder eine Farm-Session mit Lockmodul. Am Ende spielt man das Spiel aber vielleicht nicht mehr des Spiels wegen - sondern wegen der Leute, die man durch es kennengelernt hat und trifft.

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